Wie lassen sich Hospitality-Prinzipien auf die Arbeitswelt übertragen? Darüber hat sich Sven Wehlmann, der Geschäftsführer von Vitra Deutschland, viele Gedanken gemacht. Hier teilt er sie mit Ihnen.

Lösungen wie Anagram Club von Vitra helfen, Zwischenzonen zu aktivieren und Flächen immer wieder neu zu konfigurieren. Abbildung: Vitra
Was wäre, wenn wir ein Büro genauso führen würden wie ein gutes Hotel?
In der Hotellerie wird seit Jahrzehnten über Auslastung, Revenue Management und den Wert jedes Quadratmeters gesprochen. Eine Fläche, die dauerhaft nicht funktioniert, bleibt nicht einfach bestehen. Sie wird hinterfragt, verändert und im Zweifel komplett neu gedacht.
Spannend finde ich in diesem Zusammenhang moderne Hotelkonzepte. Das Zimmer selbst wird häufig auf das Wesentliche reduziert: gute Matratze, gute Dusche, guter Fernseher, hohe Qualität – aber wenig unnötige Fläche. Investiert wird dort, wo Gemeinschaft und Erlebnis entstehen: in Lobby, Bar, Restaurant oder Empfang. Motel One hat dieses Prinzip früh konsequent umgesetzt, aber auch Häuser wie Roomers zeigen, welche Bedeutung die Bereiche außerhalb des eigentlichen Zimmers haben.
Warum denken wir Büroflächen nicht genauso?
Beim Thema Auslastung diskutieren wir aktuell viel darüber, wie wir Montag und Freitag wieder voller bekommen. Ich glaube, die spannendere Frage ist: Welche Bereiche unseres Büros funktionieren – und welche nicht?
Wenn eine Fläche kaum genutzt wird, sollten wir nicht versuchen, Menschen mit Regeln dorthin zu bekommen. Wir sollten verstehen, warum sie nicht kommen – und den Raum verändern. Welche Qualität erzeugt ein Quadratmeter für Begegnung, Zusammenarbeit, Konzentration oder Unternehmenskultur?
Und es gibt noch etwas, das wir vom Hotel lernen können: Be a good host.
Ein gutes Hotel wartet nicht darauf, dass der Gast sich irgendwie zurechtfindet. Es versucht, seine Bedürfnisse zu verstehen und ihm genau die Umgebung und Annehmlichkeiten zu bieten, die seinen Aufenthalt besser machen. Genau diese Gastgeberrolle braucht auch das Büro.
Menschen kommen nicht ins Büro, weil dort ein Tisch und ein Stuhl stehen. Die haben viele auch zu Hause. Sie kommen, wenn das Büro ihnen etwas bietet: Begegnung, gutes Ambiente, Orientierung, Rückzug, Inspiration, vielleicht guten Kaffee – und vor allem das Gefühl, willkommen zu sein.
Dafür brauchen wir weniger statische Raumprogramme und mehr Beta. Produkte wie Anagram Club von Vitra können dabei helfen, Zwischenzonen zu aktivieren und Flächen immer wieder neu zu konfigurieren. Was heute Lounge ist, kann morgen Treffpunkt, Rückzug oder informelles Meeting sein.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, wie voll unser Büro ist. Die interessantere Room Rate wäre: Wie viel Wert erzeugt jeder Quadratmeter – und wie gut hosten wir eigentlich die Menschen, die ihn nutzen?
![]() Abbildung: Vitra Sven Wehlmann LiveDer Geschäftsführer von Vitra Deutschland ist Speaker auf dem „Trend Forum for Modern Interiors: Office meets Hospitality” am 2. Februar 2027 auf der Ambiente in Frankfurt am Main. Die Teilnahme am Forum ist kostenfrei, die notwendige Anmeldung auf OFFICE-ROXX.DE möglich. |





























































