Wel­chen Ein­fluss hat eine schlech­te Raum­akus­tik auf die im Büro Täti­gen? Im Rah­men der Fach­mes­se Acous­tex 2019 spra­chen wir dar­über mit dem Psy­cho­akus­ti­ker Ben­ja­min Mül­ler vom Fraun­ho­fer-Insti­tut für Bau­phy­sik in Stutt­gart.

Die „acoustex 2019“, Fachmesse für Noise-Control und Sound-Design, findet am 1. und 2. Oktober in Dortmund statt. Abbildung: Westfalenhallen Unternehmensgruppe

Die Acous­tex 2019, Fach­mes­se für Noi­se-Con­trol und Sound-Design, fin­det am 1. und 2. Okto­ber in Dort­mund statt. Abbil­dung: West­fa­len­hal­len Unter­neh­mens­grup­pe

OFFICE ROXX: Herr Mül­ler, war­um ist die Raum­akus­tik in Büro­um­ge­bun­gen ein so wich­ti­ges The­ma?

Ben­ja­min Mül­ler: Das The­ma ist heu­te aktu­el­ler denn je. Immer mehr Deut­sche arbei­ten im Büro (der­zeit etwa 17 Mil­lio­nen) und ver­brin­gen dort einen gro­ßen Teil ihrer Lebens­zeit. Laut einer Befra­gung unse­res Insti­tuts von 2011 zur Wich­tig­keit von Raum­pa­ra­me­tern für Mit­ar­bei­ten­de in Büros, nimmt die Akus­tik den ers­ten Platz ein. Über 20 Pro­zent aller Beschäf­tig­ten in Büros füh­len sich durch Lärm im Büro außer­dem häu­fig oder sehr häu­fig gestört (BSO-Stu­die, 2015).

Der „lei­se Lärm“ ist eine der Ursa­chen für die zuneh­men­den psy­chi­schen Belas­tun­gen im Büro, denn unser Gehör lässt sich nicht „abschal­ten“. Geräu­sche wer­den vom Gehirn (sogar im Schlaf) auto­ma­tisch erkannt und ver­ar­bei­tet. Denn evo­lu­tio­när bedingt ist das Gehör unser Alar­mor­gan und damit immer wach­sam.

Wie hat sich das The­ma „Lärm im Büro“ in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt?

Aktu­ell fin­den in vie­len Unter­neh­men in Deutsch­land Umstruk­tu­rie­run­gen statt. Die neu­en Büros sind meist grö­ßer und offe­ner. Klei­ne­re Büros, wel­che in Bezug auf Stö­rung durch Lärm sel­ten Pro­ble­me mit sich brach­ten, wer­den aus Grün­den der Flä­chen­ef­fi­zi­enz zuneh­mend abge­schafft. Auf­grund des stei­gen­den Bedarfs an Lösun­gen für Open-Space-Offices drän­gen immer mehr Her­stel­ler von Akus­tik­pro­duk­ten auf den Markt. Unse­rer Erfah­rung nach brin­gen nicht alle Pro­duk­te die ver­spro­che­ne Wir­kung. Außer­dem müs­sen die Lösun­gen sinn­voll ein­ge­setzt wer­den, um wirk­sam zu sein.

Wel­che Rol­le spielt die moder­ne Büro-Archi­tek­tur dabei?

Moder­ne Büro-Archi­tek­tur kann ein Aus­lö­ser für Lärm im Büro sein. Die offe­nen Büro­zo­nen, oft mit schall­har­ten Glas­ele­men­ten und beton­kern­ak­ti­vier­ten Decken, brin­gen vie­le Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Gute Pla­nung unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Akus­tik durch Exper­ten ist das A und O. Es kön­nen durch­aus akus­tisch gute Flä­chen gestal­tet wer­den, wenn die Pla­nung gewis­sen­haft durch­ge­führt wird. Neben der akus­ti­schen Pla­nung ist es auch wich­tig, die Arbeits­wei­se und -tätig­keit sowie die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on zu berück­sich­ti­gen, wenn Büro­flä­chen neu gestal­tet wer­den.

Oft­mals steckt hin­ter neu­en, offe­nen Büro­kon­zep­ten die Idee, dass eine stär­ke­re Kol­la­bo­ra­ti­on und schnel­le­re Abspra­che zwi­schen den Mit­ar­bei­ten­den durch räum­li­che Nähe ermög­licht wird. Eine Har­vard-Stu­die von 2018 hat aber gezeigt: Die Kom­mu­ni­ka­ti­on nach einem Umzug der Mit­ar­bei­ten­den von klei­nen Büros in eine offe­ne Büro­flä­che ent­wi­ckelt sich anders als gedacht. Direk­te Gesprä­che mit Kol­le­gen redu­zie­ren sich um 70 Pro­zent, die Kom­mu­ni­ka­ti­on via E-Mail stei­gert sich um 56 Pro­zent, die Kom­mu­ni­ka­ti­on über elek­tro­ni­sche Sofort­nach­rich­ten sogar um 67 Pro­zent. Aus­lö­ser dafür ist nach Stu­di­en des Fraun­ho­fer IBP die sin­ken­de Pri­vat­heit und eine höhe­re Sprach­ver­ständ­lich­keit. Mit­ar­bei­ten­de wol­len ihre Kol­le­gen nicht stö­ren und ver­rin­gern per­sön­li­che Abspra­chen im Büro.

Kann Lärm am Arbeits­platz krank machen?

Ver­schie­dens­te Stu­di­en seit 1976 zei­gen nega­ti­ve Ein­flüs­se von ver­ständ­li­cher Spra­che auf kogni­ti­ve Pro­zes­se. In meh­re­ren Pro­ban­den­stu­di­en wur­de der Effekt außer­dem expli­zit bei Büro-Hin­ter­grund­ge­räu­schen nach­ge­wie­sen. Der Sprach­pe­gel ist dabei – sofern die Spra­che ver­ständ­lich ist – kaum rele­vant, son­dern vor­ran­gig die Sprach­ver­ständ­lich­keit. Zwi­schen Sprach­schall in Mut­ter­spra­che und Fremd­spra­che gibt es übri­gens inter­es­san­ter­wei­se kei­nen signi­fi­kan­ten Unter­schied in Bezug auf den Abfall der kogni­ti­ven Leis­tungs­fä­hig­keit. In einer schwei­ze­ri­schen Befra­gung (SBiB-Stu­die, 2010) gaben Beschäf­tig­te an, dass sie in grö­ße­ren Büro­for­men signi­fi­kant öfter und län­ger durch Tele­fo­na­te sowie Gesprä­che ande­rer im Raum gestört wer­den. Nach einer Stu­die von Bodin Dani­els­son et al. (2014) steigt sogar der Anteil der selbst­be­rich­te­ten Kurz­zeit­er­kran­kun­gen signi­fi­kant, wenn grö­ße­re Büro­for­men mit Zel­len- oder Team­bü­ros ver­gli­chen wer­den.

Mit ste­ti­ger Maxi­mie­rung der Flä­chen­ef­fi­zi­enz ist also ein lärm- und stress­be­ding­ter Ver­lust an Arbeits­leis­tung ver­bun­den. Somit ent­ste­hen für den Arbeit­ge­ber Kos­ten, da die Pro­duk­ti­vi­tät der Mit­ar­bei­ten­den ver­rin­gert wird. Die­ser Fak­tor wird bei der Bilan­zie­rung der gespar­ten Kos­ten durch grö­ße­re Büros meist nicht betrach­tet.

Ab wann wer­den Geräu­sche als stö­rend wahr­ge­nom­men?

Dies ist stark abhän­gig von der Geräuschart. Ein Sum­men­pe­gel allei­ne lässt kei­ne Aus­sa­gen über die zu erwar­ten­de Stö­rung zu. Bei­spiels­wei­se kommt es dar­auf an, ob das Geräusch beson­ders hoch­fre­quent, ton­hal­tig oder fluk­tu­ie­rend ist. Aus Stu­di­en weiß man, dass das vege­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem des Men­schen ab einem Geräusch­pe­gel von 60 dB(A) – das ent­spricht einer Unter­hal­tung – nega­tiv beein­flusst wird. Beson­ders sprach­li­cher Stör­schall hat nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen. Er führt schon ab einem Pegel von 35 dB(A) – das ent­spricht einem Flüs­tern oder dem Ticken einer Uhr – zu Leis­tungs­ein­bu­ßen des Arbeits­ge­dächt­nis­ses.

In Büros kommt zudem der soge­nann­te Lom­bard-Effekt zum Tra­gen: Er beschreibt die Anpas­sung des Sprach­pe­gels an die akus­ti­schen Bedin­gun­gen der Umge­bung. Dies führt zu einem immer wei­te­ren Auf­schau­keln des Pegels im Büro, des­to mehr spre­chen­de Per­so­nen anwe­send sind.

Wel­che Anfor­de­run­gen gibt es an die Akus­tik von Büro­räu­men?

Die akus­ti­sche Qua­li­tät von Büro­räu­men wird inter­na­tio­nal anhand der DIN EN ISO 3382-3 (Akus­tik – Mes­sung von Para­me­tern der Raum­akus­tik – Teil 3: Groß­raum­bü­ros) gemes­sen. Bezüg­lich der Ein­ord­nung der Mess­ergeb­nis­se in Qua­li­täts­stu­fen gibt es je nach Land unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen. Bei uns in Deutsch­land kann zur Beur­tei­lung der akus­ti­schen Qua­li­tät von Räu­men die DIN 18041 (Hör­sam­keit in Räu­men) ver­wen­det wer­den, wel­che jedoch nicht spe­zi­fisch Büros betrach­tet, son­dern vie­le Räu­me des all­täg­li­chen Lebens.

Spe­zi­ell auf die akus­ti­schen Bedin­gun­gen in Büros ist die VDI-Richt­li­nie 2569 aus­ge­rich­tet, wel­che 2016 als Ent­wurf ver­öf­fent­licht wur­de. Mit die­ser lässt sich die akus­ti­sche Qua­li­tät eines Büro­raums anhand von Mes­sun­gen an meh­re­ren Arbeits­plät­zen im Büro nach den Vor­ga­ben der DIN EN ISO 3382-3 in die Klas­sen A, B und C ein­ord­nen. Für die Bewer­tung der Qua­li­tät von Mehr­per­so­nen­bü­ros sind die räum­li­che Abkling­ra­te von Spra­che D2,S und der A-bewer­te­te Schall­druck­pe­gel von Spra­che in vier Meter Ent­fer­nung LP,A,S,4m sowie die Nach­hall­zeit T und der Grund­ge­räusch­pe­gel LNA,Bau rele­vant.

Zusätz­lich wur­de 2018 die ASR A3.7 „Lärm“ (Richt­li­nie des Aus­schus­ses der Arbeits­stät­ten) ver­öf­fent­licht, wel­che eben­falls Vor­ga­ben zur raum­akus­ti­schen Aus­stat­tung von Büros macht. Die Vor­ga­ben rich­ten sich jedoch nur an die Nach­hall­zeit im Raum und berück­sich­ti­gen nicht ande­re Para­me­ter der DIN EN ISO 3382-3.

Rei­chen die Nor­men aus, um ein unge­stör­tes Arbei­ten im Büro zu ermög­li­chen?

Die Nor­men und Anfor­de­run­gen gewähr­leis­ten eine Min­dest­qua­li­tät von Büro­flä­chen. Mess­grö­ßen, von denen wir wis­sen, dass sie mit der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung und der zu erwar­ten­den Leis­tungs­fä­hig­keit im Büro kor­re­lie­ren, fin­den in den Nor­men jedoch aktu­ell zu sel­ten Ver­wen­dung. Bei­spiels­wei­se legen wir in unse­ren Pla­nun­gen Büro­räu­me zusätz­lich zu den typi­schen Para­me­tern anhand des Sprach­ver­ständ­lich­keits­in­dex (STI) aus, wel­cher ein guter Prä­dik­tor für den zu erwar­ten­den Leis­tungs­ab­fall durch ver­ständ­li­che Spra­che ist.

Wie lei­se ist der opti­ma­le Arbeits­platz Ihrer Mei­nung nach?

Aus Sicht der best­mög­li­chen Redu­zie­rung akus­ti­scher Stö­run­gen wäre der opti­ma­le Arbeits­platz ein lei­ses Ein­zel­bü­ro. Dies ist jedoch in den sel­tens­ten Fäl­len mög­lich. Ein Arbeits­platz in grö­ße­ren Büro­for­men soll­te immer opti­mal an die Tätig­keit ange­passt sein und glei­cher­ma­ßen Kol­la­bo­ra­ti­on und Kon­zen­tra­ti­on (zum Bei­spiel durch Zonen, ver­schie­de­ne Arbeits­be­rei­che) erlau­ben. In grö­ße­ren Büro­for­men kann ein etwas lau­te­rer Arbeits­platz (bei­spiels­wei­se durch eine etwas lau­te­re Lüf­tung) sogar bes­ser als ein lei­ser Arbeits­platz sein, da dann Gesprä­che von Kol­le­gen weni­ger gut ver­stan­den wer­den. Das Phä­no­men nennt sich Mas­kie­rung und beschreibt die „Ver­de­ckung“ von Spra­che durch ein infor­ma­ti­ons­lo­ses Hin­ter­grund­ge­räusch (zum Bei­spiel Rau­schen). Aus der Indus­trie­ar­beit gilt jedoch auch in Büros das Gebot der Pegel­re­duk­ti­on, wel­ches in den heu­te für Büros gel­ten­den Nor­men immer noch ver­an­kert ist. Für die Arbeit im Büro ist das nicht ziel­füh­rend, hier soll­te die Sprach­ver­ständ­lich­keit als ent­schei­den­der Fak­tor her­an­ge­zo­gen wer­den.

Wel­che Fak­to­ren beein­flus­sen die Akus­tik in Büro­im­mo­bi­li­en?

Bei der akus­ti­schen Pla­nung von Büro­im­mo­bi­li­en sind immer drei ent­schei­den­de Ein­fluss­fak­to­ren zu betrach­ten, wel­che opti­mal umge­setzt wer­den müs­sen: das Hin­ter­grund­ge­räusch (zum Bei­spiel durch Lüf­tung oder elek­tro­akus­ti­sche Maß­nah­men), die Absorp­ti­on (zum Bei­spiel durch eine Akus­tik­de­cke) und die sich dar­aus erge­ben­de Nach­hall­zeit sowie Schirmung/Schalldämmung (zum Bei­spiel durch Stell­wän­de). Außer­dem wird heu­te auch oft das The­ma Sound­s­cape betrach­tet, also die „Klang­land­schaft“ im Raum.

Mit wel­chen Maß­nah­men kön­nen Pla­ner, Archi­tek­ten und Unter­neh­men die Raum­akus­tik in Büros opti­mie­ren?

Für eine opti­ma­le Akus­tik ist gute Pla­nung durch Exper­ten uner­läss­lich. Dabei wird bei­spiels­wei­se auf mög­lichst hohe Schir­mung und Absorp­ti­on zwi­schen den Mit­ar­bei­ten­den geach­tet. Die Nach­hall­zeit wird durch absor­bie­ren­de Mate­ria­li­en so beein­flusst, dass sie mög­lichst nied­rig und im Fre­quenz­gang line­ar ist. Außer­dem wird das Grund­ge­räusch so ein­ge­stellt, dass es nicht zu lei­se und nicht zu laut sowie breit­ban­dig und nicht fluk­tu­ie­rend im zeit­li­chen Ver­lauf ist.

Oft­mals bie­tet sich eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit (zum Bei­spiel Kli­ma, Akus­tik, Licht) bei der Pla­nung an. Bei­spiels­wei­se wäre eine gering­fü­gig lau­te­re Lüf­tungs­an­la­ge aus akus­ti­scher Sicht bes­ser – neben­bei spart sie auch noch Geld durch ver­bes­ser­te Ener­gie­ef­fi­zi­enz. Es soll­te außer­dem nicht nur flä­chen­wirt­schaft­lich gedacht wer­den, son­dern es müs­sen auch immer die Kos­ten durch ver­min­der­te Pro­duk­ti­vi­tät der Beschäf­tig­ten berück­sich­tigt wer­den. Dies ist eben­falls ein The­ma, an dem wir aktu­ell for­schen. Eine Lösung könn­ten lang­fris­tig per­so­na­li­sier­te akus­ti­sche Umge­bun­gen sein, deren Ein­satz in vie­ler­lei Kon­tex­ten denk­bar und Gegen­stand unse­rer For­schun­gen ist. Außer­dem soll­ten Arbeit­ge­ber das Home-Office und Activi­ty Based Working für beson­ders kon­zen­tra­ti­ons­in­ten­si­ve Arbeit anbie­ten.

Gibt es aktu­ell beson­ders span­nen­de Ent­wick­lun­gen, neue Pro­duk­te oder Trends im Bereich der Büro­akus­tik?

Ein span­nen­der Trend ist momen­tan die Erwei­te­rung raum­akus­ti­scher Maß­nah­men durch elek­tro­akus­ti­sche Lösun­gen. Bei­spiels­wei­se sind Active-Noi­se-Can­cel­ling-Kopf­hö­rer im Büro immer öfter im Ein­satz. Zur Wirk­sam­keit gibt es aktu­ell aller­dings noch kaum Stu­di­en, wes­halb wir in die­sem Bereich selbst for­schen. Ein ande­rer span­nen­der Trend sind sprach­mas­kie­ren­de Maß­nah­men, die auch in Deutsch­land immer öfter zum Ein­satz kom­men. Hier sind vor kur­zem bei­spiels­wei­se neue, mas­kie­ren­de Trenn­wän­de zwi­schen Arbeits­plät­zen auf den Markt gekom­men. Außer­dem gibt es immer mehr Her­stel­ler, die Mas­kie­rung über in die Decke ein­ge­bau­te Laut­spre­cher auch auf dem deut­schen Markt anbie­ten. Dabei geht es neu­er­dings nicht mehr nur um Mas­kie­rung mit Rau­schen, son­dern um die Schaf­fung ange­neh­mer Sound­s­capes, also „Klang­land­schaf­ten“.

Ihr Vor­trag auf der Acous­tex, die am 1. und 2. Okto­ber in Dort­mund statt­fin­det, ver­spricht Ansät­ze gegen „lei­sen Lärm“ aus der ange­wand­ten For­schung. Was sind die Schwer­punk­te Ihrer For­schung?

In unse­rer For­schung set­zen wir meist auf die Kom­bi­na­ti­on zwi­schen bau­phy­si­ka­li­schen und psy­cho­lo­gi­schen Mes­sun­gen sowie Befra­gun­gen. Die­se Metho­dik lässt bei­spiels­wei­se Rück­schlüs­se zu, ob und wie sich raum- sowie elek­tro­akus­ti­sche Maß­nah­men auf das Emp­fin­den von Mit­ar­bei­ten­den sowie auf ihre kogni­ti­ve Leis­tungs­fä­hig­keit aus­wir­ken. In unse­rem Insti­tut betrach­ten wir jedoch nicht nur die akus­ti­schen Aus­wir­kun­gen, son­dern wir unter­su­chen auch ande­re (bau­phy­si­ka­li­sche) Ein­fluss­fak­to­ren wie bei­spiels­wei­se Raum­kli­ma, Licht und Bio­phi­lic-Design. In unse­rem ein­zig­ar­ti­gen Ver­suchs­la­bor der „High Per­for­mance Indoor Envi­ron­ment“ haben wir zudem die Mög­lich­keit, mul­ti­moda­le Stu­di­en durch­zu­füh­ren, also Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen ver­schie­de­nen Ein­fluss­fak­to­ren zu unter­su­chen.

Was kön­nen Büro­pla­ner, Archi­tek­ten und Unter­neh­men an Wis­sen und Erfah­rung von der Mes­se Acous­tex mit ins hei­mi­sche Büro neh­men?

Die Mes­se wird sicher vie­le Pla­nungs­hil­fen und Best Prac­tices bie­ten, um die Büros der Zukunft mensch­zen­trier­ter gestal­ten zu kön­nen. Die­se mensch­zen­trier­te Gestal­tung ist aus unse­rer Sicht hoch­re­le­vant, um Gesund­heit, Zufrie­den­heit und Leis­tungs­fä­hig­keit von Mit­ar­bei­ten­den in Büro­räu­men gewähr­leis­ten zu kön­nen.

Haben Sie abschlie­ßend noch eini­ge Tipps, von denen „Büro­in­sas­sen“ schnell pro­fi­tie­ren kön­nen?

Wich­tig sind „Büro­re­geln“ wie das Füh­ren län­ge­rer Tele­fo­na­te in geson­der­ten Zonen oder Tele­fon­zel­len sowie die Ver­la­ge­rung pri­va­ter Gesprä­che in die kol­la­bo­ra­ti­ven Berei­che. Aus akus­ti­scher Sicht kann das Auf­stel­len von hoch­ab­sor­bie­ren­den Schirm­ele­men­ten zwi­schen Arbeits­plät­zen hel­fen. Auch die Wie­der­ga­be von Mee­res­rau­schen über Active-Noi­se-Can­cel­ling-Kopf­hö­rer kann dazu bei­tra­gen, stö­ren­de Geräu­sche zu mas­kie­ren. Auf der Web­site unse­rer Initia­ti­ve für gesun­de, leis­tungs­för­dern­de Büros www.buero-initiative.de kön­nen Mit­ar­bei­ten­de noch vie­le wei­te­re Tipps fin­den, um in Büros unge­stör­ter, bes­ser und gesün­der arbei­ten zu kön­nen.

Ben­ja­min Johan­nes Mül­ler ist Psy­cho­akus­ti­ker am Fraun­ho­fer-Insti­tut für Bau­phy­sik IBP. In der Grup­pe „Psy­cho­akus­tik und kogni­ti­ve Ergo­no­mie“ forscht er zur Wir­kungs­wei­se raum­phy­si­ka­li­scher Umge­bungs­fak­to­ren und Sound­s­capes auf den Men­schen. Ein beson­de­rer Fokus sei­ner For­schungs­ar­beit liegt auf der The­ma­tik „Büro­ar­beit“ und der damit ver­bun­de­nen Raum­ge­stal­tung.

Nähe­res zum The­ma Raum­akus­tik fin­den sie auch auf akustikaktion.de.