Vir­tu­al Rea­li­ty ist auch im Office auf dem Vor­marsch. Die Gra­fik­de­si­gne­rin und Illus­tra­to­rin Anja Nol­te tes­te­te für uns die VR-Lösung Labo­ra­me für den Büro­be­reich – ent­spre­chend ganz vir­tu­ell.

Die VR-Lösung Laborame im Einsatz. Abbildung: Anja Nolte

Die VR-Lösung Labo­ra­me im Ein­satz. Abbil­dung: Anja Nol­te

„Arbei­test du noch, oder ist dir schon wie­der schwind­lig?“, fragt ein Kol­le­ge den ande­ren. Bei­de arbei­ten mit Pro­duk­ten aus dem Office-VR-Seg­ment. Mehr als die Hälf­te aller Nut­zer von Vir­tu­al-Rea­li­ty-Lösun­gen lei­det unter der soge­nann­ten VR-Krank­heit. Eine von vie­len Her­aus­for­de­run­gen, die es für Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung vir­tu­el­ler Arbeits­plät­ze zu meis­tern gilt. Labo­ra­me ist nicht nur die ers­te schwin­del­freie, son­dern auch die am wei­tes­ten in die Zukunft wei­sen­de VR-Lösung für den Büro­be­reich. Ich gehör­te zu den weni­gen aus­ge­wähl­ten Beta­tes­tern. Hier mein Erfah­rungs­be­richt.

Mit allen Sinnen das Büroabenteuer erleben

Nach aller­lei Büro­kra­tie steht das Test­pro­dukt end­lich vor mir: Labo­ra­me. Schon die Ver­pa­ckung – eine rie­si­ge Ver­lo­bungs­ring­schach­tel – kommt einem Antrag zum „Ja, ich will!“ gleich. Dar­in liegt ein etwas klo­bi­ger Ring sowie Implan­tat und Pro­zes­sor. Labo­ra­me erwei­tert bekann­te Tech­no­lo­gien um elek­tro­sen­so­ri­sche Ver­bin­dun­gen zu einem visu­el­len, hap­ti­schen und olfak­to­ri­schen neu­ro­na­len Sys­tem. Ergo wer­de ich im vir­tu­el­len Raum hören, sehen, füh­len und sogar rie­chen kön­nen. Vor­her unab­ding­bar: der Arzt­be­such. Kurz und schmerz­los, da ört­lich betäubt, wird das Implan­tat hin­ter dem Ohr sub­der­mal plat­ziert und ange­schlos­sen. Nun bin ich bes­tens gerüs­tet für mein VR-Arbeits­aben­teu­er.

Die Reise beginnt mit einer neuen Assistentin

Obwohl man Labo­ra­me dank WLAN über­all nut­zen kann, tes­te ich es zur Sicher­heit erst ein­mal im eige­nen Büro. Die Akti­vie­rung ist denk­bar ein­fach. Drei­ma­li­ges Drü­cken des Knopfs auf dem Ring. Ers­ter Klick: WLAN con­nect. Zwei­ter Klick: Auf­bau zu mei­nem Ser­ver­netz­werk und der Cloud. Zuletzt Akti­vie­rung des Mul­ti­sen­sors mit dem drit­ten Klick, und dann – Beam me up, Scot­ty – geht es los. Die Welt um mich her­um ver­geht lang­sam. Woh­li­ges Wald­grün senkt sich nie­der. Vor mir mate­ria­li­siert sich, den Kopf in eine Kugel aus leuch­ten­dem Plas­ma­gelb gehüllt, Labo­ra, das Core­stück des Sys­tems, mei­ne Arbeits­as­sis­ten­tin.

Wie wollen wir aussehen im virtuellen Büro?

Next: Set­up. Ava­tar. Wie ich aus­se­hen will, fragt sie mich. Spa­cig leuch­ten­des Cyborg­brain. Woll­te ich schon immer mal sein. Jetzt gesche­hen. Wo ich arbei­ten will? Ich spre­che mei­ne Vor­stel­lun­gen aus, die wie­der­um sofort umge­setzt wer­den. Was auch immer ich sage oder wün­sche, die voll­kom­me­ne ver­bal­vi­su­el­le Trans­for­ma­ti­on geht durch mich hin­durch. Tip­pen, scrol­len, copy & pas­te – Schnee von ges­tern. Labo­ra, bit­te öff­ne mir den Arti­kel, an dem ich zuletzt gear­bei­tet habe. Ich dik­tie­re, las­se „New Work“ strei­chen und durch „Arbeit 4.0“ erset­zen. Was genau bedeu­tet Bodym­o­di­fi­ca­ti­on? Labo­ra recher­chiert und lie­fert Extrak­te samt Quel­len­an­ga­ben. Bild­ma­te­ri­al? Bil­der rau­schen durch den Raum, in mir. Urhe­ber­rech­te, Bild­li­zen­zen erwer­ben oder gar Ange­bo­te für neu zu erstel­len­des Bild­ma­te­ri­al ein­ho­len? Sol­che Auf­ga­ben und mehr erle­digt Labo­ra im Hin­ter­grund, ganz neben­bei. Und wenn ich sel­ber zeich­nen will? Schon liegt der Zei­chen­block vor mir, ich füh­le – ja füh­le! – den Stift in mei­ner Hand. Was will man mehr?

Krö­nen­der Abschluss: Tref­fen mit den ande­ren Tes­tern zum Cowor­king in mei­ner vir­tu­el­len Welt. Sze­na­rio Kun­den­mee­ting. Einen Hei­den­spaß macht das. Wir lüm­meln auf mei­ner vir­tu­el­len Couch, tau­schen Erfah­run­gen mit der Soft­ware aus und belus­ti­gen uns über das gegen­sei­ti­ge Aus­se­hen.

Mein Fazit: Viel Spaß mit New Work

Ein ein­zig­ar­tig vir­tu­el­les Erleb­nis. Ich kann hören, sehen, rie­chen und füh­len. Zeit­li­che, räum­li­che und orga­ni­sa­to­ri­sche Fle­xi­bi­li­tät. Frei­raum für Krea­ti­vi­tät und Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit. So macht Arbeit wirk­lich Spaß. Ein­zi­ger Schwach­punkt: Der klei­ne, aber not­wen­di­ge inva­si­ve Ein­griff ist sicher nicht jeder­manns Sache.

Sie möch­ten Labo­ra­me auch tes­ten? Machen Sie es wie ich: Erfin­den Sie das Pro­dukt in Ihrer Phan­ta­sie, leben Sie sich dar­in aus, und bezeich­nen Sie das Gan­ze dann noch als Arbeit. Will­kom­men in unse­rer neu­en Zeit.

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LABORAME von Anja Nol­te Art­work auf Vimeo.

 

Anja Nol­te,

Autorin, Künst­le­rin, Desi­gne­rin.

anjanolte.com