Alles ist offen­bar im Wan­del. Auch die Büro­ar­beits­welt. Die Lebens­raum­ge­stal­te­rin Regi­ne Rau­in berich­tet in die­sem sehr per­sön­li­chen Gast­bei­trag von den Tücken der The­men­fin­dung, von der sich wan­deln­den Arbeits­welt und war­um sie ein Buch dar­über geschrie­ben hat.

Miteinander statt gegeneinander lautet das Kredo von Regine Rauin. Abbildung: Pexels

Mit­ein­an­der statt gegen­ein­an­der lau­tet das Kre­do von Regi­ne Rau­in. Abbil­dung: Pexels

Das neue Buch von Regine Rauin:

Das neue Buch von Regi­ne Rau­in: "Wie wär's mal mit nem Schaf. Wie über­ra­schen­de Impul­se einen Kli­ma­wan­del im Büro ermög­li­chen".

Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als Dr. Robert Nehring mir vor eini­gen Wochen auf­grund mei­ner Pod­cast­se­rie zum The­ma Raum­akus­tik, die ich gemein­sam mit Herrn Hil­le­brandt von der Fir­ma Agor­a­phil im Inter­view­stil auf­ge­nom­men und publi­ziert habe, ange­bo­ten hat, hier einen Gast­bei­trag zu ver­fas­sen. Anfangs bestand mein Plan dar­in, zu recher­chie­ren, was genau OFFICE ROXX für eine Hal­tung ver­tritt, wel­che Arti­kel ver­öf­fent­licht wer­den. Dann habe ich mich jedoch an mein Com­mit­ment mir selbst gegen­über erin­nert: immer nur das zu tun, was ich genau in die­sem Moment mit Lie­be und Hin­ga­be bear­bei­ten kann. Des­halb habe ich nicht recher­chiert, denn ich hat­te die Befürch­tung, mich dann – viel­leicht ein­fach aus alter Gewohn­heit – anzu­pas­sen.

Das Warten auf den richtigen Zeitpunkt

Es hat ziem­lich lan­ge gedau­ert, bis ich für mich das Gefühl ent­wi­ckelt hat­te, dass genau jetzt der rich­ti­ge Zeit­punkt, der rich­ti­ge Moment gekom­men ist. Die­se Zeit kön­nen sich die meis­ten Ange­stell­ten, Mit­ar­bei­ter und Chefs meist nicht neh­men.

Seit mei­ner Pod­cast­se­rie, die eins mei­ner Her­zensthe­men beinhal­tet: gute Raum­akus­tik, hat sich in mei­ner Arbeit eini­ges ent­wi­ckelt. Ich habe ein Buch geschrie­ben: „Wie wär’s mal mit nem Schaf? – Über­ra­schen­de Impul­se für den Kli­ma­wan­del im Büro“. Die­ses Buch ist mei­ne Hil­fe­stel­lung für Mit­ar­bei­ter und Chefs, ihre Lage klar zu ana­ly­sie­ren und zu erken­nen, dass sie im glei­chen Boot sit­zen.

Von neuen Mitarbeitern und alten Gewohnheiten

Die Büro­ar­beit ist im Wan­del. Das hat mir die Orga­tec sehr deut­lich vor Augen geführt. Es ist eine neue Genera­ti­on von Mit­ar­bei­tern her­an­ge­wach­sen, die nicht mehr bereit ist, sich ein­engen zu las­sen. Die­se jun­gen Men­schen möch­ten leben und arbei­ten. Sie möch­ten sich in ihrer Fir­ma zu Hau­se füh­len, sie möch­ten wert­ge­schätzt wer­den, sie möch­ten einen Bei­trag leis­ten. Kurz gesagt, sie möch­ten alles, nur nicht von oben gede­ckelt wer­den. Genau das möch­ten die ande­ren Genera­tio­nen auch, wir haben es aber nie so deut­lich gemacht. Das hat Aus­wir­kun­gen. Auf die Ein­rich­tung und auf die Macht­ver­hält­nis­se. Zum ers­ten Mal, in über 20 Jah­ren, bin ich mir sicher, dass die­se Aus­wir­kun­gen wirk­lich gelebt wer­den. Wie oft haben wir neue Arbeits­wel­ten gese­hen und vor­ge­stellt bekom­men? Sel­ten sind sie wirk­lich mit Leben gefüllt wor­den.

Mit dem Abstand kommt die Einsicht

Für mich selbst war es sehr ver­wun­der­lich, dass ich aus­ge­rech­net jetzt, wo ich dem Büro­le­ben ade gesagt habe und nicht mehr als Free­lan­ce­rin oder Ange­stell­te in Büros sit­ze, die­ses Buch geschrie­ben habe. Beim Schrei­ben wur­de mir bewusst, wie vie­le Ver­let­zun­gen, wie viel Unmut, sich in den Jahr­zehn­ten in mir auf­ge­staut haben.

Das hat dazu geführt, dass ich nun Fir­men dabei unter­stüt­ze, es bei ihren Mit­ar­bei­tern bes­ser zu machen. Als Ers­tes wur­de mir klar, dass wir Begeg­nungs­plät­ze benö­ti­gen. Plät­ze, die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­stüt­zen und mög­lich machen, hier­ar­chie- und abtei­lungs­über­grei­fend. Denn man­geln­de Kom­mu­ni­ka­ti­on, man­geln­de Mensch­lich­keit, man­geln­de Wert­schät­zung sind mei­ner Mei­nung nach die Haupt­ur­sa­chen, war­um so viel schief läuft. Mit­ar­bei­ter möch­ten wie­der ein „zu Hau­se“ in ihrer Fir­ma fin­den, dann blei­ben sie – frei­wil­lig.

Für ein besseres Miteinander

In den letz­ten bei­den Tagen bin ich zwei­mal mit einem schwe­ren Unfall kon­fron­tiert wor­den. Ein­mal direkt neben mei­nem Grund­stück. Das hat mich sehr beschäf­tigt, ent­setzt und berührt. Es hat mir vor Augen geführt, wie die Fol­gen aus­se­hen kön­nen, wenn so vie­le Men­schen mor­gens genervt zu ihrer Arbeits­stät­te fah­ren und abends gela­den und frus­triert wie­der nach Hau­se. Machen wir uns nichts vor, die­ser Ärger wird auf der Heim­fahrt abre­agiert – mit schlim­men Fol­gen. Für alle Betei­lig­ten: den Unfall­ver­ur­sa­cher und die Betrof­fe­nen, ganz zu schwei­gen von deren Fami­li­en, Freun­den und Bekann­ten.

Ich kann nicht mehr län­ger weg­se­hen, und ich will es auch nicht. Auf­grund die­ser Erleb­nis­se wur­de mir auf ein­mal die Bedeu­tung mei­nes Buches bewusst. Mein Buch und mei­ne Bera­tungs­leis­tung tra­gen dazu bei, die Grä­ben, die sich lei­der so oft zwi­schen Chefs und Mit­ar­bei­tern auf­tun, zu über­brü­cken. Weil ich sowohl Che­fisch als auch Mit­ar­bei­te­risch aus dem Eff­eff beherr­sche, führt mei­ne Über­set­zungs­leis­tung ins Mit­ein­an­der. Das beglückt jeden Tag eini­ge Men­schen mehr. Die­se Men­schen fah­ren fröh­lich, aus­ge­gli­chen und mit sich und ihrer Arbeit zufrie­den nach Hau­se. Ja, es wird eine Zeit lang dau­ern. Und doch: Trop­fen für Trop­fen, Mit­ar­bei­ter für Mit­ar­bei­ter, Chef für Chef und Mensch für Mensch ent­wi­ckelt sich eine neue Ära. Fir­ma und Arbeit ent­de­cken ihre See­le erneut. Abschlie­ßend über­le­gen Sie bit­te, welch wun­der­ba­ren Aus­wir­kun­gen das auf Ihre Kun­den haben kann.

Ragine Rauin

Regi­ne Rau­in,
Lebens­raum­ge­stal­te­rin, Autorin und Bera­te­rin.

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