Ein Gespenst geht um in den Büros – das Gespenst der Pro­kras­ti­na­ti­on. Man­ches wird ver­scho­ben, auf­ge­scho­ben, bis es nicht mehr geht und Ärger droht. Der 6. Sep­tem­ber wird in den USA als Anti-Pro­kras­ti­na­ti­ons-Tag began­gen.

Unangenehme Dinge werden allzu gern vertagt. Sehr zum Unmut unserer Mitmenschen. Abbildung: pexels

Unan­ge­neh­me Din­ge wer­den all­zu gern ver­tagt. Sehr zum Unmut unse­rer Mit­men­schen. Abbil­dung: Pexels

Pro­kras­ti­na­ti­on lei­tet sich vom latei­ni­schen Wort „pro­cras­ti­na­re“ ab, das mit „ver­ta­gen“ und „auf­schie­ben“ über­setzt wird. Wer den soge­nann­ten Fight Pro­cras­ti­na­ti­on Day am 6. Sep­tem­ber in den USA ins Leben geru­fen hat, das ist unbe­kannt. Bekannt ist dage­gen, um wel­ches Phä­no­men es sich han­delt. Jeder kennt es: Unan­ge­neh­me Din­ge, die man erle­di­gen muss, wer­den ver­scho­ben – bes­ten­falls auf den nächs­ten Tag, um dann erneut unbe­ar­bei­tet zu blei­ben. Auf die­se Wei­se wächst der Unmut derer, die bestimm­te Arbeits­er­geb­nis­se in time erwar­ten. Aber auch die Auf­schie­ber lei­den. Denn man denkt stän­dig an die ver­tag­ten Auf­ga­ben und sieht vor dem inne­ren Auge den Berg des Uner­le­dig­ten ste­tig wach­sen.

Ein guter Tag, um anzufangen

Der Anti-Pro­kras­ti­na­ti­ons-Tag ist nicht als Dro­hung gemeint. Er dient der eige­nen Moti­va­ti­on, end­lich das Ver­dräng­te her­vor­zu­ho­len und anzu­ge­hen. Das ist oft leich­ter gesagt als getan, weil die Pro­kras­ti­na­ti­ons­ab­la­ge über­voll ist. Und doch ver­spricht schon die Erle­di­gung einer ver­scho­be­nen Auf­ga­be Ent­las­tung. Eine her­aus­ge­zo­ge­ne Kar­te bringt das gan­ze Haus der Pro­kras­ti­na­ti­on zum Ein­sturz. Aller Anfang ist schwer, ist er aber gemacht, dann geht es ganz leicht. Man macht die Erfah­rung, dass es doch nicht so schlimm war, anzu­fan­gen. Ver­wun­de­rung stellt sich ein, war­um man die Din­ge bloß so lan­ge ver­scho­ben hat.

Vier Tipps wider die Prokrastination

  • Nut­zen Sie die Zeit, in der Sie sowie­so mit schlech­tem Gewis­sen an Uner­le­dig­tes den­ken, es tat­säch­lich anzu­pa­cken. Das hebt die Stim­mung. Man befin­det sich wie­der auf der Sie­ger­stra­ße.
  • Hal­ten Sie sich ver­meint­li­che Zeit­fres­ser wie Soci­al Media vom Hals. Defi­nie­ren Sie lie­ber Zeit­fens­ter, in denen gezielt Ent­schleu­ni­gung als Beloh­nung mög­lich und nötig ist.
  • Schrei­ben Sie Uner­le­dig­tes und Ver­scho­be­nes auf far­bi­ge Selbst­kle­be­zet­tel. Wäh­len Sie dafür eine Far­be, die Sie nicht mögen. Freu­en Sie sich, wenn die­se Zet­tel nach und nach wie­der ver­schwin­den.
  • Erstel­len Sie eine Hit­lis­te mit jenen drei Din­gen, die am sel­ben Tag auf jeden Fall erle­digt wer­den müs­sen. Jedes Erle­digt-Häk­chen lässt auf­at­men. Schaf­fen Sie mehr? Umso bes­ser! Danach fan­gen Sie mit nega­ti­ven Hit­lis­ten an, auf der die nach eige­nem Emp­fin­den schlimms­ten Auf­ga­ben ste­hen. Jedes Häk­chen lässt sie dar­an den­ken, es von nun an auch mit Dra­chen und ande­ren Unge­heu­ern auf­neh­men zu kön­nen.