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Zukunft braucht IT: Interview mit Michael Stuhr von Acer Deutschland

Anfang die­ses Jah­res ist Micha­el Stuhr zum Geschäfts­füh­rer von Acer Deutsch­land ernannt wor­den. Im Gespräch erläu­tert er, wie moder­ne Busi­ness-IT, künst­li­che Intel­li­genz und nach­hal­ti­ge Kon­zep­te den Arbeits­platz von mor­gen prägen.

Michael Stuhr, Geschäftsführer, Acer Deutschland. acer.de Abbildung: Acer

Micha­el Stuhr, Geschäfts­füh­rer, Acer Deutsch­land. acer.de. Abbil­dung: Acer

OFFICE ROXX: Herr Stuhr, viele kennen Acer vor allem aus dem Consumer-Bereich. Welche Business-Lösungen bietet Acer speziell für kleine und mittlere Unternehmen?

Micha­el Stuhr: Das stimmt, im Con­su­mer-Bereich sind wir sicher­lich sicht­ba­rer. Gleich­zei­tig decken wir mit unse­rem Busi­ness-Port­fo­lio sehr unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen voll­stän­dig ab – von Tra­vel­Ma­te-Note­books über Veri­ton-Desk­tops und Mini-PCs bis hin zu pro­fes­sio­nel­len Moni­to­ren und Work­sta­tions. Gera­de bei klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men gibt es nicht den einen typi­schen Arbeits­platz. Man­che Mit­ar­bei­ten­de brau­chen vor allem ein leich­tes Note­book für den Wech­sel zwi­schen Büro, Home­of­fice und Kun­den­ter­mi­nen. Ande­re benö­ti­gen einen fes­ten Arbeits­platz oder mehr loka­le Rechen­leis­tung. Für KMU geht es des­halb weni­ger um das eine „Busi­ness-Gerät“ als um die pas­sen­de Aus­stat­tung für unter­schied­li­che Arbeitsplätze.

Sie verantworten seit Anfang des Jahres neben dem Österreich- auch das Deutschlandgeschäft. Wo liegen die größten Unterschiede zwischen den Märkten?

Deutsch­land ist allein auf­grund sei­ner Grö­ße stär­ker seg­men­tiert und zugleich sehr wett­be­werbs­in­ten­siv. Öster­reich ist ein kom­pak­te­rer Markt, in dem per­sön­li­che Bezie­hun­gen und die enge Abstim­mung mit Dis­tri­bu­to­ren und Han­dels­part­nern teil­wei­se noch stär­ker ins Gewicht fal­len. Was bei­de Märk­te ver­bin­det, ist eine hohe Preis­sen­si­bi­li­tät. Dar­über hin­aus unter­schei­den sich die Anfor­de­run­gen jedoch: Pro­duk­te, Kam­pa­gnen und Ver­triebs­an­sät­ze las­sen sich des­halb nicht eins zu eins über­tra­gen. Wir kön­nen vie­le The­men gemein­sam pla­nen und Syn­er­gien nut­zen, müs­sen bei Sor­ti­ment, Ver­trieb und Mar­ke­ting aber wei­ter­hin sehr genau auf die Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Mark­tes eingehen.

Der Acer PD163Q P3 kombiniert drei faltbare 15,6-Zoll-Monitore mit Full-HD-Auflösung – unabhängig voneinander nutzbar. Abbildung: Acer

Der Acer PD163Q P3 kom­bi­niert drei falt­ba­re 15,6-Zoll-Monitore mit Full-HD-Auf­lö­sung – unab­hän­gig von­ein­an­der nutz­bar. Abbil­dung: Acer

Der globale PC-Markt steht weiterhin unter Druck. Welche Entwicklungen prägen den Markt für Business-IT derzeit am stärksten?

Aus mei­ner Sicht sind es aktu­ell vor allem drei Ent­wick­lun­gen: der anhal­ten­de Kos­ten­druck, die wach­sen­den Anfor­de­run­gen an Sicher­heit und Mana­gea­bi­li­ty sowie die Fra­ge, wel­che Rol­le KI künf­tig im Arbeits­all­tag spie­len wird. Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen von Unter­neh­men wer­den dadurch anspruchs­vol­ler und lang­fris­ti­ger. Sie schau­en genau­er dar­auf, wie lan­ge ein Gerät sinn­voll ein­ge­setzt wer­den kann, wel­che Anfor­de­run­gen es über meh­re­re Jah­re erfül­len muss und wo zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen tat­säch­lich einen Mehr­wert brin­gen. Gleich­zei­tig blei­ben die Kom­po­nen­ten­prei­se ein wich­ti­ger Fak­tor. Gera­de bei Memo­ry und SSDs ist das Preis­ni­veau wei­ter­hin hoch, auch wenn sich der Anstieg zuletzt etwas abge­schwächt hat. Umso wich­ti­ger wer­den eine vor­aus­schau­en­de Pla­nung und Gerä­te, die genü­gend Reser­ven für künf­ti­ge Anfor­de­run­gen bieten.

Welche Rolle spielt das Device-as-a-Service(DaaS)-Geschäft für Acer – auch in puncto Nachhaltigkeit und IT-Lifecycle-Management?

Für Unter­neh­men wird der gesam­te Lebens­zy­klus eines Geräts immer wich­ti­ger. Ent­schei­dend ist nicht mehr nur der Anschaf­fungs­preis, son­dern auch, wie lan­ge sich ein Gerät sinn­voll ein­set­zen lässt, wie gut es gewar­tet und repa­riert wer­den kann und was nach der ers­ten Nut­zungs­pha­se damit pas­siert. DaaS kann dabei ein Bau­stein sein, weil sich Kos­ten und Gerä­te­wech­sel bes­ser pla­nen las­sen. Unser Fokus liegt stär­ker auf Ser­vice und dar­auf, Unter­neh­men über den Lebens­zy­klus ihrer Hard­ware zu beglei­ten. Gera­de beim Life­cy­cle-Manage­ment spie­len neben wirt­schaft­li­chen auch nach­hal­tig­keits­be­zo­ge­ne Aspek­te eine Rol­le. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re die tat­säch­li­che Nut­zungs­dau­er, die Mög­lich­keit zur War­tung und Repa­ra­tur sowie die kon­kre­te Form der wei­te­ren Nut­zung und Ver­wer­tung der Geräte.

Welchen konkreten Mehrwert bieten KI-PCs Unternehmen im Büroalltag?

Der Mehr­wert ent­steht nicht durch mög­lichst hohe TOPS-Wer­te, son­dern durch Anwen­dun­gen. Infor­ma­tio­nen zusam­men­fas­sen und durch­su­chen, Inhal­te erstel­len, Mee­tings doku­men­tie­ren oder Bild und Ton ver­bes­sern – bei sol­chen Auf­ga­ben kann KI heu­te schon Arbeit abneh­men. Für Unter­neh­men wird außer­dem immer inter­es­san­ter, dass sich KI-Anwen­dun­gen zuneh­mend lokal aus­füh­ren las­sen. Unse­re neue „Veri­ton RI110 AI Mini Work­sta­tion“ ist ein Bei­spiel dafür: Der kom­pak­te Rech­ner ist dar­auf aus­ge­legt, auch anspruchs­vol­le­re KI-Workloads und Model­le direkt im Unter­neh­men aus­zu­füh­ren. Das ist beson­ders dort rele­vant, wo Unter­neh­men mehr Kon­trol­le über ihre Daten behal­ten oder weni­ger von Cloud-Diens­ten abhän­gig sein wollen.

Für professionelle AI-Anwendungen ausgelegt: die „Veriton RI110 AI Mini Workstation“ von Acer. Abbildung: Acer

Für pro­fes­sio­nel­le AI-Anwen­dun­gen aus­ge­legt: die „Veri­ton RI110 AI Mini Work­sta­tion“ von Acer. Abbil­dung: Acer

Wie lassen sich KI, Datenschutz und IT-Sicherheit sinnvoll miteinander verbinden?

Ent­schei­dend ist, dass Unter­neh­men bewusst fest­le­gen, wie sie mit ihren Daten und Anwen­dun­gen umge­hen. Nicht jede KI-Anwen­dung muss in der Cloud aus­ge­führt wer­den. Gera­de bei sen­si­blen Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen kann eine loka­le Ver­ar­bei­tung Vor­tei­le bie­ten. In der Pra­xis wird sich des­halb ein hybri­des Modell durch­set­zen: Man­che Auf­ga­ben wer­den auf dem Gerät, ande­re am Edge oder in der Cloud ver­ar­bei­tet. Noch wich­ti­ger wird die­se Abwä­gung, wenn wir von KI-Assis­ten­ten zu KI-Agen­ten kom­men, die selbst­stän­dig Auf­ga­ben aus­füh­ren. Dann brau­chen Unter­neh­men kla­re Regeln dafür, auf wel­che Daten und Sys­te­me ein Agent zugrei­fen darf und wel­che Aktio­nen er tat­säch­lich aus­füh­ren kann. Daten­schutz, IT-Sicher­heit und KI-Gover­nan­ce müs­sen des­halb von Anfang an zusam­men­ge­dacht werden.

Welche Chancen bietet das Ende des Windows-10-Supports für die Modernisierung der Arbeitsplatz-IT?

Das Sup­port-Ende war zunächst ein sehr kon­kre­ter Anlass für Unter­neh­men, ihre Gerä­te­be­stän­de zu über­prü­fen. Der größ­te Aus­tausch­schub liegt inzwi­schen weit­ge­hend hin­ter uns, aber längst nicht jedes Unter­neh­men hat sei­ne kom­plet­te Flot­te erneu­ert. Aus dem not­wen­di­gen Aus­tausch wird damit zuneh­mend eine stra­te­gi­sche Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung. Wer heu­te Gerä­te für die nächs­ten Jah­re beschafft, muss The­men wie KI-Fähig­keit, Sicher­heit, Mobi­li­tät und die Kos­ten über den gesam­ten Lebens­zy­klus auto­ma­tisch mit­den­ken. Die eigent­li­che Chan­ce liegt des­halb nicht im ein­fa­chen Aus­tausch alter Gerä­te, son­dern dar­in, die Arbeits­platz-IT jetzt für die Anfor­de­run­gen der kom­men­den Jah­re neu aufzustellen.

Wenn Sie ein paar Jahre vorausblicken: Wie wird, Ihrer Einschätzung nach, der digitale Arbeitsplatz im Jahr 2030 aussehen?

2030 wer­den wir viel weni­ger dar­über dis­ku­tie­ren, ob jemand im Büro, zu Hau­se oder an einem ande­ren Ort arbei­tet. Viel wich­ti­ger wird sein, wie schnell sich über­all eine voll­wer­ti­ge Arbeits­um­ge­bung her­stel­len lässt. Dabei sehe ich zwei Ent­wick­lun­gen gleich­zei­tig: Unse­re Rech­ner wer­den mobi­ler, wäh­rend wir durch kom­ple­xe­re und zuneh­mend KI-gestütz­te Auf­ga­ben eher mehr als weni­ger Bild­schirm­flä­che benö­ti­gen. Unser neu­er „PD163Q P3“ zeigt, wohin die­se Ent­wick­lung gehen kann. Der falt­ba­re Tri­ple-Screen-Exten­der ermög­licht eine mobi­le Arbeits­um­ge­bung mit drei Dis­plays und macht deut­lich, dass ein Mul­ti-Moni­tor-Arbeits­platz künf­tig nicht mehr zwangs­läu­fig sta­tio­när sein muss. Gleich­zei­tig wird KI immer selbst­ver­ständ­li­cher in den Arbeits­platz inte­griert. Heu­te spre­chen wir noch bewusst über AI PCs. 2030 wird für den Anwen­der wahr­schein­lich viel weni­ger rele­vant sein, ob eine Auf­ga­be lokal auf dem Gerät oder in der Cloud ver­ar­bei­tet wird. Ent­schei­dend ist dann, dass die Arbeits­um­ge­bung sicher und zuver­läs­sig funk­tio­niert und sich fle­xi­bel an die jewei­li­ge Auf­ga­be anpasst.

Vielen Dank.

Die Fra­gen stell­te Chris­ti­an Marx.

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