Aus­rei­chend Bewe­gung und gesun­de Ernäh­rung soll­ten im Arbeits­all­tag selbst­ver­ständ­lich sein. Wir spra­chen mit Adria­na Lett­ra­ri vom Fürs­ten­berg Insti­tut über Ansät­ze, die Büro­pau­se gesün­der zu gestal­ten.

Ein Spaziergang mit netten Kollegen kann erholsam wirken. Abbildung: Pexels

Ein Spa­zier­gang mit net­ten Kol­le­gen kann erhol­sam wir­ken. Abbil­dung: Pexels

OFFICE ROXX: Frau Lettrari, vielen Menschen fällt es schwer, sich während der Arbeit gesund zu ernähren und ausreichend zu bewegen …

Adria­na Lett­ra­ri: Abga­be­ter­mi­ne, lan­ge Mee­tings, end­lo­se E-Mails – unser Arbeits­all­tag wird von Zeit­man­gel und dar­aus resul­tie­ren­dem Druck bestimmt. Pau­sen für regel­mä­ßi­ges Essen blei­ben aus. Häu­fig grei­fen wir dann zu iso­lier­ter Glu­ko­se ohne Bal­last­stof­fe. Der Blut­zu­cker­spie­gel sinkt, Ener­gie­ver­lust, Stim­mungs­ab­fall und Heiß­hun­ger­at­ta­cken sind die Fol­gen. Hin­zu kommt, dass Acht­sam­keit für eine Balan­ce zwi­schen Gesund­heit (aus­rei­chend Bewe­gung) und Leis­tung ver­nach­läs­sigt wird. Lang­fris­tig wirkt die­ses Leben und Arbei­ten mit unge­sun­der Ernäh­rung und unzu­rei­chen­der Bewe­gung gesund­heits­schä­di­gend.

Was können Unternehmen tun, um das zu ändern?

Ein wich­ti­ger Schritt ist die Imple­men­tie­rung eines spe­zi­ell auf die jewei­li­ge Orga­ni­sa­ti­on zuge­schnit­te­nen Food-Kon­zepts. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se die Ein­füh­rung eines Ampel­sys­tems oder die Zusam­men­ar­beit mit einem ent­spre­chen­den Koope­ra­ti­ons­part­ner wie dem Fürs­ten­berg Insti­tut. Auch die Bil­dung einer inner­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Food-Com­mu­ni­ty kann sinn­voll sein, die bei­spiels­wei­se zu akti­ven Food- und Move­ment­si­tua­tio­nen auf­ruft (etwa ein gemein­sa­mes Früh­stück mit einem Smoot­hie, zu dem jeder eine Zutat mit­bringt).

Was empfehlen Sie Mitarbeitern, damit eine gesunde Büropause gelingt?

Begin­nen Sie Ihre Pau­se mit einer stil­len Minu­te und fra­gen Sie sich, was Sie aktu­ell benö­ti­gen. Ist es ein Gespräch bei einem Mit­tag­essen mit einem Kol­le­gen? Oder ein Spa­zier­gang, wäh­rend dem Sie durch tie­fe Atem­zü­ge zu sich selbst fin­den? Eine stan­dar­di­sier­te, idea­le Büro­pau­se gibt es nicht, nur die Acht­sam­keit des Moments. In der Pau­se einem funk­tio­na­len Plan zu fol­gen, gleicht einer zusätz­li­chen Auf­ga­be, die nicht immer der indi­vi­du­el­len Ent­span­nung zuträg­lich ist, die Sie gera­de benö­ti­gen.

Gibt es weitere Ansätze, um die Gesundheit und Mitarbeiterzufriedenheit präventiv zu verbessern?

Auch psy­cho­so­zia­le Aspek­te sind eine rele­van­te, nicht zu unter­schät­zen­de Kom­po­nen­te der Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit. Es ist eine Illu­si­on zu glau­ben, dass Her­aus­for­de­run­gen im pri­va­ten All­tag kei­nen Ein­fluss auf die men­ta­le Ver­fas­sung und Leis­tungs­fä­hig­keit im Job haben. Berufs- und Pri­vat­le­ben bedin­gen sich stets gegen­sei­tig. Lösungs­ori­en­tier­te Refle­xi­on und der Aus­tausch mit einer neu­tra­len Per­son sind in der Regel sehr wert­voll. Die The­men sind dabei sehr viel­fäl­tig: psy­chi­sche Gesund­heit, Fami­lie, Bezie­hung, sozia­les Umfeld sowie per­sön­li­che und beruf­li­che Wei­ter­ent­wick­lung.

Wie verbringen Sie Ihre Pause?

Wich­tig ist es, gera­de in stres­si­gen Zei­ten, kurz inne zu hal­ten und sich über einen Erfolg des Tages zu freu­en. Gern las­se ich mir mit einem Smoot­hie in der Hand den Wind um die Nase wehen. Opti­mal wäre im Anschluss eine Yoga-Posi­ti­on, wie der nach unten schau­en­de Hund, dann drei tie­fe Atem­zü­ge und die nächs­ten Auf­ga­ben kön­nen kom­men.

Vie­len Dank.

Die Fra­gen stell­te Ger­rit Krä­mer.

Adriana Lettrari

Adria­na Lett­ra­ri,

Bera­te­rin am

Fürs­ten­berg Insti­tut.