Vie­le Unter­neh­men lei­ten die Rück­kehr der Mit­ar­bei­ter ins Büro ein. Neben kla­ren Hygie­ne­re­ge­lun­gen wün­schen sich Arbeit­neh­mer Raum für Team­ar­beit, aber auch für kon­zen­trier­te Ein­zel­ar­beit, so der Indus­trie­ver­band Büro und Arbeits­welt e. V. (IBA).

Gut ausgestattete Konferenz- und Kommunikationsräume sind mithilfe einiger Sicherheitsvorkehrungen auch aktuell schon für die Teamarbeit nutzbar. Abbildung: Sedus Stoll AG

Gut aus­ge­stat­te­te Kon­fe­renz- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­räu­me sind mit­hil­fe eini­ger Sicher­heits­vor­keh­run­gen auch aktu­ell schon für die Team­ar­beit nutz­bar. Abbil­dung: Sedus Stoll AG

Die Möglichkeit weiterhin flexibel von zuhause zu arbeiten sowie klare Hygieneregelungen für die Rückkehr ins Büro sind den Arbeitnehmern aktuell besonders wichtig. Abbildung: IBA

Die Mög­lich­keit, wei­ter­hin fle­xi­bel von zu Hau­se zu arbei­ten, sowie kla­re Hygie­ne­re­ge­lun­gen für die Rück­kehr ins Büro sind den Arbeit­neh­mern aktu­ell beson­ders wich­tig. Abbil­dung: IBA

Büroarbeitsplätze, die gemäß der Sicherheitsregelungen eingerichtet werden, können auch zukünftig für ungestörte Einzelarbeit genutzt werden. Abbildung: Girsberger

Büro­ar­beits­plät­ze, die gemäß der Sicher­heits­re­ge­lun­gen ein­ge­rich­tet wer­den, kön­nen auch zukünf­tig für unge­stör­te Ein­zel­ar­beit genutzt wer­den. Abbil­dung: Girs­ber­ger

Es ist Zeit für eine ers­te Bilanz: Wie haben Ange­stell­te die Arbeit am Heim­ar­beits­platz im Ver­gleich zur Arbeit im Büro wahr­ge­nom­men? Und was kön­nen Unter­neh­men aus die­sen Erfah­run­gen mit­neh­men? Im Auf­trag des IBA hat das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut For­sa im April ins­ge­samt 1.000 Beschäf­tig­te in Deutsch­land zu ihrer Ein­schät­zung der Heim­ar­beit sowie der schritt­wei­sen Rück­kehr an den Büro­ar­beits­platz befragt.

Neue Hygienestandards etablieren

Die Rück­kehr ins Büro ist für vie­le Mit­ar­bei­ter, die aktu­ell im Home-Office arbei­ten, ein erfreu­li­cher Schritt. Denn oft­mals kann der Heim­ar­beits­platz weder bei der Aus­stat­tung noch bei den Mög­lich­kei­ten zur Team­ar­beit mit dem Büro mit­hal­ten. Aller­dings hat die Coro­na-Kri­se auch viel Unsi­cher­heit hin­sicht­lich der not­wen­di­gen Schutz­maß­nah­men erzeugt. So haben 38 Pro­zent der Arbeit­neh­mer Beden­ken geäu­ßert, an ihre regu­lä­ren Arbeits­plät­ze zurück­zu­keh­ren. Dabei sind beson­ders Frau­en und jün­ge­re Beschäf­tig­te skep­tisch gewe­sen, wie sicher eine Rück­kehr ins Büro gestal­tet wer­den kann. Vor allem die­se Grup­pen haben sich geziel­te Maß­nah­men des Arbeit­ge­bers für ein siche­res Arbeits­um­feld gewünscht, neben der Mög­lich­keit, wei­ter­hin auch von zu Hau­se aus arbei­ten zu kön­nen .

Bedenken und Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigen

Neben den durch das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um fest­ge­leg­ten Sicher­heits­stan­dards für die Büro­ar­beit soll­ten Arbeit­ge­ber also auch die indi­vi­du­el­len Beden­ken und Bedürf­nis­se der Mit­ar­bei­ter berück­sich­ti­gen. So haben sich mehr als die Hälf­te bei der Rück­kehr ins Büro ver­bes­ser­te Hygie­ne­re­ge­lun­gen und -vor­rich­tun­gen gewünscht, wie bei­spiels­wei­se die Bereit­stel­lung von Des­in­fek­ti­ons­mit­teln durch ihren Arbeit­ge­ber. Wei­te­re 36 Pro­zent möch­ten klar for­mu­lier­te Abstands­re­ge­lun­gen und 33 Pro­zent haben ange­ge­ben, sie benö­ti­gen zur Ein­hal­tung des Min­dest­ab­stands von 1,5 m mehr Platz. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les emp­fiehlt hier­zu, Arbeits­ab­läu­fe so zu gestal­ten, dass Beschäf­tig­te mög­lichst wenig Kon­takt zuein­an­der haben, etwa durch Schicht­plä­ne. Auch wenn nur jeder Fünf­te (21 Pro­zent) eine Mas­ken­pflicht im Büro befür­wor­ten wür­de, soll­ten den Arbeit­neh­mern geeig­ne­te Nase-Mund-Bede­ckun­gen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Längerfristige Anpassungen vorbereiten

Ein­deu­tig zu kurz kam den Arbeit­neh­mern im Home-Office das sozia­le Mit­ein­an­der. Beson­ders den per­sön­li­chen Kon­takt zu den Kol­le­gen (80 Pro­zent) sowie die gemein­sa­me Team- und Pro­jekt­ar­beit (40 Pro­zent) ver­mis­sen die Befrag­ten im Home-Office. Eine wich­ti­ge Fol­ge­rung aus der Coro­na-Kri­se kann also für die Arbeit­ge­ber auch sein, die­se Aspek­te im Büro mehr als bis­her zu för­dern. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zo­nen und Team­ar­beits­räu­me unter­stüt­zen dyna­mi­sche Arbeits­wei­sen und den krea­ti­ven Aus­tausch. Auch die Ein­rich­tung von Mee­ting-Points für infor­mel­le Tref­fen lohnt sich lang­fris­tig, denn der per­sön­li­che Aus­tausch zwi­schen den Mit­ar­bei­tern ist für Betriebs­kli­ma und Kul­tur sehr wich­tig. Gleich­zei­tig gilt es die im Home-Office oft noch impro­vi­sier­ten Web­kon­fe­ren­zen zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren. Etwa ein Vier­tel (27 Pro­zent) der Befrag­ten ist auf den Geschmack gekom­men und wünscht sich für die Rück­kehr ins Büro ver­bes­ser­te Mög­lich­kei­ten für Video­kon­fe­ren­zen.

Kombination Home-Office und Büro für den Arbeitsplatz der Zukunft

Wäh­rend der hei­mi­sche Arbeits­platz in vie­ler­lei Hin­sicht schlech­ter bewer­tet wird, emp­fin­den 62 Pro­zent der Befrag­ten die Ruhe zu Hau­se als ech­ten Plus­punkt. Auch das dürf­te ein Grund dafür sein, dass 74 Pro­zent aller Arbeit­neh­mer sich gewünscht haben, wei­ter­hin zeit­wei­se im Home-Office arbei­ten zu kön­nen. Aller­dings hängt die Eig­nung des Home-Offices für kon­zen­trier­te Ein­zel­ar­beit stark von der Lebens­si­tua­ti­on ab. Ins­be­son­de­re Eltern von Kin­dern unter elf Jah­ren hat­ten in den letz­ten Wochen kaum die Chan­ce, zu Hau­se in Ruhe zu arbei­ten. Daher dür­fen auch bei einer Aus­wei­tung der Arbeit zu Hau­se die Orte für unge­stör­tes Arbei­ten in den Büros nicht feh­len. Vor­stell­bar wären hier etwa ein­zel­ne durch Glas abge­trenn­te Ruhe­zo­nen, die bei Bedarf für jeden Mit­ar­bei­ter frei zugäng­lich sind. Ein ande­rer Ansatz­punkt wäre, die kurz­fris­tig erfor­der­li­chen Schutz­wän­de so aus­zu­wäh­len, dass sie über Coro­na hin­aus auch als Schall­schir­me die­nen kön­nen.

Bedingungen für effiziente Arbeit zu Hause und im Büro verbessern

Für Hen­drik Hund, Vor­sit­zen­der des Indus­trie­ver­bands Büro und Arbeits­welt e. V., steht fest, dass die Coro­na-Kri­se die Büro­ar­beit ver­än­dern wird. „Unter­neh­men wer­den in den nächs­ten Jah­ren dar­auf ange­wie­sen sein, ihre Pro­duk­ti­vi­tät deut­lich zu erhö­hen. Dabei hilft es, dass die Erfah­run­gen der letz­ten Wochen zu einer Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung geführt haben. Dazu gehört aber auch, die Vor­aus­set­zun­gen für effi­zi­en­tes Arbei­ten im Büro und zu Hau­se zu ver­bes­sern. Den dafür not­wen­di­gen Pla­nungs­pro­zess soll­ten Arbeit­ge­ber jetzt ansto­ßen.“