Unified Communication & Collaboration (UCC), also die Konsolidierung sämtlicher Kommunikationskanäle in einer Plattform, ist der Idealzustand der Unternehmenskommunikation. Die Telekommunikationsspezialisten von Snom erklären, warum die Umsetzung bislang oft scheitert.

Aktuell ist eine einheitliche UCC-Plattform in vielen Unternehmen noch Zukunftsmusik. Abbildung: SAB, Google KI
Das Konzept ganzheitlicher Kommunikationslösungen, die Sprache, E-Mail, Chat, Video und Kollaboration miteinander vereinen, findet sich regelmäßig in Strategie- und Marketingdokumenten. In den Unternehmen existieren jedoch häufig zahlreiche verschiedene Systeme. So gibt es bei dem Vorhaben, alle relevanten Kommunikationskanäle systemisch in einer UCC-Plattform zu integrieren, potenziell viel Luft nach oben. Das zeigen auch Marktanalysen, die das Wachstumspotenzial dieses Segments untersucht haben. Demnach wird der europäische Markt für UCC-Lösungen auf rund 49 Milliarden US-Dollar geschätzt, bei einer jährlichen Wachstumsrate von rund 18 Prozent bis 2030 (Quelle: Grand View Research, Europe Unified Communications & Collaboration Market Report 2024). Woran scheitert die Implementierung?
Mögliche Stolpersteine
Die Theorie verspricht, mit einer einheitlichen UCC-Lösung sämtliche Kommunikationskanäle effizient zu bündeln. In der Praxis kann dies einen tiefen, nicht unproblematischen Eingriff in funktionierende Strukturen und Arbeitsprozesse bedeuten, sagen die Experten von Snom. Systeme müssen konsolidiert, Mitarbeitende geschult, Prozesse angepasst und Compliance-Fragen geklärt werden. In Europa spielt zudem die Einhaltung der DSGVO eine wichtige Rolle. Für viele Firmen bedeutet das einen enormen zeitlichen und technischen Aufwand. Dieser wird darum häufig aufgeschoben, da sich die erhofften Effizienzgewinne erst nach Monaten oder Jahren einstellen.
Kosten Kalkulieren
Moderne UCC-Plattformen können sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb kostenintensiv sein. Lizenzen, laufende Gebühren, Schulungen und die notwendige Anpassung der IT-Landschaft bedeuten erhebliche Investitionen. Deshalb entscheiden sich viele Unternehmen für eine fragmentierte Lösung, bei der aus betriebswirtschaftlichen Gründen beispielsweise die IP-Telefonie getrennt von bestehenden E-Mail- und Kollaborationstools betrieben wird. Studien belegen, dass sich durch IP-Telefonieplattformen – in der Cloud oder als On-Premise-Lösung – bis zu 40 Prozent der Kosten im Vergleich zu klassischen Telefonsystemen einsparen lassen (Quelle: Verified Market Research, Europe IP Telephony and UCaaS Market 2024).
Etablierte Lösungen
Viele Funktionen, die über eine UCC-Lösung laufen könnten, sind seit langer Zeit über etablierte Tools verfügbar. So bleibt die E-Mail in Systemen wie Microsoft Exchange oder Google Workspace, während Chat und Kollaboration über Anwendungen wie Slack, Teams oder Zoom organisiert werden. Diese Lösungen sind so weit verbreitet, dass sie faktisch zum Standard geworden sind. Ein Wechsel auf eine monolithische UCC-Plattform schafft in vielen Fällen nicht nur unnötige Doppelstrukturen, sondern verursacht auch zusätzliche Kosten, ohne die Kommunikationsqualität zu verbessern.






























































