Nicht alle Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber haben die Mög­lich­keit, in den hei­ßes­ten Mona­ten des Jah­res Urlaub zu neh­men. Immer mehr Büro­tä­ti­ge suchen des­halb nach Tipps und Maß­nah­men, um die Som­mer­hit­ze wenigs­tens etwas erträg­li­cher zu machen.

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen, die an der 40-Grad-Marke kratzen: So sehen Sommer in den kommenden Jahren wohl häufiger aus. Abbildung: unsplash

Strah­len­der Son­nen­schein und Tem­pe­ra­tu­ren, die an der 40-Grad-Mar­ke krat­zen: So sehen Som­mer in den kom­men­den Jah­ren wohl häu­fi­ger aus. Abbil­dung: uns­plash

Anzüge und Kostüme – so sieht der Dresscode in vielen Büros normalerweise aus. In den heißen Sommermonaten wird diese Regel vielerorts gelockert, damit die Angestellten nicht allzu sehr schwitzen müssen. Abbildung: Pixabay

Anzü­ge und Kos­tü­me – so sieht der Dress­code in vie­len Büros nor­ma­ler­wei­se aus. In den hei­ßen Som­mer­mo­na­ten wird die­se Regel vie­ler­orts gelo­ckert, damit die Ange­stell­ten nicht all­zu sehr schwit­zen müs­sen. Abbil­dung: Pixabay

Frisches Obst ist eine nette Ergänzung, sollte aber nicht die einzige Maßnahme gegen hohe Temperaturen im Büro sein. Abbildung: Pixabay

Fri­sches Obst ist eine net­te Ergän­zung, soll­te aber nicht die ein­zi­ge Maß­nah­me gegen hohe Tem­pe­ra­tu­ren im Büro sein. Abbil­dung: Pixabay

Lockere Kleidung und Co. als Maßnahmen für Angestellte

Ange­stell­te haben nicht beson­ders vie­le Mög­lich­kei­ten, die Hit­ze für sich selbst erträg­lich zu machen. Grund­sätz­lich gilt im Som­mer: Viel trin­ken, damit der Kör­per nicht dehy­driert. Die benö­tig­te Men­ge an Flüs­sig­keit steigt mit den Tem­pe­ra­tu­ren gemein­sam an. Dabei ist essen­zi­ell, nicht zu kal­te Geträn­ke zu sich zu neh­men, obwohl dies ver­lo­ckend erscheint. Doch eis­ge­kühl­te Geträn­ke sen­ken die Kör­per­tem­pe­ra­tur nur kurz­zei­tig. Danach fängt der Kör­per an, gegen die Käl­te zu kämp­fen. Das Resul­tat: star­kes Schwit­zen. Statt­des­sen ist es sinn­voll, Geträn­ke auf Raum­tem­pe­ra­tur zu trin­ken. So wird dem Kör­per genug Flüs­sig­keit gege­ben und der Kör­per schwitzt nicht zusätz­lich.

Zudem hel­fen regel­mä­ßi­ge, klei­ne Pau­sen dabei, die Leis­tungs­fä­hig­keit wie­der­her­zu­stel­len. Ein wenig Ent­span­nung, ein küh­les Getränk und etwas Was­ser auf den über­hitz­ten Hand­ge­len­ken sor­gen für neue Kon­zen­tra­ti­on.

In vie­len Büros wird der Dress­code in den hei­ßen Som­mer­mo­na­ten etwas locke­rer gese­hen als sonst. Herr­schen nor­ma­ler­wei­se Kos­tü­me, Klei­der und Anzü­ge vor, erlau­ben vie­le Vor­ge­setz­te ihren Mit­ar­bei­tern nun leich­te T-Shirts und locker sit­zen­de Klei­dung. Doch Ach­tung: Röcke soll­ten trotz­dem nicht zu kurz und Aus­schnit­te nicht zu tief sein! Von ärmel­lo­sen Ober­tei­len ist sowohl als Mann als auch als Frau abzu­se­hen. Viel­mehr geht es dar­um, leich­te­re Stof­fe und luf­ti­ge­re Klei­dung zu tra­gen. Hel­le Far­ben soll­ten den Som­mer modisch sowie­so beherr­schen, da sie das Licht reflek­tie­ren und sich daher lang­sa­mer auf­hei­zen als dunk­le Stof­fe.

Die Web­site Mein-wahres-Ich.de zeigt in die­sem Arti­kel eine Zusam­men­fas­sung von 17 Tipps, die die Hit­ze für Ange­stell­te noch erträg­li­cher machen. Gene­rell hel­fen vie­le klei­ne Maß­nah­men dabei, den Kör­per abzu­küh­len und Stress am Arbeits­platz zu redu­zie­ren.

Wie ist die rechtliche Lage?

Der Gesetz­ge­ber hat in der Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung kla­re Richt­li­ni­en fest­ge­setzt, wie hoch die Raum­tem­pe­ra­tur in einem Büro sein soll­te. Laut den „Tech­ni­schen Regeln für Arbeits­stät­ten“ bestehen bestimm­te Ober­gren­zen für die Raum­tem­pe­ra­tur und zudem ent­spre­chen­de Maß­nah­men, falls die­se Grenz­wer­te über­schrit­ten wer­den. Grund­sätz­lich muss der Arbeit­ge­ber sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter vor direk­ter Son­nen­ein­strah­lung schüt­zen, bei­spiels­wei­se mit Jalou­si­en oder reflek­tie­ren­den Vor­rich­tun­gen am Fens­ter. Ab einer Außen­luft­tem­pe­ra­tur von über 26 Grad Cel­si­us kann es gemäß Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung zu einer Gesund­heits­ge­fähr­dung kom­men. Es ist bereits rat­sam, Maß­nah­men gegen die Hit­ze ein­zu­set­zen. Ab einer Raum­tem­pe­ra­tur von über 30 Grad Cel­si­us müs­sen wirk­sa­me Maß­nah­men vom Arbeit­ge­ber ergrif­fen wer­den, um die Ange­stell­ten zu schüt­zen. Der Chef hat fol­gen­de Mög­lich­kei­ten:

  • Jalou­si­en auch nach der Arbeits­zeit wei­ter­hin geschlos­sen las­sen, um eine nach­träg­li­che Erhit­zung des Raums zu ver­mei­den
  • Lüf­tungs­ein­rich­tun­gen so nut­zen, dass der Raum bei­spiels­wei­se über Nacht her­un­ter­kühlt
  • In den frü­hen Mor­gen­stun­den lüf­ten
  • Was­ser bereit­stel­len (sie­he oben)
  • Locke­rung der Beklei­dungs­re­ge­lun­gen (sie­he oben)

Wenn das Büro wär­mer ist als 35 Grad Cel­si­us, eig­net es sich offi­zi­ell nicht mehr, um dar­in zu arbei­ten. Das bedeu­tet, dass der Chef einen ande­ren, küh­le­ren Raum zur Ver­fü­gung stel­len muss. Alter­na­tiv kön­nen die Mit­ar­bei­ter im Home-Office arbei­ten oder die Arbeits­zeit wird unter­bro­chen, bis der Raum her­un­ter­ge­kühlt wur­de.

Das können Chefs noch für sich und ihre Angestellten tun

Die ers­ten Maß­nah­men in den Som­mer­mo­na­ten soll­ten Jalou­si­en, viel Schat­ten und küh­le Luft, zum Bei­spiel durch Ven­ti­la­to­ren oder eine Kli­ma­an­la­ge sein. Ziel des Chefs ist, die Raum­tem­pe­ra­tur auf einem ange­neh­men Niveau von etwa 20 bis 22 Grad Cel­si­us zu hal­ten. Vie­le Chefs ermög­li­chen es ihren Mit­ar­bei­tern, in Gleit­zeit zu arbei­ten. So haben die Ange­stell­ten und der Chef selbst die Mög­lich­keit, in den küh­le­ren Mor­gen­stun­den zu arbei­ten und in der extre­men Mit­tags­hit­ze bereits im Fei­er­abend zu sein. Das hat zudem den posi­ti­ven Effekt, dass Eltern mehr Zeit mit ihren Kin­dern ver­brin­gen kön­nen. Die Som­mer­fe­ri­en umfas­sen in der Regel die hei­ßes­ten Som­mer­mo­na­te, sodass berufs­tä­ti­ge Eltern durch die Gleit­zeit dop­pelt ent­las­tet wer­den.

Bereits bei der Ein­rich­tung des Arbeits­plat­zes ach­ten Arbeit­ge­ber dar­auf, dass der Raum hell, freund­lich und sinn­voll ein­ge­rich­tet wird. Strahlt die Son­ne genau in der Mit­tags­zeit in eine Ecke des Raums, soll­ten dort kei­ne Schreib­ti­sche von Mit­ar­bei­tern ste­hen. Eine hel­le und moder­ne Büro­ein­rich­tung sorgt außer­dem dafür, dass die Ange­stell­ten moti­viert, kon­zen­triert und leis­tungs­fä­hig sind. So kön­nen sie selbst in Gleit­zeit ihr Arbeits­pen­sum pro­blem­los umset­zen.

Zur Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on gibt es ein wei­te­res, äußerst belieb­tes Mit­tel: den Obst­korb. Im Som­mer kommt das berühm­te Eis, das vom Chef aus­ge­ge­ben wird, hin­zu. Wäh­rend Letz­te­res auch ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lich betrach­tet eher pro­ble­ma­tisch ist, ist Obst wei­ter­hin am Arbeits­platz beliebt. Es gehört zu den aktu­el­len Trends, neue und erfah­re­ne Mit­ar­bei­ter zu moti­vie­ren und ihnen ein posi­ti­ves Gefühl zu geben. Ins­ge­samt ist der Obst­korb ein net­tes Gim­mick, das sicher zur Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on bei­trägt. Aller­dings soll­te es nicht aus­schlag­ge­bend bei der Pla­nung von Maß­nah­men gegen die som­mer­li­che Hit­ze sein.

Fazit: Alle sitzen im selben Boot

Wer trotz aller Gegen­maß­nah­men immer noch unter der gro­ßen Som­mer­hit­ze lei­det, soll­te sich eines stets vor Augen hal­ten: Alle Mit­ar­bei­ter sit­zen im sel­ben Boot. Den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ist eben­so warm, sie alle wol­len auch am liebs­ten Urlaub haben. Es bringt also nichts, schlech­te Lau­ne zu ver­brei­ten oder die gan­ze Zeit über die Hit­ze zu meckern. Im Gegen­teil: Das führt eher dazu, dass alle demo­ti­viert sind und das gan­ze Büro jam­mert und meckert. Statt­des­sen soll­ten alle Mit­ar­bei­ter Maß­nah­men gegen die Hit­ze ergrei­fen und sich so etwas abküh­len. Schließ­lich ist es unab­ding­bar, die Hit­ze gemein­sam zu ertra­gen. Der nächs­te Herbst kommt bestimmt!