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Neue Podcast-Serie „Work in Progress – Ein Podcast über Menschen und Organisationen im Wandel“. Erhalten Sie praxisnahe Einblicke in die Transformation der Arbeitswelt. Abbildung Ricoh

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Inwerk: Starte das neue Jahr mit top ergonomischen Büromöbeln. Sonderaktion vom 08.01.–28.01.2024.

Räume, die wirken #1: Bedeutung im Übergang

André Hund hat Sie 2025 mit dem neu­en Nor­mal der Arbeit bekannt gemacht und den Begriff „Lea­der“ durch­buch­sta­biert. 2026 wird er dies in sei­ner Kolum­ne mit dem Begriff „Räu­me“ tun. Den Hin­ter­grund dafür erläu­tert er hier.

André Hund ist Wirtschaftsjurist und kennt die Büromöbelbranche aus dem Effeff. In seiner Kolumne thematisiert der New Work Facilitator bei der work different Training & Consulting GmbH Themen vor dem Hintergrund des neuen Arbeitens.

André Hund ist Wirt­schafts­ju­rist und kennt die Büro­mö­bel­bran­che aus dem Eff­eff. In sei­ner Kolum­ne the­ma­ti­siert der New Work Faci­li­ta­tor bei der work dif­fe­rent Trai­ning & Con­sul­ting GmbH The­men vor dem Hin­ter­grund des neu­en Arbeitens.

In Bar­ce­lo­na wird im Juni die­ses Jah­res anläss­lich sei­nes ein­hun­derts­ten Todes­ta­ges Anto­ni Gau­dí gedacht. Zu Ehren des Meis­ters des „Moder­nis­me Cata­là“ wird sei­ne berühm­te Sagra­da Famí­lia wesent­lich ver­voll­stän­digt. Ein Gebäu­de, das wie kein zwei­tes die archi­tek­to­nisch ohne­hin schon so rei­che Stadt prägt.

Neben ihrem Äuße­ren spie­len die Innen­räu­me der Basi­li­ka eine beson­de­re Rol­le. Sie fol­gen dem Vor­bild der Natur. Baum­ar­ti­ge Säu­len ver­zwei­gen sich im obe­ren Bereich wie Äste. Sie stüt­zen das Blät­ter­dach, das den Blick des Betrach­ters nach oben lenkt. Die Bunt­glas­fens­ter wie­der­um erzeu­gen eine Licht­stim­mung, die den Innen­räu­men eine ganz beson­de­re Atmo­sphä­re verleiht.

Die­se Kolum­ne ist 2026 dem The­ma Raum gewid­met und sei­ner Bedeu­tung für Men­schen. Dabei wer­den Büro­räu­me im Fokus ste­hen. Räu­me, in denen wir alle – trotz hybri­der Model­le – sehr viel Zeit unse­res Lebens ver­brin­gen. Ab der nächs­ten Fol­ge wer­de ich den Begriff „Räu­me“ durch­buch­sta­bie­ren. In die­ser ers­ten Meta­ko­lum­ne aber ste­hen die Räu­me erst ein­mal für sich.

Räu­me ord­nen Ver­hal­ten. Sie len­ken Auf­merk­sam­keit, erzäh­len Geschich­ten und schrei­ben Geschichte(n). Etwa beim Ball­haus­schwur: Der Drit­te Stand schwor am 20. Juni 1789, nicht aus­ein­an­der­zu­ge­hen bevor Frank­reich eine Ver­fas­sung habe. Der Beginn der Volks­sou­ve­rä­ni­tät lässt sich dem­nach in einem Fest­saal verorten.

Wer über Arbeit spricht oder schreibt, kommt an Räu­men nicht vor­bei. Schö­ne Räu­me allein sind nicht ent­schei­dend für gutes Arbei­ten, aber ohne gute Räu­me gelingt auch kein gutes Arbeiten.

1919 wird das Bau­haus in Wei­mar gegrün­det. Der Kunst­schu­le geht es um weit mehr als um Möbel oder Archi­tek­tur. Es geht um die Fra­ge, wie wir leben, arbei­ten und zusam­men­le­ben möch­ten. Die Form folgt der Funk­ti­on. Aber die Funk­ti­on wird immer auch sozi­al gedacht, heißt: Der Raum soll dem Men­schen die­nen. Nicht umge­kehrt. Die­se Idee ist und bleibt aktu­ell. Das Bau­haus fei­ert in die­sem Jahr sein 100-jäh­ri­ges Bestehen am Stand­ort Dessau.

Arbeit hat sich in den letz­ten Jah­ren ent­grenzt. Sie ist mobil gewor­den, digi­tal und beschleu­nigt. Die künst­li­che Intel­li­genz erhöht den Ver­än­de­rungs­druck zusätz­lich. Ent­schei­dun­gen wer­den ver­teilt getrof­fen, Ver­ant­wor­tung wan­dert, Hier­ar­chien wer­den fla­cher – zumin­dest for­mal auf dem Papier. Genau des­halb wer­den aber Räu­me der Begeg­nung wich­ti­ger. Erle­ben Orga­ni­sa­tio­nen eine neue Sehn­sucht nach Orten? Nach Prä­senz? Nach Räu­men, die mehr sind als Kulis­se? Es soll­te so sein. Aber all­zu oft domi­niert der Kampf um hybri­de Model­le und Home­of­fice-Rege­lun­gen. Viel­leicht stimmt das Ange­bot nicht?

Dass das Büro längst kein rei­ner Pro­duk­ti­ons­ort mehr ist, dürf­te lan­ge klar sein. Es soll­te Treff­punkt sein, Reso­nanz­raum, Büh­ne und Rück­zugs­ort zugleich – wo Bezie­hun­gen ent­ste­hen und sich ver­tie­fen. Der Raum unter­streicht, wie ernst es eine Orga­ni­sa­ti­on mit Offen­heit, Wert­schät­zung und Ver­ant­wor­tung meint. Räu­me machen Kul­tur sicht­bar, bevor jemand ein Wort sagt. Lei­der endet das Bekennt­nis oft bei einer foto­ge­nen Ein­rich­tung. Aber immerhin.

Der Begriff des Raums ent­hält die Wort­wur­zel des „Platz­schaf­fens“: sich frei machen, Altes über Bord wer­fen, Platz für Neu­es schaf­fen. His­to­risch betrach­tet sind Arbeits­räu­me immer ein Spie­gel ihrer Zeit. Die Fabrik­hal­len der Indus­tria­li­sie­rung, die Groß­raum­bü­ros der Nach­kriegs­zeit, die offe­nen Land­schaf­ten der Wis­sens­öko­no­mie. Jede Epo­che hat ihre Räu­me her­vor­ge­bracht – wir müs­sen jetzt die für uns rich­ti­gen Räu­me fin­den und sie gestalten.

Wir befin­den uns in einem Über­gang. KI ver­än­dert Pro­zes­se, Rol­len und Erwar­tun­gen. Umso wich­ti­ger wird der mensch­li­che Anteil von Arbeit: Gespräch. Urteil. Ver­ant­wor­tung. Sinn. Genau hier gewinnt der phy­si­sche Raum eine neue Bedeu­tung. Nicht als Gegen­pol zur Tech­no­lo­gie, son­dern als ihr not­wen­di­ges Kor­rek­tiv und Ergänzung.

Die­se Kolum­ne wird sich genau damit beschäf­ti­gen: mit Räu­men als Aus­druck von Füh­rung, von Orga­ni­sa­ti­on und des gesell­schaft­li­chen Wan­dels. Mit sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Dimen­sio­nen. Mit Geschich­te und Gegenwart.

Viel­leicht ist das die größ­te Stär­ke der Räu­me: Sie zwin­gen uns zur Aus­ein­an­der­set­zung. Mit unse­rer Arbeit. Mit ande­ren. Und mit uns selbst.

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