Wie handhaben die Dax-Unternehmen aktuell das Thema Homeoffice bzw. hybrides Arbeiten? Bereits zum sechsten Mal haben wir die bedeutendsten deutschen Unternehmen des Aktienmarktes dazu befragt. 15 haben geantwortet.

Bei den diesjährigen Umfrageteilnehmern zeichnen sich im Schnitt drei Tage Präsenzpflicht im Büro ab. Abbildung: Monkeybusiness, Depositphotos
Konkret wollten wir wissen: Wie ist das Thema Homeoffice respektive hybrides Arbeiten bei den Office-Workern im Unternehmen geregelt? Wie viele Tage Homeoffice sind für wen erlaubt? Wie wird dieses Angebot genutzt? Welche Entwicklung hat das Thema im Unternehmen genommen? Wie sind die Erfahrungen mit hybridem Arbeiten? Ist eine Büroflächenreduzierung geplant?
Die Statements zeigen, dass Remote Work bei allen Umfrageteilnehmern weiterhin möglich ist. Bei zehn der 15 Unternehmen hat sich durchgesetzt, dass bis zu zwei Tage pro Woche im Homeoffice gearbeitet werden kann. Mal ist dies vorgegeben, mal empfohlen, mal erwartet, mal erwünscht und mal wird dies einfach festgestellt. Rheinmetall erlaubt nur sechs Tage Remote Work pro Monat, Ausnahmen bestätigen die Regel. Brenntag bietet drei mobile Arbeitstage pro Woche. Merck und BMW ermöglichen ihren Mitarbeitenden vollkommene Flexibilität.
In unserer Vorjahresumfrage mit 17 Teilnehmern zeichneten sich zwei bis drei Tage Homeoffice als Standard ab. Nun sind es hier eher drei. Umfragen zufolge geht der allgemeine Trend in Deutschland sogar wieder in Richtung vier Tage pro Woche Präsenz. Das wäre dann Vorpandemie-Niveau.
Nicht verändert haben sich die Aussagen zu den Büroflächen. Niemand erwähnt, dass bei ihm eine wesentliche Reduzierung vorgesehen sei.
ADIDAS
„Bei Adidas gibt es ein flexibles Arbeitskonzept. Aktuell können unsere Beschäftigten bis zu zwei Tage pro Woche außerhalb des Campus arbeiten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr auch außerhalb des Beschäftigungslandes zu verbringen. Das Angebot wird von unseren Beschäftigten häufig genutzt. Für das mobile Arbeiten sind die Adidas-Beschäftigten mit einem Laptop, einer Tastatur, einer Maus, einem Headset und einem Mobiltelefon ausgestattet. Seit Ende der Pandemie gab es bei Adidas keine Änderungen hinsichtlich unserer Homeoffice-Regelung. Die virtuelle Zusammenarbeit sowie digitale Tools wie Microsoft Teams oder Viva Engage sind seit vielen Jahren als Kommunikationswege gut etabliert und werden intensiv genutzt. Eine Reduzierung der Bürofläche ist nicht geplant.“

Abbildung: BASF
BASF
Helena Volk, Pressesprecherin Standort Ludwigshafen
„Bei BASF haben wir ein globales Leitbild und Rahmenbedingungen für mobiles und flexibles Arbeiten entwickelt. Entsprechend dem Leitbild haben unsere Teams individuell und unter Berücksichtigung ihrer betrieblichen Gegebenheiten für sich passende Lösungen erarbeitet. Um von den Vorteilen der Zusammenarbeit vor Ort stärker profitieren zu können, gilt seit Anfang März bei BASF SE ein Erwartungswert von drei Tagen Arbeit im Büro vor Ort. Flexibles und mobiles Arbeiten war bei BASF bereits vor der Pandemie möglich; eine entsprechende Betriebsvereinbarung für die BASF SE haben wir seit 2012. Klar ist für uns aber auch: Wir können und wollen kein Remote-Unternehmen werden. Die Verbundenheit der Menschen, der direkte Kontakt und das Netzwerken untereinander vor Ort schätzen wir und es bleibt wichtig für Teamgeist, Kreativität und Innovation. Am Standort Ludwigshafen arbeitet beispielsweise der überwiegende Teil der Mitarbeitenden vor Ort – ein Versuch im Labor oder das Betreiben und die Reparatur einer Anlage lassen sich nicht virtuell von daheim erledigen.“
BAYER
Markus Siebenmorgen, Pressesprecher Personal
„Unsere Betriebsvereinbarung zur hybriden Arbeitswelt sieht ausdrücklich keine feste Homeoffice-Quote oder -Obergrenze vor, wir gehen aber je Bürobeschäftigtem im Schnitt von zwei bis drei Tagen pro Woche vor Ort bzw. mobiler Arbeit aus, was einer Homeoffice-Quote von 40 bis 60 Prozent entspricht. Wir streben allerdings eine gute und gesunde Balance zwischen mobilem Arbeiten und dem Arbeiten im Betrieb an. Bei Bayer wurde die Einführung von hybridem Arbeiten von Beginn an durch eine entsprechend zeitgemäße Umgestaltung der Büroflächen begleitet. Inzwischen haben wir unser innovatives Next Normal Office Concept weltweit an zahlreichen Stand orten implementiert, darunter zum Beispiel in den Zentralen unserer Pharma- und Agrarsparte in Berlin und Monheim sowie in mehreren Gebäuden an unserem Hauptsitz in Leverkusen. Die Umgestaltung wird als spürbare Modernisierung und Aufwertung der jeweiligen Arbeitsplätze empfunden und wirkt als zusätzliche Motivation, regelmäßig ins Büro zu kommen.“
BMW
„Bei der BMW Group gibt es keine starren Homeoffice-Quoten. Mobilarbeit ist bei uns seit vielen Jahren gelebte Praxis und seit 2013 durch eine Betriebsvereinbarung geregelt. Entscheidend ist nicht das Wo, sondern das Wie der Zusammenarbeit. Führungskräfte und Mitarbeitende legen im Team – abhängig von Aufgabe und Funktion – das passende Verhältnis von Präsenz und Mobilarbeit fest. Diesen Ansatz nennen wir ‚ConnectedWorks‘. Unsere Erfahrung zeigt: Hybrides Arbeiten funktioniert dann besonders gut, wenn persönliche Begegnungen bewusst ermöglicht werden. Deshalb bleiben unsere Standorte zentrale Orte der Zusammenarbeit, des Austauschs und der Innovation. Büroflächen verstehen wir nicht als reine Anwesenheits räume, sondern als gezielt gestaltete Arbeitsumgebungen für Teamarbeit, kreative Prozesse und Führung. Entsprechend entwickeln wir unsere Flächen bedarfsorientiert weiter. Es geht nicht um pauschale Reduzierung, sondern um Qualität, Flexibilität und die Unterstützung moderner Zusammenarbeit.“
BRENNTAG
„Brenntag verfügt weiterhin über eine flexible Homeoffice-Regelung. Brenntag-Mitarbeitende in Deutschland haben Anspruch auf drei Tage mobiles Arbeiten pro Woche, sofern es mit ihrem Jobprofil vereinbar ist.“

Abbildung: Commerzbank
COMMERZBANK
Sabine Mlnarsky, Personalvorständin
„Die Commerzbank hat sich von starren Quoten verabschiedet, um ihren Mitarbeitenden mehr Eigenverantwortung und Flexibilität bei der Ausgestaltung von hybridem Arbeiten zu geben. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass eine regelmäßige Anwesenheit im Büro den Austausch, Wissenstransfer und Zusammenhalt im Team fördert. Deshalb empfehlen wir eine Anwesenheit von zwei bis drei Tagen im Büro, festgeschrieben ist im Schnitt ein gemeinsamer Teamtag pro Woche in Präsenz. Die Teams entscheiden eigenständig unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der betrieblichen Belange der Bank, wie genau sie die hybride Zusammenarbeit ausgestalten möchten. Mindestens einmal im Quartal überprüfen sie ihre Vereinbarungen. Darüber hinaus können unsere Mitarbeitenden bis zu 20 Tage im Kalenderjahr von nahezu allen EU-Ländern aus mobil arbeiten. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unserer Regelung gemacht. Unsere Mitarbeitenden nutzen diesen Spielraum verantwortungsvoll und wissen ihn sehr zu schätzen.“

Abbildung: Deutsche Börse
DEUTSCHE BÖRSE
Nikolas Schmitz-Lau, Head of HR Global Business Partner
„Hybrides Arbeiten ist fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Mitarbeitende können – sofern es die geschäftliche Situation erlaubt – zwei Tage pro Woche remote arbeiten. Zusätzlich ermöglichen wir bis zu zwölf Tage pro Jahr mobiles Arbeiten aus dem EU-Ausland und anderen ausgewählten Ländern. Unser Modell orientiert sich an regulatorischen Anforderungen, bleibt aber flexibel in der Umsetzung. Die technische Infrastruktur haben wir gezielt ausgebaut, um die hybride Zusammenarbeit zu fördern. Unsere jährliche Mitarbeitendenbefragung zeigt: Die Mehrheit erlebt dieses Modell als sehr positiv. Gleichzeitig sind Begegnung, Austausch und Teamarbeit im Büro für uns essenziell. Wir haben unsere Arbeitsflächen daher modernisiert, um weiteres Wachstum zu ermöglichen. Ihre Anzahl wurde dabei nicht wesentlich reduziert.“
E.ON
Stefanie Müller-Thon, Senior Vice President Group HR/Executive HR
„Das Thema Homeoffice bzw. hybrides Arbeiten wird in unserem Unternehmen aktiv und im Sinne einer modernen Arbeitswelt gestaltet. Wir schaffen gezielt Rahmenbedingungen, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen und ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen. Unsere bisherigen Erfahrungen im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit unserem breiten Angebot an Möglichkeiten zur flexiblen Gestaltung von Arbeitsort und -zeit sind positiv. Denn es zeigt sich auch, dass der persönliche und kollegiale Austausch vor Ort für unsere Mitarbeitenden weiterhin einen sehr hohen Stellenwert hat. Sie schätzen die Begegnungen im Büro ebenso wie die Vorteile des mobilen Arbeitens, was sich auch in einer konstanten Nutzung unserer Bürostandorte widerspiegelt. Insgesamt verfolgen wir einen ausgewogenen hybriden Ansatz, der Flexibilität und persönliche Zusammenarbeit sinnvoll miteinander verbindet.“
HENKEL
Oliver Wilhelms, Head of HR Germany/Switzerland and Labor Law
„Bei Henkel setzen wir uns für ein Arbeitsumfeld ein, das die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden berücksichtigt. Flexibles Arbeiten ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ansatzes und wird von vielen Mitarbeitenden sehr geschätzt. Unser ‚Smart-Work‘-Konzept verbindet Remote- und Büroarbeit – aktuell besteht für Mitarbeitende, sofern es die jeweilige Funktion erlaubt, die Möglichkeit, bis zu 40 Prozent mobil zu arbeiten. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt im Rahmen betrieblicher Anforderungen und in Abstimmung mit den jeweiligen Führungskräften. Diese Regelung besteht seit mehreren Jahren und wird fortlaufend überprüft, um sie bei Bedarf weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass der physische Arbeitsplatz auch künftig eine wichtige Rolle für Zusammenarbeit, Unternehmenskultur und Austausch spielen wird. Unsere Büroflächen werden daher kontinuierlich weiterentwickelt, um Teamarbeit, Innovation und Kreativität bestmöglich zu unterstützen.“
MERCK
„Merck bietet seinen Mitarbeitenden in Deutschland im Rahmen des Arbeitsmodells mywork@merck seit über zehn Jahren die Möglichkeit, Arbeitsort und Arbeitszeit flexibel an die individuelle Lebenssituation anzupassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Workation: Mitarbeitende können bis zu 60 Tage im Ausland arbeiten. Voraussetzung hierfür ist, dass vorher geprüft wurde, ob es steuerliche Ausnahmen gibt. Und in einigen Ländern erfolgt ggf. noch eine Compliance-Prüfung. Sowohl bei Homeoffice als auch bei Workation ist es essenziell, Abwesenheiten im Voraus mit der/dem Vorgesetzten abzustimmen, um Planbarkeit, Aufgabenverteilung und Teamkoordination sicherzustellen.“
RHEINMETALL
Dr. Vera Saal, CHRO & Arbeitsdirektorin
„Für die Belegschaft unserer Rheinmetall-Konzernzentrale in Düsseldorf haben wir ein modernes Modell für hybrides Arbeiten etabliert. Die Regelung sieht für unsere Office-Worker grundsätzlich sechs Tage mobiles Arbeiten pro Monat vor. Um den individuellen Anforderungen der verschiedenen Fachbereiche gerecht zu werden, sind auch darüberhinausgehende Anteile möglich. Dieses Angebot ist fester Bestandteil unserer Arbeitskultur in Düsseldorf. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Flexibilität für die Beschäftigten verbessert, während Präsenztage die soziale Bindung und den Teamgeist fördern. Eine Reduzierung der Büroflächen in der Konzernzentrale ist derzeit nicht geplant – im Gegenteil haben wir die Flächen sogar ausgeweitet. Wir investieren gleichzeitig in die Modernisierung der Arbeitsumgebung, um das Büro als attraktiven Ort für Kooperation, Kreativität und persönlichen Austausch zu stärken.“
SAP
„Um Produktivität und Innovationskraft als auch das Wohl befinden der Mitarbeitenden zu fördern, streben wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit von zu Hause und im SAP-Büro an. Deshalb bittet SAP die Mitarbeitenden seit 1. Mai 2024, drei Tage pro Woche ins Büro zu kommen oder vor Ort bei Kunden und Partnern zu arbeiten – entsprechend den lokalen Vorschriften und unter Einbeziehung von Sozialpartnern in einigen Ländern.“
SCOUT24
Theresa Lewandowski, Senior Manager Corporate Communications & ESG
„Scout24 verfolgt seit 2025 eine ‚Office first‘-Policy. Diese steht für eine enge Zusammenarbeit vor Ort, eine starke Teamkultur und gleichzeitig Flexibilität innerhalb eines klaren Rahmens. Mitarbeitende arbeiten in der Regel rund 60 Prozent ihrer Zeit im Büro, also drei Tage pro Woche. Unser Ansatz ist eine bewusste Entscheidung: Wir sind überzeugt, dass persönlicher Austausch Innovation, Geschwindigkeit und Zusammenarbeit spürbar stärkt. Gleichzeitig bleibt ausreichend Flexibilität für fokussiertes Arbeiten im Homeoffice. Individuelle Ausnahmen sind in Abstimmung mit der Führungskraft möglich. Die Regelung wird von der großen Mehrheit gut angenommen und unterstützt viele Teams dabei, Kollaboration und individuelle Arbeitsphasen effektiv zu verbinden. Nach der Pandemie haben wir unsere Arbeitsweise schrittweise in diese Richtung weiterentwickelt. Unsere Büroflächen haben wir bewusst beibehalten – auch künftig ist keine Reduktion geplant.“
SIEMENS ENERGY
„Bei Siemens Energy ist mobiles Arbeiten fester Bestandteil der Unternehmenskultur und in unserem Modell der Zusammenarbeit ‚Better together‘ geregelt. Danach soll mobiles Arbeiten durchschnittlich nicht mehr als 45 Prozent der Jahresarbeitszeit der Mitarbeitenden umfassen und unseren Mitarbeitenden flexible Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung bieten. Gleichzeitig ist der Standort nach wie vor das gemeinsame Zentrum unserer Tätigkeiten und der direkten Zusammenarbeit. Grund legende Voraussetzung für mobiles Arbeiten ist natürlich, dass dies aufgrund der Arbeitsinhalte möglich und sinnvoll ist. Wir haben keine generelle Präsenzpflicht für bestimmte Zeiträume oder Wochen tage festgelegt. Unsere Führungskräfte sind angehalten dafür zu sorgen, dass unser Zusammenarbeitsmodell in den Teams entsprechend gelebt wird.“

Abbildung: Zalando
ZALANDO
Veronica Schilling, Head of Workplace Culture, D&I and Wellbeing
„Bei Zalando haben wir uns für eine Richtlinie von 40 Prozent Präsenz vor Ort entschieden, die den Teamleiterinnen und Teamleitern die Flexibilität bietet, mit ihren Teams selbst über die Kadenz von Vor-Ort- und Fernarbeit zu entscheiden, via Team Charters. So kombinieren wir das Beste aus beiden Welten und bieten unseren Mitarbeitenden eine gute Balance zwischen Flexibilität und regelmäßigem Austausch mit Kollegen. Darüber hinaus können unsere Mitarbeitenden bis zu 30 Arbeitstage pro Kalenderjahr im Ausland arbeiten. So können sie mehr Zeit mit Familie und Freunden im Ausland verbringen oder einfach die Arbeitsumgebung wechseln, um einen zusätzlichen Kreativitäts- und Energieschub zu erhalten. Ausgehend von regelmäßigem Input von unseren Kollegen, sowohl informell als auch durch unsere vierteljährliche Mitarbeiterbefragung, kann ich sagen, dass das derzeitige flexible, hybride Arbeitsmodell von unseren Mitarbeitenden wirklich geschätzt wird.“
Zu unserer Dax-Umfrage 2025.
Zu unserer Dax-Umfrage 2024.
Zu unserer Dax-Umfrage 2023.


































































