New Work meint mehr als nur neue Büro­mö­bel. Das The­ma hat auch eine kul­tu­rel­le und media­le Dimen­si­on. Mal­te Tschört­ner, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter des Archi­tek­tur- und Bera­tungs­un­ter­neh­mens CSMM, erläu­tert sie.

Innenarchitektur und Bürokonzept: CSMM – architecture matters. Abbildung: Christian Krinninger

Innen­ar­chi­tek­tur und Büro­kon­zept: CSMM – archi­tec­tu­re mat­ters.
Abbil­dung: Chris­ti­an Krin­nin­ger

Natür­lich sind moder­ne Büros schön. Mit­ar­bei­ter wol­len sich mit ihrer Arbeits­um­ge­bung iden­ti­fi­zie­ren. Doch New Work ist mehr als eine schö­ne Ober­flä­che. Dass Büros heu­te so aus­se­hen wie sie aus­se­hen, ist der Tat­sa­che geschul­det, dass die Bedürf­nis­se der Ange­stell­ten in den Mit­tel­punkt gestellt wer­den. Arbeits­wel­ten wer­den end­lich als Teil des Pro­zes­ses gese­hen und nicht nur als Ort des Pro­zes­ses. Das ist ein Para­dig­men­wech­sel. Zukunfts­ori­en­tier­te Unter­neh­mer wis­sen, was Stu­di­en zuletzt belegt haben: Eine Büro­um­ge­bung, die den Mit­ar­bei­tern Spaß macht, sorgt für Leis­tung und Moti­va­ti­on.

Virtueller Rundgang durch neue Büroflächen

Die Bereit­stel­lung neu­er Büro­flä­chen wird zuneh­mend ver­knüpft mit der Rea­li­sie­rung einer maß­ge­schnei­der­ten Arbeits­welt. Vir­tu­al Rea­li­ty spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le. Hoch­auf­lö­sen­de Bril­len und Bild­schir­me ermög­li­chen es den Ange­stell­ten, vor­ab durch ein neu­es Büro­ge­bäu­de zu lau­fen. Sie kön­nen räum­li­che Dimen­sio­nen ein­schät­zen und Per­spek­ti­ven wech­seln. Vor allem kön­nen sie Aus­stat­tungs­ele­men­te wie Trenn­wän­de oder Ober­flä­chen anpas­sen und indi­vi­dua­li­sie­ren. Ana­log zum Kon­fi­gu­ra­tor beim Auto­kauf ist so die Büro­kon­fi­gu­ra­ti­on in Echt­zeit mög­lich.

Um die Immo­bi­lie vor­ab erleb­bar zu machen, funk­tio­nie­ren immer öfter Mar­ke­ting-Loun­ges als drei­di­men­sio­na­les Mood­board. Als Raum­col­la­ge ver­mit­telt es das Farb- und Mate­ri­al­kon­zept, hap­ti­sche Ober­flä­chen­qua­li­tä­ten sowie die Wer­tig­keit des Objekts. Die Loun­ges müs­sen dabei kein Abbild des pro­jek­tier­ten Gebäu­des dar­stel­len oder den Mus­ter­aus­bau des Büros vor­weg­neh­men. Viel­mehr wird ein insze­nier­ter Ort kre­iert, der Atmo­sphä­re schafft und die Iden­ti­tät der künf­ti­gen Immo­bi­lie räum­lich und tak­til umsetzt. 

Nur die Flexibilität darf in Stein gemeißelt sein

Der Vor­teil so kon­zi­pier­ter Gebäu­de: Sie las­sen sich fle­xi­bel an ver­än­der­te Bedürf­nis­se anpas­sen und kön­nen sich ver­än­dern­de tech­ni­sche Para­me­ter erfül­len. Bera­ter und Archi­tek­ten bil­den heu­te ver­schie­de­ne mög­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­for­men bereits im Grund­riss ab. Dazu spie­len sie ver­schie­de­ne Ent­wick­lungs­sze­na­ri­en eines Unter­neh­mens durch: Wie könn­te sich des­sen Grö­ße ver­än­dern? Wie könn­ten dies Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge und Arbeits­ab­läu­fe tun? Wie kann der Raum unkom­pli­ziert auf neue Anfor­de­run­gen ein­ge­stellt wer­den? Das ein­zi­ge, was heu­te bei einem Büro­kon­zept in Stein gemei­ßelt sein darf, ist sei­ne Fle­xi­bi­li­tät.

Plattformen für die Entfaltung der Nutzer

Gewer­be­im­mo­bi­li­en wer­den im Jahr 2020 weni­ger Archi­tek­tur­pro­duk­te sein als viel­mehr Platt­for­men, auf denen sich die Nut­zer ent­fal­ten. Raum­kon­zep­te ver­schmel­zen mit den Mit­ar­bei­tern zum Arbeits­er­geb­nis, indem sie wie Dopa­min für das Gehirn der Ange­stell­ten wir­ken. Das Büro wird zur Meta­pher.

Malte Tschörtner

Abbil­dung: Eva Jün­ger

Dipl-Ing. Malte Tschörtner,

Archi­tekt und geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter, CSMM.
cs-mm.com