In den meis­ten Büros ist ein Leben ohne Kaf­fee nicht vor­stell­bar. Wir haben inter­es­san­te Kaf­fee­fak­ten recher­chiert, mit denen Sie nicht nur beim Kaf­fee­klatsch in der Büro­kü­che glän­zen kön­nen. Ger­rit Krä­mer berich­tet.

Ein Tag ohne Kaffee im Büro ist für viele Wissensarbeiter unvorstellbar. Abbildung: Pexels

Ein Tag ohne Kaf­fee im Büro ist für vie­le Wis­sens­ar­bei­ter unvor­stell­bar. Abbil­dung: Pexels

Die Kaffeekirschen wachsen an bis zu drei Meter hohen Sträuchern. Abbildung: Deutscher Kaffeeverband

Die Kaf­fee­kir­schen wach­sen an bis zu drei Meter hohen Sträu­chern. Abbil­dung: Deut­scher Kaf­fee­ver­band

Links die verschiedenen Reifestadien der Kaffeekirsche, in der Mitte die rohen, rechts daneben die getrockneten Bohnen und ganz rechts die geröstete Kaffeebohne. Abbildung: Deutscher Kaffeeverband

Links die ver­schie­de­nen Rei­festa­di­en der Kaf­fee­kir­sche, in der Mit­te die rohen, rechts dane­ben die getrock­ne­ten Boh­nen und ganz rechts die gerös­te­te Kaf­fee­boh­ne. Abbil­dung: Deut­scher Kaf­fee­ver­band

Kaf­fee wird am hei­mi­schen Früh­stücks­tisch getrun­ken, am Arbeits­platz, in Cafés und Restau­rants – eigent­lich über­all. Des­halb ver­wun­dert es nicht, dass er seit Jah­ren das belieb­tes­te Getränk der Deut­schen ist. Zumin­dest, was den Kon­sum in Litern angeht. Im Jahr 2010 waren es noch 148 Liter pro Kopf. Laut Tchi­bo-Kaf­fee­re­port waren es sie­ben Jah­re spä­ter bereits 162 Liter. Ten­denz stei­gend.

Die aktu­el­le Stu­die „So trinkt Deutsch­land Kaf­fee außer Haus“ des Deut­schen Kaf­fee­ver­ban­des und des Markt­for­schungs­in­sti­tuts Smart­con zeigt, dass 25 Pro­zent des jähr­li­chen Kaf­fee­ge­samt­kon­sums außer Haus geschieht. Eben­falls inter­es­sant: Bereits 60 Pro­zent aller Arbeit­ge­ber in Deutsch­land sol­len in ihrem Unter­neh­men Kaf­fee anbie­ten – kos­ten­los oder -pflich­tig.

Ob es in Unter­neh­men, die Kaf­fee anbie­ten, einen nied­ri­ge­ren Kran­ken­stand gibt, ist nicht geklärt. Fest steht aller­dings, dass nor­ma­ler Kaf­fee­kon­sum der Gesund­heit eher zuträg­lich ist. Kaf­fee hat zwar kei­ne nach­ge­wie­se­ne the­ra­peu­ti­sche Wir­kung, aber vier Tas­sen Kaf­fee täg­lich sei­en durch­aus gesund, erklär­ten For­scher der Uni­ver­si­ty of Sout­hamp­ton im Bri­tish Medi­cal Jour­nal nach der Aus­wer­tung von 201 Beob­ach­tungs­stu­di­en und 17 kli­ni­schen Unter­su­chun­gen.

Es gibt aber noch viel mehr Wis­sens­wer­tes zum The­ma Kaf­fee:

Kaffeefakten #1: Von der Kaffeekirsche zur Bohne

Mit der Kaf­fee­kir­sche, die bota­nisch zu den Stein­früch­ten gezählt wird, fängt alles an. Die Frucht wächst an bis zu drei Meter hohen Kaf­fee­sträu­chern und ist bei roter Fär­bung ern­te­reif (zwi­schen Blü­te und Ern­te lie­gen sie­ben bis elf Mona­te). Um den idea­len Rei­fe­grad abzu­pas­sen, soll­te sie von Hand gepflückt wer­den. Die bei­den Samen der Kaf­fee­kir­sche sind die uns bekann­ten Kaf­fee­boh­nen. Die ertrag­reichs­ten Anbau­ge­bie­te für den Kaf­fee­strauch lie­gen rund um den Äqua­tor. Durch gleich­mä­ßi­ges Licht und Wär­me gedei­hen die Pflan­zen hier beson­ders gut.

Kaffeefakten #2: Die zwei wichtigsten Pflanzen

Welt­weit exis­tie­ren mehr als ein­hun­dert ver­schie­de­ne Kaf­fee­pflan­zen. Aber nur zwei haben auf dem Welt­markt Bedeu­tung: Cof­fea ara­bi­ca (Ara­bi­ca) und Cof­fea cane­pho­ra (Robus­ta).

Die Cof­fea ara­bi­ca stammt ursprüng­lich aus Äthio­pi­en. Ara­bi­ca-Kaf­fee­sor­ten wer­den wegen ihrer Her­kunft auch Hoch­land­kaf­fee genannt. Anbau­ge­bie­te sind Süd­ame­ri­ka, Ost­afri­ka und Ozea­ni­en. Die idea­le Anbau­hö­he für die Cof­fea ara­bi­ca liegt zwi­schen 900 und 2.000 Metern über dem Mee­res­spie­gel mit Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 18 und 25 Grad. Etwas mehr als 70 Pro­zent des gesam­ten Kaf­fee­er­trags welt­weit besteht aus Ara­bi­ca-Sor­ten.

Die Cof­fea cane­pho­ra wird vor­wie­gend im asia­ti­schen und west­afri­ka­ni­schen Raum ange­baut. Robus­ta-Sor­ten wach­sen am bes­ten unter 700 m Höhe, daher ihr Name: Tief­land­kaf­fee. Die Pflan­zen wach­sen schnel­ler, sind hit­ze­be­stän­di­ger (bis 30 Grad) und haben einen höhe­ren Kof­fe­in­ge­halt (zwei bis drei Pro­zent) als Ara­bi­ca-Sor­ten. Sie machen aber welt­weit nur 30 Pro­zent des Ertrags aus. Ihr Geschmack wird eher als rau, erdig und leicht bit­ter emp­fun­den.

Kaffeefakten #3: Weltweite Ernte und Handel

2016 wur­den welt­weit cir­ca 150 Mil­lio­nen Sack Kaf­fee à 60 kg geern­tet. Für 500 g Kaf­fee­boh­nen müs­sen cir­ca 2,5 kg Kaf­fee­kir­schen geern­tet wer­den. Unge­fähr 70 Pro­zent des gesam­ten welt­weit geern­te­ten Roh­kaf­fees wer­den ins Aus­land expor­tiert, die rest­li­chen 30 Pro­zent ver­blei­ben in den Ern­telän­dern und wer­den dort kon­su­miert oder wei­ter­ver­ar­bei­tet. Der welt­wei­te Kaf­fee­han­del läuft über Bör­sen und Ter­min­märk­te. Die bei­den wich­tigs­ten Kaf­fee­bör­sen befin­den sich in Lon­don und New York.

Kaffeefakten #4: Aufbereitung der Kaffeekirschen

Nach der Ern­te müs­sen die Kaf­fee­kir­schen für die wei­te­re Ver­ar­bei­tung auf­be­rei­tet wer­den. Dies geschieht in den jewei­li­gen Ern­telän­dern. Es gibt drei unter­schied­li­che Ver­fah­ren:

  1. Tro­cke­ne Auf­be­rei­tung: Die Kir­schen wer­den unter ste­ti­gem Wen­den unter der Son­ne getrock­net. Anschlie­ßend wird das tro­cke­ne Frucht­fleisch abge­schält. Die­se Pro­ze­dur ist vor allem in Län­dern mit knap­pen Was­ser­re­ser­ven und tro­cke­nem Kli­ma ver­brei­tet.
  2. Nas­se Auf­be­rei­tung: Die Kir­schen wer­den in Was­ser ein­ge­weicht und direkt nach der Ern­te vom Frucht­fleisch befreit. Ein zwei­ter Wasch­gang ent­fernt das rest­li­che Frucht­fleisch. Nach einem abschlie­ßen­den Rei­ni­gen sind die Boh­nen zur Wei­ter­ver­ar­bei­tung bereit.
  3. Halb­tro­cke­ne Auf­be­rei­tung oder semi-was­hed: Die Kaf­fee­kir­schen wer­den nass auf­be­rei­tet. Das rest­li­che Frucht­fleisch wird dann nicht noch mal mit Was­ser behan­delt, son­dern unter der Son­ne getrock­net und abge­zo­gen.

Kaffeefakten #5: Rösten, entkoffeinieren und mahlen

Beim Rös­ten ent­schei­den Dau­er und Tem­pe­ra­tur über unter­schied­li­che Geschmä­cker, Aro­men und Pro­duk­te. Nach dem Röst­vor­gang wer­den die Boh­nen mit Was­ser oder Luft abge­kühlt, da sie sonst wei­ter­rös­ten und Bit­ter­stof­fe ent­wi­ckeln wür­den. Anschlie­ßend wer­den sie luft­dicht ver­packt. Der Gewichts­ver­lust durch das Rös­ten beträgt cir­ca 20 Pro­zent. Gene­rell gilt: Hel­le­re Rös­tun­gen schme­cken mil­der. Dunk­le­re Rös­tun­gen ent­hal­ten mehr Aro­men und sind etwas bit­te­rer. Sie sind beson­ders für Espres­so­zu­be­rei­tun­gen geeig­net.

Für ent­kof­fe­inier­ten Kaf­fee geschieht das Her­aus­lö­sen des Kof­fe­ins aus den Kaf­fee­boh­nen in drei Schrit­ten: 1. Dämp­fen oder Auf­quel­len der Boh­nen. 2. Ent­kof­fe­inie­ren mit­tels eines Lösungs­mit­tels oder des Schwei­zer-Was­ser-Pro­zes­ses. 3. Trock­nen der Boh­nen. Nach dem Ent­kof­fe­inie­ren liegt die Höchst­gren­ze für den Kof­fe­in­ge­halt in der EU bei 0,1 Pro­zent. Also 1 g Kof­fe­in auf 1 kg tro­cke­ne Kaf­fee­boh­nen.

Der Mahl­grad der Boh­nen trägt ganz erheb­lich zum Geschmack des Getränks bei. Ist das Kaf­fee­pul­ver zu fein gemah­len, kann der Kaf­fee bit­ter und streng schme­cken, da das Was­ser zu lan­ge in Kon­takt mit dem Pul­ver war. Ist die Mah­lung zu grob, läuft das Was­ser zu schnell und mit zu wenig Kon­takt­zeit durch das Pul­ver. Der Kaf­fee schmeckt dann dünn.

Kaffeefakten #6: Legenden zur Herkunft des Kaffees

Es exis­tie­ren drei mehr oder min­der glaub­haf­te Sagen zur Ent­de­ckung der Kaf­fee­pflan­ze und deren bele­ben­der Wir­kung:

In der Pro­vinz Kaf­fa in Äthio­pi­en beklag­ten sich Hir­ten, dass ihre Tie­re nicht zur Ruhe kamen und müde wur­den. An den Wei­de­stel­len der Tie­re fan­den die Mön­che eines nahe­ge­le­ge­nen Klos­ters Sträu­cher mit grü­nen und roten kir­schen­ar­ti­gen Früch­ten, von denen das Vieh angeb­lich gefres­sen hat­te. Die Mön­che berei­te­ten aus den Früch­ten einen Sud zu, nach des­sen Genuss sie nachts lan­ge wach blei­ben und dis­ku­tie­ren konn­ten.

Eine ande­re Legen­de erzählt davon, dass der tod­kran­ke Pro­phet Moham­med eine gött­li­che Erschei­nung hat­te: Der Erz­engel Gabri­el über­reich­te ihm eine Scha­le mit einer damp­fen­den, dunk­len Flüs­sig­keit. Der Pro­phet trank davon, und sei­ne Lebens­geis­ter wur­den mit neu­er Stär­ke ent­facht.

Eine drit­te Sage han­delt von einem jun­gen Der­wisch namens Omar, der aus sei­ner Hei­mat­stadt in die angren­zen­de Wüs­te ver­bannt wur­de. Nach Tagen ohne Nah­rung aß er die Früch­te eines ihm unbe­kann­ten Strauchs. Er konn­te neue Kraft gewin­nen und gestärkt in sei­ne Hei­mat­stadt zurück­keh­ren. Die Erzäh­lung über die Wir­kung der magi­schen Frucht brach­te ihm Ruhm und Ehre.

Kaffeefakten #7: Der Mokka-Kaffee

Die ers­ten Berich­te über Kaf­fee­an­bau auf Plan­ta­gen stam­men aus dem Jahr 1454. Um die­se Zeit wur­den im Jemen Kaf­fee­pflan­zen kul­ti­viert, die wahr­schein­lich ein Jahr­hun­dert vor­her aus der Regi­on des heu­ti­gen Äthio­pi­en von fah­ren­den Händ­lern mit­ge­bracht wor­den waren. Wich­tigs­ter Umschlag­platz war damals die jeme­ni­ti­sche Hafen­stadt Mocha (auch: Mok­ka). Dort ser­vier­te man den Sud der gerös­te­ten, gemah­le­nen, mit Zucker und Was­ser auf­ge­koch­ten Boh­nen.

Kaffeefakten #8: Das Wort Kaffee

Der Name Kaf­fee stammt vom ara­bi­schen Wort „qahwa(h)“ ab, das in sei­ner ursprüng­li­chen Bedeu­tung Wein oder ein berau­schen­des Getränk bezeich­ne­te. Da gläu­bi­gen Mus­li­men Alko­hol ver­bo­ten ist, wur­de Kaf­fee wegen sei­ner bele­ben­den Wir­kung auch „Wein des Islam“ genannt. Die heu­te gän­gi­ge Form des Wor­tes stammt vom tür­ki­schen Begriff „kah­weh“ (heu­te „kah­ve“) ab. Über das Ita­lie­ni­sche (caf­fè) und Fran­zö­si­sche (café) gelang­te der Begriff schließ­lich im 18. Jahr­hun­dert laut­lich kaum abge­wan­delt ins Deut­sche. Nur die Schreib­wei­se wur­de ange­passt.

Kaffeefakten #9: Kaffee in Europa

Mit der Aus­brei­tung des osma­ni­schen Reichs ab dem 16. Jahr­hun­dert ver­brei­te­te sich der Kaf­fee in Süd­ost­eu­ro­pa, Nord­afri­ka und Vor­der­asi­en. Ab Mit­te des 17. Jahr­hun­derts fiel dann das ara­bi­sche Mono­pol des Anbaus und Rös­tens. Nach und nach bau­ten die euro­päi­schen Kolo­ni­al­mäch­te in ihren Kolo­nien Kaf­fee an und eta­blier­ten neue Han­dels­we­ge. Etwa zeit­gleich ent­stan­den die ers­ten Kaf­fee­häu­ser in Euro­pa.

Kaffeefakten #10: Kaffee in Deutschland, damals

Das ers­te Kaf­fee­haus in Deutsch­land war das Schüt­ting in Bre­men (1673). Zu Zei­ten Fried­richs des Gro­ßen (1712 bis 1786) gab es ein staat­li­ches Mono­pol auf die Kaf­fee­pro­duk­ti­on – nur staat­li­che Rös­te­rei­en durf­ten Kaf­fee rös­ten. 1906 kam als der ers­te ent­kof­fe­inier­te Kaf­fee „Kaf­fee HAG“ auf den Markt, ent­wi­ckelt vom Bre­mer Lud­wig Rose­li­us. 1908 erfand Melit­ta Bentz den bis heu­te ver­wen­de­ten Kaf­fee­fil­ter für Fil­ter­ma­schi­nen. Lan­ge Zeit war das Getränk wohl­ha­ben­de­ren Bevöl­ke­rungs­schich­ten vor­be­hal­ten. Erst um die Mit­te des 20. Jahr­hun­derts, mit dem Wie­der­auf­bau in Deutsch­land, wur­de es zum Volks­ge­tränk.

Kaffeefakten #11: Kaffee in Deutschland, heute

Der Pro-Kopf-Ver­brauch hat 2017 in Deutsch­land bei cir­ca 162 Litern gele­gen. Das ist fast ein hal­ber Liter pro Kopf und Tag. Laut Tchi­bo-Kaf­fee­re­port trin­ken fast zwei Drit­tel (65,7 Pro­zent) am liebs­ten Fil­ter­kaf­fee, gefolgt von Cap­puc­ci­no (41,8 Pro­zent) und Lat­te mac­chia­to (39,8 Pro­zent). 40 Pro­zent der Deut­schen mögen ihren Kaf­fee mit Milch, fast jeder drit­te trinkt ihn mit Zucker. Wer sei­nen Kaf­fee mor­gens mit Milch und Zucker trinkt, ernährt sich auch über den gesam­ten Tag kalo­rien­rei­cher als der­je­ni­ge, der sei­nen Kaf­fee lie­ber schwarz trinkt, hat eine Stu­die mit 19.000 teil­neh­men­den Kaf­fee­trin­kern belegt.

2016 wur­den in Deutsch­land ins­ge­samt fast 3,34 Mil­li­ar­den Euro für gemah­le­nen Kaf­fee, gan­ze Kaf­fee­boh­nen, Pads oder Kap­seln aus­ge­ge­ben. Das sind im Schnitt rund 41 Euro pro Per­son. Bei einem Gesamt­vo­lu­men von rund 345.000 Ton­nen Kaf­fee macht das 4,2 kg pro Bun­des­bür­ger und Jahr. Auch hier liegt der Fil­ter­kaf­fee unan­ge­foch­ten an der Spit­ze. Gan­ze Boh­nen sowie por­tio­nier­ter Kaf­fee (Kap­seln und Pads) ver­zeich­nen aber ste­ti­ge Zuwäch­se.

Kaffeefakten #12: Wasserverbrauch für eine Tasse Kaffee

162 Liter pro Kopf und Jahr bedeu­ten bei einer Tas­sen­grö­ße von 100 ml 1.620 Tas­sen für jeden Bun­des­bür­ger. Der errech­ne­te vir­tu­el­le Was­ser-Fuß­ab­druck für einen Kaf­fee die­ser Grö­ße liegt bei stol­zen 140 Litern. Die­se Men­ge Was­ser muss für eine Tas­se Kaf­fee auf­ge­wen­det wer­den. Vom Anbau über die Ern­te und Rös­tung bis zum Ver­kauf im hei­mi­schen Super­markt.

Kaffeefakten #13: Kaffeekapseln

Kaf­fee-Kap­seln waren in Deutsch­land 2015 bei einem Markt­an­teil von 5,6 Pro­zent ange­kom­men. Das sind fast 20.600 Ton­nen oder cir­ca drei Mil­li­ar­den Kap­seln pro Jahr. Wäh­rend die Por­tio­nie­rung beson­ders für Sin­gles ange­nehm ist, pran­gern Umwelt­ver­bän­de die Ver­schwen­dung von Ener­gie und Was­ser bei der Her­stel­lung sowie den ent­ste­hen­den Müll an (8.000 Ton­nen sol­len es 2016 gewe­sen sein). Eine Lösung: Das Start-up Reze­mo aus Stutt­gart bie­tet Kap­seln an, die kom­plett aus Holz und nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt sind.

Kaffeefakten #14: Der teuerste Kaffee der Welt

Der teu­ers­te Kaf­fee der Welt kommt aus Indo­ne­si­en und wird mit einem Kilo­preis von 800 bis 1.200 Euro gehan­delt. Sein Name: Kopi Luwak. Die Kaf­fee­kir­schen wer­den an Zibet­kat­zen (Schleich­kat­zen) ver­füt­tert, die die Boh­nen unver­daut wie­der aus­schei­den. Aber mit weni­ger Bit­ter­stof­fen, denn deren Mole­kü­le wur­den im Magen der Kat­ze auf­ge­spal­ten. Dadurch ist der Kaf­fee beson­ders weich und mild. Die pro­du­zier­te Men­ge liegt bei cir­ca 230 kg pro Jahr. Wei­te­re exklu­si­ve und sehr teu­re Kaf­fee­sor­ten fin­den sich hier.

Kaffeefakten #15: Kaffee als Lifestyleprodukt

Kaf­fee ist mitt­ler­wei­le rich­tig hip. Es sind unzäh­li­ge Varia­tio­nen erhält­lich. Ein paar Bei­spie­le:

Kal­ter Kaf­fee geht gar nicht, könn­te man den­ken. Das Gegen­teil ist der Fall. Etwa bei Kold­Brew. Das Getränk hat eine fruch­ti­ge Note und einen erhöh­ten Kof­fe­in­ge­halt. Ein ande­res kaf­fee­ähn­li­ches Getränk, aus grü­nen Boh­nen her­ge­stellt, heißt Selo. Es ist nahe­zu durch­sich­tig und ent­hält viel Kof­fe­in. Außer­dem gibt es Nitro-Kaf­fee. Das ist kal­ter Kaf­fee aus dem Zapf­hahn mit Stick­stoff ver­setzt. Bul­let­pro­of Cof­fee ist der Name für einen Fil­ter­kaf­fee, in dem But­ter und Koko­sex­trakt auf­ge­löst wer­den. Und bei Cof­fee in a Cone han­delt es sich um Kaf­fee, der in einer auf der Innen­sei­te mit Scho­ko­la­de bestri­che­nen Eis­waf­fel ser­viert wird. Es gibt Kaf­fee als Brot­auf­strich. Und natür­lich ist mitt­ler­wei­le auch schon Bier erhält­lich, das mit Kaf­fee und Espres­so ange­rei­chert bzw. gebraut wird. Eine Koope­ra­ti­on zwei­er eng­li­scher Fir­men macht‘s mög­lich. Was aus altem Kaf­fee­satz noch her­ge­stellt wer­den kann, haben unter ande­rem unse­re Top 100 Büro­pro­duk­te des Jah­res 2017 gezeigt. Platz 84 beleg­te der Fabu­la Pen – ein Stift aus Kaf­fee­satz und Tee­res­ten, der am Ende sei­nes Pro­dukt­le­bens­zy­klus als Pflan­zen­dün­ger ver­wen­det wer­den kann.

Kaffeefakten #16: Kaffee hält gesund

Eine Stu­die der Har­vard Uni­ver­si­ty von 2015 hat her­aus­ge­fun­den, dass Kaf­fee­trin­ker län­ger leben. Alters­krank­hei­ten wie Demenz, Arthro­se und Dia­be­tes kön­nen durch mode­ra­ten Kaf­fee­kon­sum deut­lich redu­ziert wer­den. Die mehr als 2.000 Inhalts­stof­fe wir­ken in ers­ter Linie ent­gif­tend auf den Kör­per. Eini­ge Stu­di­en deu­ten mitt­ler­wei­le dar­auf hin, dass das belieb­te Heiß­ge­tränk, mit oder ohne Kof­fe­in, vor Typ-2-Dia­be­tes, Leber- und Darm­krebs schüt­zen kann. Neue­re Stu­di­en bele­gen außer­dem, dass der Kon­sum von min­des­tens vier Tas­sen Kaf­fee pro Tag (400 mg Kof­fe­in) sich posi­tiv auf das Herz aus­wir­ken kann: Die Belast­bar­keit und Rege­ne­ra­ti­on der Zel­len wird erheb­lich ver­bes­sert. Und Kaf­fee­ge­nuss hat noch wei­te­re posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit: Er wirkt offen­sicht­lich auch hem­mend auf Lun­gen­er­kran­kun­gen wie Asth­ma. Trotz einer nach­ge­wie­se­nen erhöh­ten Kon­zen­tra­ti­on von Acryl­amid im Kaf­fee über­wie­gen die für den Kör­per posi­ti­ven Eigen­schaf­ten des Getränks. Trotz­dem soll­ten Sie aber nicht auf Bewe­gung ver­zich­ten. Mehr Kaf­fee trin­ken allei­ne wird lei­der nicht rei­chen, um dau­er­haft gesund zu blei­ben.

Aber: Das im Kaf­fee ent­hal­te­ne Kof­fe­in spricht im Hirn die­sel­ben (Belohnungs-)Regionen an wie Niko­tin oder ande­re Dro­gen. Da das Sucht­zen­trum aller­dings nicht direkt betrof­fen ist, besteht kaum eine Gefahr der Abhän­gig­keit. Aller­dings regt Kaf­fee die Adre­na­lin­pro­duk­ti­on in unse­rem Kör­per an und ver­setzt uns dadurch in eine Stress­si­tua­ti­on. Und was Stress für unse­re Gesund­heit bedeu­ten kann, ist hin­läng­lich bekannt. Vie­le wei­te­re Grün­de für das gesund­heits­schäd­li­che Image von Kaf­fee fin­den sich hier.

Zwei­tes Aber: Rein theo­re­tisch kann Kaf­fee­ge­nuss sogar töd­lich sein: Bei einem Kon­sum von mehr als 10 g Kof­fe­in wird es gefähr­lich. Doch bevor Kaf­fee zum Tod führt, müs­sen Sie min­des­tens 333 Espres­si trin­ken – eine Men­ge also, die Sie selbst im längs­ten Mee­ting kaum zu sich neh­men wer­den. Wer sich für die genaue Men­ge an Kof­fe­in in sei­nem Lieb­lings­ge­tränk inter­es­siert, fin­det hier eine Anga­be in Mil­li­gramm pro typi­scher Por­ti­ons­grö­ße.

Kaffeefakten #17: Kaffee als Schönheitselixier

Zahl­rei­che Anti­oxi­dan­ti­en im Kaf­fee sor­gen dafür, dass gefähr­li­che freie Radi­ka­le nicht in die Kör­per­zel­len ein­drin­gen kön­nen. Das schützt bei­spiels­wei­se vor Haut­al­te­rung. Dar­über hin­aus kann Kof­fe­in bei der Bekämp­fung von Cel­lu­li­te und Haar­aus­fall hel­fen und macht müde Augen wie­der mun­ter. Was Sie mit Kaf­fee sonst noch so anstel­len kön­nen, außer ihn zu trin­ken, fin­den Sie hier.

Kaffeefakten #18: Die teuersten Kaffeemaschinen

Für das Büro sind die­se Kaf­fee­ma­schi­nen eher nicht zu gebrau­chen, aber man kann ja nie wis­sen. Platz zehn der teu­ers­ten Maschi­nen der Welt heißt Blossom One und kos­tet 11.111 US-Dol­lar. Von der teu­ers­ten Maschi­ne – Java­bot – steht je ein Exem­plar in New York und Detroit. Jedes kos­tet 1.000.000 US-Dol­lar. Dafür wer­den die Boh­nen für jede Tas­se auch extra frisch gerös­tet, gemah­len und anschlie­ßend auf­ge­brüht. Alle Model­le der Top 10 der teu­ers­ten Kaf­fee­ma­schi­nen fin­den Sie hier.

Kaffeefakten #19: Kaffee fürs Büro

Ein Büro ohne Kaf­fee­ma­schi­ne, Voll- oder Ven­ding-Auto­mat? Eher nicht. Für jede Mit­ar­bei­ter­zahl fin­det sich eine pas­sen­de Lösung. Den für Sie geeig­ne­ten Voll­au­to­ma­ten fin­den Sie viel­leicht in unse­rer jähr­lich erschei­nen­den Markt­über­sicht.

Wem der Auf­bau und die Instal­la­ti­on des Voll­au­to­ma­ten, die Rei­ni­gung und das Nach­kau­fen von Boh­nen zu viel Auf­wand sind, kann auch auf Cof­fee as a Ser­vice (CaaS) zurück­grei­fen. Die unter­schied­li­chen Ser­vice­an­bie­ter – zum Bei­spiel Kaf­fee­part­ner, Jacobs Kaf­fee Ser­vice oder Cup&Cino – küm­mern sich um alles, was nötig ist, um den Arbeits­platz mit Kaf­fee zu ver­sor­gen: Voll­au­to­mat, Boh­nen, Ser­vice und War­tung.

Und auch bei Boh­nen und Kaf­fee­pul­ver braucht es nicht der Stan­dard aus dem Super­markt zu sein. Immer mehr klei­ne Rös­te­rei­en drän­gen mit spe­zi­el­len Sor­ten auf den Markt. Sie bie­ten hohe hand­werk­li­che Qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit, vom Anbau über das Rös­ten bis zur Aus­lie­fe­rung. Der per­fek­te Geschmack ist das Ziel. Eine Über­sicht über die vie­len klei­ne­ren Kaf­fee­rös­te­rei­en in Deutsch­land fin­det sich hier.

Kaffeefakten #20: Kaffee wird digital

Neben dem Bezug per App, den eini­ge Her­stel­ler zu ihren Voll­au­to­ma­ten anbie­ten, wer­den die Gerä­te künf­tig auch ver­mehrt Daten sam­meln. Jede getrun­ke­ne Tas­se, die Dau­er des ent­spre­chen­den Mahl- und Brüh­vor­gangs, die Tem­pe­ra­tur des Getränks, die Milch­tem­pe­ra­tur, Daten zu indi­vi­du­el­len Rezep­ten usw. wer­den vom Voll­au­to­ma­ten mit­tels Sen­so­rik erfasst, per Tele­me­trie an eine Cloud- oder Ser­vice­platt­form gesen­det und dort digi­tal gespei­chert. Dar­aus erge­ben sich Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le bei Beschaf­fungs­pro­zes­sen, Kos­ten und War­tung. Her­stel­ler wie WMF, Schae­rer oder JURA set­zen bereits auf die Ein­glie­de­rung von pro­fes­sio­nel­len Kaf­fee­ma­schi­nen in digi­ta­le Netz­wer­ke.

Kaffeefakten #21: Keime im Vollautomaten

Die Büro­kü­che kann ein Hort für Kei­me sein. Ganz beson­ders in der Kaf­fee­ma­schi­ne kön­nen sich bei man­geln­der Hygie­ne Bak­te­ri­en und Kei­me ansam­meln. Die­se lan­den dann frü­her oder spä­ter im täg­li­chen Kaf­fee. Ein Stu­dent der Hoch­schu­le Rhein-Waal hat in sei­ner Mas­ter­ar­beit im Stu­di­en­gang Lebens­mit­tel­wis­sen­schaft eben­dies bestä­tigt. Schon klei­ne Hygie­ne­maß­nah­men kön­nen dem aller­dings vor­beu­gen: täg­lich fri­sches Was­ser im Tank, täg­li­ches Spü­len der Auf­fang­be­häl­ter und -scha­len sowie ein mög­lichst hei­ßes Brü­hen des Kaf­fees.

Kaffeefakten #22: Alternative Brühmethoden

Fil­ter­kaf­fee und Voll­au­to­ma­ten domi­nie­ren auf­grund ihrer ein­fa­chen Hand­ha­be den Markt. Aber es gibt noch wei­te­re Ver­fah­ren oder Gerä­te zur Zube­rei­tung des schwar­zen Gol­des, etwa French Press, Aero Press, Mok­ka­kan­ne, Vaku­um­zu­be­rei­ter oder Karls­ba­der Kan­ne. Sie alle kön­nen zu lecke­rem Kaf­fee füh­ren. Jeder muss selbst ent­schei­den, was zu ihm passt.

Kaffeefakten #23: Kaffeetassen im Büro

Neben Kaf­fee­ma­schi­nen gibt es natür­lich in jedem Büro auch die obli­ga­to­ri­schen Becher und Tas­sen. Wie wich­tig die Kaf­fee­tas­se ist, hat der Eth­no­lo­ge Mat­thi­as Hen­kel 1997 mit sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Stu­die „Trink­kul­tur am Arbeits­platz“ belegt. Aus ihr geht her­vor, dass die Kaf­fee­tas­se ein „Stück Pri­vat­le­ben“ am Arbeits­platz ver­kör­pert. Nach der Aus­wer­tung von 2.500 Fra­ge­bö­gen lau­te­te ein wei­te­res Ergeb­nis, dass 70 Pro­zent der Ange­stell­ten eine eige­ne Tas­se haben. Und: Je älter die Arbeit­neh­mer waren, des­to häu­fi­ger wur­de eine per­sön­li­che Tas­se am Arbeits­platz ver­wen­det.

Um Kaf­fee­tas­sen, deren Geschich­te und Ent­ste­hung, die per­fek­te Tas­sen­form für per­fek­ten Kaf­fee­ge­nuss usw. ran­ken sich unzäh­li­ge Geschich­ten, Exper­ten- und Blog­bei­trä­ge. Eini­ges davon ist sehr kuri­os.

Kaffeefakten #24: Noch mehr Kaffeetassen

Man­che Unter­neh­men wie die Agen­tur Publi­cis haben die vie­len unter­schied­li­chen alten und neu­en, häss­li­chen und gesprun­ge­nen Tas­sen aus ihren Büro­kü­chen ver­schwin­den las­sen. Cor­po­ra­te Iden­ti­ty bei Kaf­fee­tas­sen heißt dort: Deutsch­land­weit wird aus ein­heit­li­chen Bechern mit Publi­cis-Logo – einem Löwen­kopf – getrun­ken. Aber: „Der Arbeit­ge­ber darf nicht grund­sätz­lich ver­bie­ten, eige­ne Tas­sen zu nut­zen, son­dern nur dann, wenn Tas­sen in Gegen­wart von Kun­den und in Bespre­chun­gen mit Kun­den benutzt wer­den“, sagt Arbeits­recht­le­rin Cor­ne­lia Schmid von der Rechts­an­walts­ge­sell­schaft Rödl & Part­ner.

Kaffeefakten #25: Die Lieblingstasse

Die Far­be, der auf­ge­druck­te Schrift­zug und die Grö­ße Ihrer Lieb­lings­tas­se im Büro sol­len angeb­lich etwas über Ihre Per­sön­lich­keit aus­sa­gen und Aus­kunft dar­über geben, was für ein Arbeits­typ Sie sind. Inwie­weit das wirk­lich stimmt, kann an die­ser Stel­le nicht geklärt wer­den.

Kaffeefakten #26: Coffee to go

In Deutsch­land wer­den pro Stun­de cir­ca 320.000 Cof­fee-to-go-Becher benutzt. Der größ­te Teil davon lan­det in Müll­ei­mern. Pro Jahr sind das über 2,8 Mil­li­ar­den Ein­weg­be­cher. Dass es auch anders gehen kann, zeigt das Ber­li­ner Unter­neh­men Kaf­fee­form mit einer nach­hal­ti­gen Alter­na­ti­ve: ein Kaf­fee­be­cher, pro­du­ziert aus altem Kaf­fee­satz. Auch als Tas­se mit Unter­set­zer für zu Hau­se erhält­lich. Im Mai 2019 hat zudem das Start-up Fair­Cup das Umwelt­zei­chen Blau­er Engel für sein Mehr­weg­be­cher­sys­tem erhal­ten. Die Becher sind frei von umwelt- und gesund­heits­be­las­ten­den Mate­ria­li­en und müs­sen min­des­tens 500 Spül­zy­klen über­ste­hen. Die Becher sol­len zukünf­tig auch in Leer­gut­au­to­ma­ten in betei­lig­ten Super­märk­ten abge­ge­ben wer­den kön­nen.

Neben dem Müll­berg durch Kaf­fee­be­cher sind auch por­tio­nier­te Milch- und Zucker­ver­pa­ckun­gen aus Plas­tik ein Pro­blem für die Umwelt. Für das Milch­pro­blem scheint sich aber nun eine Lösung anzu­deu­ten. For­scher der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg haben für die Milch zum Kaf­fee eine Hül­le aus kris­tal­li­sier­tem Zucker ent­wi­ckelt, die ess­bar ist und sich im hei­ßen Kaf­fee auf­löst. Das redu­ziert Müll, außer­dem wird beim Öff­nen in der Kan­ti­ne weni­ger gekle­ckert.

Kaffeefakten #27: Der Tag des Kaffees

Kaf­fee ist so wich­tig, dass er einen eige­nen Fei­er­tag hat. 2006 rief der Deut­sche Kaf­fee­ver­band zum ers­ten Mal den „Tag des Kaf­fees“ aus. Am 1. Okto­ber 2018 wird er in Deutsch­land bereits zum 13. Mal mit gro­ßen und klei­nen Aktio­nen und Events began­gen. Auch der „Inter­na­tio­nal Cof­fee Day“ fin­det welt­weit an die­sem Datum statt.

Zum Schluss ein Kaffeerätsel. Wer darf zuerst trinken?

Ein kleine Kopfnuss für Kaffeefreunde.

Auf­lö­sung