Kaum hat es die Son­ne im nor­we­gi­schen Win­ter vor­mit­tags über den Hori­zont geschafft, geht sie auch schon wie­der unter. Viel­leicht ist das Land daher prä­de­sti­niert dafür, Leuch­ten her­zu­stel­len. Dr. Sebas­ti­an Klöß sprach dort mit Rune Mart­hi­nus­sen, CEO von Glamox, über Licht­trends und Nut­zer­vor­lie­ben.

Bürobeleuchtung: Licht im dunklen Norwegen: Glamox wurde 1947 vom norwegischen Erfinder Birger Hatlebakk in seiner Heimatstadt Molde gegründet.

Licht im dunk­len Nor­we­gen: Glamox wur­de 1947 vom nor­we­gi­schen Erfin­der Bir­ger Hat­le­bakk in sei­ner Hei­mat­stadt Mol­de gegrün­det.

OFFICE ROXX: Herr Marthinussen, wohin entwickelt sich die Bürobeleuchtung derzeit?

Rune Mart­hi­nus­sen: In den letz­ten Jah­ren gab es einen ganz kla­ren Trend hin zu LEDs. Anfangs war die­se Ent­wick­lung vor allem kos­ten­ge­trie­ben. Inzwi­schen wird aber stär­ker der Mehr­wert gese­hen, den LEDs bie­ten. Bei­spiels­wei­se kann mit ihnen die Hel­lig­keit ver­än­dert wer­den oder die Licht­far­be. Gera­de für Kun­den, die einen höhe­ren Anspruch an die Büro­be­leuch­tung haben, ist das wich­tig. Und künf­tig dürf­te die Beleuch­tung über ein ver­netz­tes Licht­ma­nage­ment mit des­sen Sen­so­ren eine Infra­struk­tur zur Daten­ana­ly­se für die Unter­neh­men wer­den.

Ein großer Trend scheint auch Human Centric Lighting zu sein. Ist das nur eine kurzfristige Mode?

Das hängt stark vom jewei­li­gen Unter­neh­men und den Besitz­ver­hält­nis­sen des Gebäu­des ab. Wenn es sei­ne Büros selbst besitzt und es sich für sei­ne Ange­stell­ten und deren Wohl­be­fin­den inter­es­siert, wird Human Centric Ligh­t­ing eine gro­ße Rol­le spie­len. Gutes Licht ist extrem wich­tig am Arbeits­platz und wird immer wich­ti­ger. Die Wir­kung von Human Centric Ligh­t­ing ist zwar zunächst sub­jek­tiv, aber letzt­lich gestützt durch wis­sen­schaft­li­che For­schung.

Gibt es einen Widerspruch zwischen der immer stärkeren Automatisierung der Bürobeleuchtung via Vernetzung und Sensoren und dem Wunsch des Büroarbeiters, das Licht selbst zu steuern?

Wenn es gut gelöst ist, dann nicht. Dann gibt es Sen­so­ren, die zum Bei­spiel den Ein­fall des Tages­lichts mes­sen und die Beleuch­tung ent­spre­chend anpas­sen. Aber zusätz­lich auch eine Leuch­te, die indi­vi­du­ell bedient wer­den kann. Ich per­sön­lich nutz­te dafür eine Schreib­tisch­leuch­te.

Will der Nutzer sein Licht wirklich per App bedienen – oder ist ihm der klassische Schalter lieber?

Ich bin fast 60 und nut­ze den­noch vie­le Apps. Für die Jün­ge­ren sind sie noch viel selbst­ver­ständ­li­cher. Gera­de an Orten, an denen man sich häu­fi­ger auf­hält, wie im Büro, kann die Licht­steue­rung per App sinn­voll sein. Bei­spiels­wei­se um eige­ne Sze­ne­ri­en anzu­le­gen. Etwas ande­res ist es, wenn man an unbe­kann­te Orte kommt, etwa in ein Hotel­zim­mer. Da ist doch der Schal­ter bes­ser, mit dem man ohne Pro­ble­me das Licht anschal­ten kann.

Vie­len Dank für das Gespräch.

Rune E. Marthinussen

Rune Mart­hi­nus­sen ist CEO von Glamox.