Nicht nur im Haus­halt, auch im Office sam­melt sich aus­ge­dien­te Elek­tro­nik an. Der heu­ti­ge Cir­cu­lar Elec­tro­nics Day ruft dazu auf, ver­meint­li­chen Elek­tro­schrott als Res­sour­ce zu betrach­ten und im Wirt­schafts­kreis­lauf zu behal­ten.

Inwieweit sich elektronische Geräte wiederverwerten lassen, ist heute ein wichtiges Kriterium bei einem Neukauf. Abbildung: Jeremy Perkins/Unsplash

Inwie­weit sich elek­tro­ni­sche Gerä­te wie­der­ver­wer­ten las­sen, ist heu­te ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um bei einem Neu­kauf. Abbil­dung: Jere­my Perkins/Unsplash

Ein Gebot der Stunde: Denken in Kreisläufen. Abbildung: TCO Development

Ein Gebot der Stun­de: Den­ken in Kreis­läu­fen. Abbil­dung: TCO Deve­lop­ment

Der Cir­cu­lar Elec­tro­nics Day soll Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­brau­cher zu einem ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te­ren Umgang mit den von ihnen ver­wen­de­ten elek­tro­ni­schen Gerä­ten anre­gen. Hin­ter der Initia­ti­ve ste­hen bei­spiels­wei­se das Netz­werk European Evi­ron­men­tal Bureau, das Inter­na­tio­nal Insti­tu­te for Indus­tri­al Evi­ron­men­tal Eco­no­mics der Uni­ver­si­tät Lund in Schwe­den, das schwe­di­sche Umwelt­in­sti­tut IVL und TCO Deve­lop­ment als Exper­te für nach­hal­ti­ge IT-Pro­duk­te. Mit dem Hash­tag #Cir­cu­larElec­tro­nics­Day ermu­ti­gen die Orga­ni­sa­to­ren sowohl Fir­men und Inter­es­sen­grup­pen als auch Ein­zel­per­so­nen dazu, Elek­tro­nik ver­ant­wor­tungs­voll zu benut­zen und sich für einen voll­stän­di­gen Pro­dukt­kreis­lauf mit Wie­der­ver­wer­tung der Ein­zel­tei­le ein­zu­set­zen. Jeder kann sei­nen Bei­trag leis­ten.

Bestehende Probleme der linearen Wirtschaft

In der heu­ti­gen linea­ren Wirt­schaft benö­tigt die Her­stel­lung von Pro­duk­ten, denen oft nur eine kur­ze Lebens­dau­er beschie­den ist, end­li­che natür­li­che Res­sour­cen. Dies führt zu einer Viel­zahl erns­ter Pro­ble­me, die die mensch­li­che Gesund­heit und die Umwelt beein­träch­ti­gen. Von der Roh­stoff­ge­win­nung bis zur End­mon­ta­ge sind Arbeits­zei­ten, Arbeits­ge­sund­heit und Arbeits­si­cher­heit sowie Zwangs­ar­beit ein bran­chen­wei­tes Pro­blem. Es kommt hin­zu, dass soge­nann­te Kon­flikt­mi­ne­ra­li­en, die in IT-Pro­duk­ten Ver­wen­dung fin­den, dafür bekannt sind, Krie­ge und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu begüns­ti­gen. Außer­dem wer­den durch die Aus­beu­tung der Natur wert­vol­le natür­li­che Res­sour­cen über­stra­pa­ziert. Und dann gibt es eben das Pro­blem mit dem Elek­tro­schrott: Welt­weit fal­len jähr­lich 50 Mil­lio­nen Ton­nen davon an. Elek­tro­schrott wird unsach­ge­mäß gehand­habt, was zu wei­te­ren Risi­ken für Mensch und Umwelt führt.

Verantwortung tragen und in Kreisläufen denken

Auch wenn die Her­stel­ler letzt­end­lich die Ver­ant­wor­tung für ihre Pro­duk­te tra­gen, müs­sen ande­re Inter­es­sen­grup­pen wie Poli­ti­ker, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Käu­fer zusam­men­ar­bei­ten und zur Lösung der Pro­ble­ma­tik bei­tra­gen. Gera­de die Über­le­gun­gen vor einem Neu­kauf sind ent­schei­dend:

  • Wird das Pro­dukt wirk­lich benö­tigt?
  • Kann es aus zwei­ter Hand erwor­ben wer­de?
  • Ist es mög­lich, das Pro­dukt zu mie­ten?
  • Kann das bereits vor­han­de­ne Pro­dukt repa­riert oder auf­ge­rüs­tet wer­den?

Oft kann die Lebens­dau­er eines vor­han­de­nen und älte­ren Geräts ver­län­gert wer­den. Dar­auf lässt sich auch beim Kauf eines neu­es Geräts ach­ten: Das anzu­schaf­fen­de Pro­dukt soll­te Repa­ra­tu­ren und Upgrades zulas­sen, Ser­vice­hand­bü­cher sowie Ersatz­tei­le soll­ten leicht erhält­lich sein. Zudem ist es rat­sam, zu einem Pro­dukt zu grei­fen, bei dem sich der Akku tau­schen lässt. Bei der Ent­schei­dung für ein Pro­dukt ist eine Nach­hal­tig­keits­zer­ti­fi­zie­rung her­an­zu­zie­hen, die die Kri­te­ri­en für einen zir­ku­lä­ren Wirt­schafts­kreis­lauf beinhal­tet. Es emp­fiehlt sich eine Zer­ti­fi­zie­rung nach ISO 14024. Die Kri­te­ri­en die­ser Zer­ti­fi­zie­run­gen müs­sen umfas­send sein und den gesam­ten Lebens­zy­klus des Pro­dukts abde­cken.

Verbraucher haben erheblichen Einfluss

Alte Pro­duk­te muss man nicht sofort weg­wer­fen, sie kön­nen ver­kauft wer­den. Man kann sie eben­so bei einer Auf­be­rei­tungs- oder Recy­cling­ein­rich­tung abge­ben oder einer ande­ren Sam­mel­stel­le zufüh­ren, bei der die Mate­ria­li­en fach­ge­recht ent­sorgt wer­den. „Wenn sich Orga­ni­sa­tio­nen zusam­men­schlie­ßen, kön­nen wir ech­te Ver­än­de­run­gen bewir­ken. Beim Cir­cu­lar Elec­tro­nics Day wol­len wir dazu anre­gen und Bei­spie­le dafür geben, wie Ver­brau­cher und Orga­ni­sa­tio­nen durch klei­ne, all­täg­li­che Ent­schei­dun­gen einen gro­ßen Ein­fluss haben kön­nen“, sagt Han­na Ljung­kvist Nor­din vom schwe­di­schen Umwelt­in­sti­tut IVL, eine der Initia­to­ren des Cir­cu­lar Elec­tro­nics Day.