Lie­ber Cay von Four­nier,

TEAM – in man­chen Fir­men ist das nur die Abkür­zung für „Toll, Ein Ande­rer Macht‘s“. Was macht wirk­lich pro­duk­ti­ve Teams aus?

Ihr Robert Nehring

OFFICE-ROXX fragt – der Unternehmens-Doc antwortet.

OFFICE-ROXX fragt – der Unter­neh­mens-Doc ant­wor­tet.

Dr. Dr. Cay von Fournier

Dr. Dr. Cay von Four­nier ist seit 2002 Inha­ber des 1985 gegrün­de­ten SchmidtCol­legs. Der sowohl in Medi­zin als auch Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten pro­mo­vier­te Trai­ner und Autor zählt zu Deutsch­lands renom­mier­tes­ten Bera­tern von Unter­neh­mern und Unter­neh­men, spe­zi­ell des Mit­tel­stan­des. Sein pra­xis­na­hes Wis­sen gibt er unter ande­rem in sei­nen Unter­neh­mer­En­er­gie-Semi­na­ren wei­ter.

In der aktu­el­len Manage­ment­li­te­ra­tur wird die Wich­tig­keit eines Teams durch­aus kon­tro­vers dis­ku­tiert. Auf den ers­ten Blick schei­nen Teams das Wesen von erfolg­rei­chen Gesell­schaf­ten und Unter­neh­men zu sein. Bemer­kens­wert ist aber auch, dass groß­ar­ti­ge Leis­tun­gen durch­aus auch Leis­tun­gen ein­zel­ner Men­schen sein kön­nen. Wie bei vie­len wich­ti­gen The­men haben wir hier eine Ambi­gui­tät. Sie beschreibt sowohl die Bedeu­tung des Teams, als auch die Leis­tungs­fä­hig­keit des Ein­zel­nen, die durch eine falsch ver­stan­de­ne Team­dy­na­mik nicht ein­ge­schränkt wer­den soll­te. Jeder soll­te sich in sei­ner eige­nen Per­sön­lich­keit mit sei­nen eige­nen Stär­ken in einem Team wohl und wert­ge­schätzt füh­len. Die­se Stär­ken von Men­schen resul­tie­ren auch aus ihrem Denk­stil, der sehr unter­schied­lich sein kann. Wir im SchmidtCol­leg ver­wen­den das HBDI®-System, das die Aus­prä­gung des Denk­stils ver­ein­facht dar­ge­stellt in „ratio­nal“, „struk­tu­riert“, „emo­tio­nal“ und „kon­zep­tio­nell“ unter­teilt. Mit unse­rem Füh­rungs­sys­tem „Unter­neh­mer­En­er­gie“ haben wir die­se Denk­sti­le auf ein Unter­neh­men über­tra­gen. Bei der Zusam­men­stel­lung eines Teams, wie auch eines Unter­neh­mens, ist die Mischung und das Vor­han­den­sein aller Denk­sti­le im Team von beson­de­rer Bedeu­tung. Neben die­ser Eigen­schaft spielt eben­so ein geleb­tes Wer­te­sys­tem eine gro­ße Rol­le. Die­ses Wer­te­sys­tem soll­te allen Teil­neh­mern eines Teams bekannt sein. Bei­spie­le: Wert­schät­zung ist ein Grund­wert, den jedes Team­mit­glied zunächst ein­mal unab­hän­gig von sei­ner Leis­tung ver­dient. Dies drückt sich in einer guten Kom­mu­ni­ka­ti­on eben­so aus, wie im all­ge­mei­nen Umgang unter­ein­an­der, der so man­ches Mal zu wün­schen übrig­lässt. Der Respekt als zusätz­li­cher Wert ent­steht durch eine gute Leis­tung, die durch einen offe­nen Dia­log auch als sol­che ver­mit­telt wer­den soll­te. Eine feh­len­de oder schlech­te Leis­tung muss früh­zei­tig als sol­che, aber eben­falls immer wert­schät­zend kom­mu­ni­ziert wer­den. Ins­ge­samt ist der Wert „Offen­heit“ ent­schei­dend für den Erfolg eines Teams, denn nur die Offen­heit ermög­licht auch eine Wei­ter­ent­wick­lung – per­sön­lich, wie auch als Team. Die Offen­heit ist Teil einer Kul­tur, die in einem Team gelebt wird. Eine sol­che Kul­tur soll­te durch Spiel­re­geln beschrie­ben wer­den. Und damit haben wir schon eini­ge Grund­la­gen und Vor­aus­set­zun­gen für erfolg­rei­che Teams:

  • Erfolg­rei­che Teams haben eine Visi­on, ein „War­um“ für ihren Auf­trag.
  • Erfolg­rei­che Teams ent­wi­ckeln sich per­ma­nent wei­ter.
  • Erfolg­rei­che Teams pfle­gen eine kon­struk­ti­ve Offen­heit.
  • Erfolg­rei­che Teams haben eine gesun­de Feh­ler­kul­tur. Sie ler­nen aus Feh­lern.
  • Erfolg­rei­che Teams haben kla­re Spiel­re­geln und gemein­sa­me Wer­te, an die sich jedes Team­mit­glied hal­ten muss (Team-Spi­rit).
  • Erfolg­rei­che Teams schät­zen die Leis­tung des ande­ren mit Respekt.
  • Erfolg­rei­che Teams wert­schät­zen alle Team­mit­glie­der bedin­gungs­los.
  • Erfolg­rei­che Teams nut­zen die Stär­ken der ein­zel­nen Team­mit­glie­der und machen deren Schwä­chen bedeu­tungs­los.
  • Erfolg­rei­che Team sind meist (je nach Ziel­set­zung) gemisch­te Teams.
  • Erfolg­rei­che Teams haben eine för­dern­de Füh­rung, die in der Regel Ent­schei­dun­gen gemein­schaft­lich trifft und auf Hier­ar­chi­en nach Mög­lich­keit ver­zich­tet.

Dies sind eini­ge Din­ge, die erfolg­rei­che Teams aus­zeich­nen. Wich­tig ist an die­ser Stel­le, dass allen Betei­lig­ten der Unter­schied zwi­schen Manage­ment und Füh­rung bewusst ist sowie bei­de Kom­pe­ten­zen in einem Team vor­han­den sind und gepflegt wer­den. Ein effi­zi­en­tes und effek­ti­ves Arbei­ten mit Metho­den und Zie­len ist eben­so wich­tig wie die Mess­bar­keit der Ergeb­nis­se – bei­des resul­tiert aus einem effek­ti­ven Manage­ment. Aber hin­zu kommt eine wei­te­re Funk­ti­on, die des akti­ven Stim­mungs­ma­nage­ments. Hier sind es oft Klei­nig­kei­ten, die für eine gute oder auch schlech­te Stim­mung in einem Team sor­gen kön­nen. Als Leit­li­nie gilt hier, den ande­ren in sei­nen Bedürf­nis­sen zu sehen und zu ver­ste­hen. Die gute Stim­mung in einem Team/Unternehmen ist oft wich­ti­ger als die Stra­te­gie, Pro­zes­se und Zah­len. Denn letzt­lich beein­flusst die Stim­mung die Moti­va­ti­on eines Teams und die­se beein­flusst den Erfolg eines Unter­neh­mens. Zusam­men­fas­send möch­te ich aus mei­ner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung her­aus sagen, dass die part­ner­schaft­li­che und freund­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit in Teams und Unter­neh­men extrem viel Poten­zi­al beinhal­tet, um den Erfolg eines Unter­neh­mens deut­lich zu ver­grö­ßern. Umso mehr soll­ten wir auf einen guten Geist in einem Team ach­ten.