Die Arbeitszufriedenheits-Studie 2025 des Personaldienstleisters YER Deutschland zeigt, dass Workation weiter an Bedeutung gewonnen hat. Das Unternehmen benennt Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und weist für beide Seiten auf Herausforderungen bei der Umsetzung hin.

Neue Orte bringen neue Ideen – doch nicht jeder Ort eignet sich für konzentriertes Arbeiten. Abbildung: Samantha Eaton, Unsplash
Mit Workation zeigen Unternehmen eine Offenheit für flexible Arbeitsmodelle und die Bereitschaft, Verantwortung aufzuteilen. Gleichzeitig können sie so auch attraktiver für internationale Talente werden. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund schätzen die Möglichkeit, Zeit mit ihrer Familie in der ursprünglichen Heimat zu verbringen, ohne dabei ihre Karriere zu vernachlässigen. Mitarbeitende, die ihren Arbeitsort frei wählen dürfen, können oft Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren und bleiben in der Folge häufig länger im Unternehmen. Im Idealfall werden durch neue Umgebungen auch frische Ideen und Impulse eingebracht, die sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirken.
Mögliche Nachteile
Aus Sicht des Personaldienstleisters YER Deutschland kann Remote- Arbeit die Sichtbarkeit der Leistung einzelner Mitarbeitender reduzieren und die Zusammenarbeit in den einzelnen Teams erschweren. Führungskräften fehlt so mitunter das Gespür für die Produktivität des Teams, weil einzelne Personen nicht vor Ort sind. Daher sollten regelmäßige fachliche und soziale Abstimmungen eingeplant werden. Ein weiterer Aspekt ist die Gleichbehandlung: Wer darf Workation machen? Ohne klare Kriterien kann schnell das Gefühl der Ungerechtigkeit entstehen.
Auch rechtliche Stolpersteine sollten bedacht werden. Workation innerhalb der EU ist meist unproblematisch, doch international können Fragen zur Steuerpflicht, zum Arbeitsrecht oder zur Sozialversicherung auftreten. Darüber hinaus sind Ferienwohnungen, Hotels und andere Retreats nicht immer für konzentriertes Arbeiten geeignet. Denn ohne stabiles WLAN, sichere Zugänge und passende Tools funktioniert die Wissensarbeit oft nicht.
Praktische Tipps
Mit offener Kommunikation und klar vermittelten Regeln können Unternehmen und Arbeitnehmer von Workation profitieren. Für ein gelingendes Angebot sind diese Punkte zu beherzigen:
Vertrauen und Ergebnisorientierung: Struktur und klare Absprachen sind entscheidend.
- Rechtliche Grundlagen prüfen, insbesondere bei längeren Aufenthalten oder außerhalb der EU.
- Klare Regeln zu Dauer, Zielregionen, Erreichbarkeit, Datenschutz und Abgrenzung zum Urlaub schaffen.
- Technische Infrastruktur sichern: VPN, Kollaborationstools, gesicherter Zugang zu Daten.
- Frühzeitige Abstimmung zwischen Mitarbeitenden, Führungskraft und Team: Ein klarer Arbeitsplan mit Zeiten und Angaben zur Erreichbarkeit sorgt für Vertrauen und verhindert unnötige Rückfragen.
- Mitarbeitende sollten Aufgaben priorisieren, einen ruhigen Arbeitsplatz wählen und die Selbstorganisation stärken.
- Arbeit und Urlaub klar trennen: echte Auszeiten ohne Notebook oder Benachrichtigungen einplanen.






























































