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Biophile Arbeitswelten: Die Vorteile naturverbundener Gestaltung

Bio­phi­les Design zielt dar­auf ab, Men­schen und Räu­me mit der Natur zu ver­bin­den. So pro­fi­tie­ren auch Krea­ti­vi­tät, Pro­duk­ti­vi­tät, Belast­bar­keit und Gesund­heit. Peter Knecht von Götes­sons beschreibt die Potenziale.

Pflanzen, Akustiklösungen und natürliche Materialien erhöhen die Aufenthaltsqualität in Räumen messbar. Abbildung: Götessons

Pflan­zen, Akus­tik­lö­sun­gen und natür­li­che Mate­ria­li­en erhö­hen die Auf­ent­halts­qua­li­tät in Räu­men mess­bar. Abbil­dung: Götessons

Der Begriff „Bio­phi­lie“ geht auf den Sozi­al­psy­cho­lo­gen Erich Fromm zurück und wur­de spä­ter durch den Bio­lo­gen Edward O. Wil­son popu­lär gemacht. Wil­son beschreibt Bio­phi­lie als die „ange­bo­re­ne mensch­li­che Ten­denz, das Leben und alles Leben­di­ge zu suchen“. Die­se Ten­denz lässt sich gestal­te­risch nutzen.

Exkurs: Waldbaden

Wald­ba­den ist eine japa­ni­sche Form der Gesund­heits­vor­sor­ge, die seit den frü­hen 1980er-Jah­ren wis­sen­schaft­lich unter­sucht und staat­lich geför­dert wird. Dabei geht es nicht ums Spazieren­gehen, son­dern um eine bewuss­te, ent­schleu­nig­te Wahr­neh­mung der Wald­um­ge­bung und um das Ein­tau­chen in Gerü­che, Klän­ge, Licht­stim­mun­gen und Tex­tu­ren. Weil die Effek­te, die Men­schen im Wald erle­ben, wis­sen­schaft­lich gut belegt sind, nutzt das bio­phi­le Design eini­ge die­ser Mecha­nis­men. So ahmen Pflan­zen und natür­liche Mate­ria­li­en, orga­ni­sche For­men sowie bestimm­te Duft- und Licht­kon­zep­te die sen­so­ri­schen Rei­ze des Wal­des nach. Räu­me, die nach den Regeln des bio­phi­len Designs gestal­tet sind, bie­ten somit ähn­li­che Rege­ne­ra­ti­ons­ef­fek­te. Sie för­dern Ruhe, men­ta­le Klar­heit, Krea­ti­vi­tät und Stressabbau.

Warum biophiles Design?

Heu­te ver­brin­gen wir bis zu 90 Pro­zent unse­rer Zeit in Innen­räu­men. Arbeits­stress, Erschöp­fung und Reiz­über­flu­tung sind dabei häu­fi­ge Beglei­ter. Vor die­sem Hin­ter­grund ist bio­phi­les Design kein Life­style-Trend, son­dern eine wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Ant­wort auf moder­ne Her­aus­for­de­run­gen. Stu­di­en zei­gen, dass natür­li­che Rei­ze (Pflan­zen, Was­ser etc.) kogni­ti­ve Ermü­dung redu­zie­ren und die Auf­merk­sam­keit rege­ne­rie­ren. Es wur­de auch nach­ge­wie­sen, dass bereits kur­ze Bli­cke auf natür­li­che Ele­men­te mess­bar Stress sen­ken: Herz­fre­quenz, Blut­druck und Mus­kel­span­nung sinken.

Die Inte­gra­ti­on von Pflan­zen, Akus­tik­lö­sun­gen, natür­li­chen Mate­ria­li­en und Tages­licht redu­ziert nicht nur die Belas­tung am Arbeits­platz, son­dern führt laut Stu­di­en­ergeb­nis­sen auch zu signi­fi­kan­ten Ver­bes­se­run­gen. Mit­ar­bei­ten­de berich­ten von einem um bis zu 15 Pro­zent höhe­ren Wohl­be­fin­den. Natür­li­ches Licht stei­gert die Pro­duk­ti­vi­tät um bis zu 20 Pro­zent, wäh­rend Büros mit Grün­strukturen und wald­ähn­li­cher Akus­tik Krank­heits­ta­ge nachweis­lich reduzieren.

In der hoch­wer­ti­gen Gas­tro­no­mie und im Retail wirkt sich Bio­phi­lie sowohl auf das Wohl­be­fin­den als auch auf das Kon­sum­ver­hal­ten aus. Stu­di­en bele­gen, dass eine natür­li­che Umge­bung die Aufent­haltsdauer ver­län­gert, die Kon­sum­be­reit­schaft erhöht und die Wahr­neh­mung von Atmo­sphä­re und Qua­li­tät verbessert.

Bio­phi­les Design ver­bin­det öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung mit wirt­schaftlicher Effi­zi­enz. Natur ist kein Deko­ra­ti­ons­ele­ment. Sie ist einer der stärks­ten Ein­fluss­fak­to­ren auf Wohl­be­fin­den, Gesund­heit, Krea­ti­vi­tät und Mar­ken­iden­ti­tät. Bio­phi­les Design bie­tet Unter­neh­men die Chan­ce, Räu­me zu schaf­fen, die nicht nur funk­tio­nie­ren, son­dern auch begeistern.

Peter Knecht, Geschäftsführer, Götessons GmbH. Abbildung: Götessons

Abbil­dung: Götessons

Peter Knecht,

Geschäfts­füh­rer,
Götes­sons Design GmbH.

gotessons.com

 

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