Die Office-Land­schaft hat über die Jahr­zehn­te meh­re­re Trend­wel­len erlebt: vom Groß­raum­bü­ro über das reprä­sen­ta­ti­ve Chef­bü­ro bis hin zum Home- und digi­ta­len Office. Der Büro­mö­bel­her­stel­ler Steel­ca­se ist den Trends nach­ge­gan­gen.

Wie aus dem Museum: ein modernes Büro der 50er Jahre.

Wie aus dem Muse­um: ein moder­nes Büro der 50er Jah­re.

Großraumbüro der 60er Jahre. Bis auf die Einrichtung erinnert es an aktuelle Open Spaces. Foto: Steelcase

Groß­raum­bü­ro der 60er Jah­re. Bis auf die Ein­rich­tung erin­nert es an aktu­el­le Open Spaces. Foto: Steel­ca­se

Ein Großraumbüro mit Kabinen (Cubicles) für die einzelnen Mitarbeiter. Die 80er Jahre waren nicht nur in Bezug auf die Mode fragwürdig. Foto: Steelcase

Ein Groß­raum­bü­ro mit Kabi­nen (Cubicles) für die ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter. Die 80er Jah­re waren nicht nur in Bezug auf die Mode frag­wür­dig. Foto: Steel­ca­se

Open Spaces bieten heute Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Foto: Steelcase

Open Spaces bie­ten heu­te Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für kon­zen­trier­tes Arbei­ten. Foto: Steel­ca­se

Wie kei­ne ande­re Büro­form stand das Groß­raum­bü­ro für Effek­ti­vi­tät und Flä­chen­ef­fi­zi­enz. Um das Wirt­schafts­wachs­tum nach dem Zwei­ten Welt­krieg zu meis­tern, hiel­ten in den USA offe­ne Büro­struk­tu­ren bereits Mit­te des 20. Jahr­hun­derts Ein­zug. In Deutsch­land folg­te die­se Ent­wick­lung erst eini­ge Jah­re spä­ter. Der Trend zum Groß­raum hat sich in den USA bis heu­te wesent­lich stär­ker durch­ge­setzt als bei uns: 50 Pro­zent der Ame­ri­ka­ner arbei­ten in Open Spaces, jedoch nur 25 Pro­zent der Deut­schen. Ein Grund dafür könn­te sein, dass Deutsch­land stark von bestehen­der Bau­struk­tur geprägt ist: Die klas­si­schen Ver­wal­tungs­ge­bäu­de mit lan­gen Flu­ren und Ein­zel­bü­ros hier­zu­lan­de kön­nen erst nach und nach in Groß­raum­bü­ros umge­wan­delt wer­den.

Repräsentative Chefbüros

Dass mit der Zunah­me von Groß­raum­bü­ros all­mäh­lich alle Ein­zel­bü­ros – und auch das reprä­sen­ta­ti­ve Chef­bü­ro – ver­schwan­den, ist ein Irr­glau­be. „Nach wie vor exis­tiert in Unter­neh­men welt­weit das Chef­bü­ro, wobei der Sta­tus einer Füh­rungs­kraft oft über die Grö­ße des eige­nen Büros defi­niert wird“, bestä­tigt Marc Nico­la­i­sen, Direc­tor Cus­to­mer Expe­ri­ence bei Steel­ca­se. All­mäh­lich rückt aller­dings eine neue Genera­ti­on von Vor­ge­setz­ten nach, die in der Regel einen moder­ne­ren Füh­rungs­stil pflegt: Sta­tus und tra­di­tio­nel­le Hier­ar­chien ste­hen für die Genera­tio­nen X und Y eher im Hin­ter­grund. Wich­ti­ger sind netz­werk­ba­sier­te Struk­tu­ren und infor­mel­ler Aus­tausch auf Augen­hö­he.

Wohlbefinden im Büro

Nach meh­re­ren Jahr­zehn­ten, in denen (Flächen-)Effizienz als obers­tes Maß der Din­ge galt, ent­stand Anfang des 21. Jahr­hun­derts ein Gegen­trend. Vor allem Unter­neh­men in Deutsch­land erkann­ten, dass Groß­raum­bü­ros kei­ne Pau­schal­lö­sung für bes­se­res Arbei­ten sind. Ergo­no­mi­sche Gesichts­punk­te wur­den in den Vor­der­grund gerückt. Auch der in die­ser Zeit auf­kom­men­de Kampf um Fach­kräf­te spiel­te eine Rol­le: Um die bes­ten Talen­te zu gewin­nen und an sich zu bin­den, gestal­te­ten Unter­neh­men ihre Räum­lich­kei­ten stär­ker als bis­her unter dem Aspekt des Wohl­be­fin­dens. Bei­spiels­wei­se mit pri­va­ten Rück­zugs­or­ten und fle­xi­bel nutz­ba­ren Räum­lich­kei­ten.

Folgen der Digitalisierung

Vor etwa zehn Jah­ren kam im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung der nächs­te Trend auf: Als tech­ni­sche Hel­fer wie Smart­pho­ne und Lap­tops zuneh­mend mobi­les Arbei­ten ermög­lich­ten, for­der­ten immer mehr Mit­ar­bei­ter Fle­xi­bi­li­tät ein – das Home-Office ent­stand. Die­se Ent­wick­lung kam erneut aus den USA: Groß­raum­bü­ros erschwer­ten dort krea­ti­ves Arbei­ten, sodass die Men­schen die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung nutz­ten und ihre Arbeits­plät­ze nach Hau­se oder ins Café ver­leg­ten. Hier­zu­lan­de wird Home-Office jedoch bis heu­te eher als Ergän­zung gese­hen, weni­ger als neue Arbeits­form wie in den USA.