Die sichere Authentifizierung am Drucker wird im hybriden Arbeitsalltag immer wichtiger. Im Interview erklärt Elatec-Produktmanager Dr. Thomas Frasch, wie moderne RFID-Lesegeräte reibungslose Abläufe beim Secure Printing ermöglichen und warum Druckerhersteller auf zertifizierte Multi-Reader setzen.

Dr. Thomas Frasch, Produktmanager bei Elatec. elatec-rfid.com. Abbildung: Markus Reuter
OFFICE ROXX: Herr Dr. Frasch, Elatec ist seit 38 Jahren im Bereich Secure Printing unterwegs. Warum ist dieses Thema in der heutigen Zeit so relevant?
Dr. Thomas Frasch: Es ist heute relevanter denn je. Wir dürfen nicht vergessen: Der moderne Drucker ist längst ein Multifunktionsdrucker, der weit mehr ist als ein reines Ausgabegerät für Papierdokumente. Er ist ein hochvernetztes System, das scannt, kopiert und sensible Daten verarbeitet. Sogenanntes Pull Printing, bei dem Druckaufträge erst nach einer Authentifizierung am Gerät freigegeben werden, wächst enorm. Treiber sind hier vor allem gestiegene Sicherheitsanforderungen, die DSGVO und der Wunsch nach Kostenreduktion. Gleichzeitig sehen wir einen technologischen Wechsel: Veraltete PIN-Codes oder Magnetstreifen werden zunehmend durch sichere RFID-, BLE- und NFC-Technologien abgelöst.
Elatec beliefert weltweit führende Druckerhersteller. Warum setzen diese OEMs bei der Authentifizierung auf externe RFID-Leser und nicht auf eigene Lösungen?
Das liegt in erster Linie an den länderspezifischen Zulassungen der Produkte, da nahezu jedes Land seine eigenen Zulassungsvorschriften hat. Wir bieten für den Printbereich keine Platinen an, sondern sogenannte Finished Products – also komplette Lesegeräte mit Gehäuse. Der große Vorteil für die Druckerhersteller ist, dass unsere Leser bereits für den weltweiten Einsatz zertifiziert sind. Würde ein Hersteller den Leser tief in die eigene Elektronik integrieren, müsste er für jedes Land eine aufwendige Gesamtzertifizierung des kompletten Druckers durchführen. Durch unsere fertigen Leser entfällt dieser Schritt, was den weltweiten Vertrieb enorm vereinfacht.
Es gibt unzählige Druckermodelle auf dem Markt. Wie stellen Sie sicher, dass die Lesegeräte physisch zu all diesen Geräten passen?
Wir arbeiten mit drei verschiedenen Formfaktoren, um alle Use-Cases abzudecken. Es gibt den klassischen „TWN4 MultiTech 2“ und den „TWN4 USB Front Reader“ für Drucker, die lediglich über eine USB-Schnittstelle verfügen. Für speziellere Anforderungen haben wir den „TWN4 Slim“-Leser entwickelt. Viele namhafte Druckerhersteller integrieren sogenannte Pockets oder Einbauschächte in ihre Drucker. Unser Slim-Leser sowie der Front-Reader passen exakt in diese vorgefertigten Schächte. Zudem bieten wir spezielle Halterungen an, falls ein Leser außen am Drucker befestigt werden muss.

Beim Pull Printing werden Druckaufträge erst nach einer Authentifizierung am Gerät freigegeben. Abbildung: Elatec
Die Anforderungen an die Authentifizierung ändern sich rasant – insbesondere durch die Smartphone-Authentifizierung. Wie reagieren Sie auf diese Entwicklungen?
Der Markt wandelt sich tatsächlich stark und es kommen stetig neue Credentials hinzu. Aktuell unterstützen wir mehr als 100 physische und mobile Credentials sowie über 60 Transpondertechnologien. Um den steigenden Security-Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln wir unsere Hardware kontinuierlich weiter. Ein aktuelles Beispiel ist der Slim MK2. Diese verbesserte Version kann nicht nur die neuesten Credentials auslesen, sondern bringt auch elektronische und bauliche Hardware-Anpassungen mit sich.
Ein wichtiges Thema für Anwender ist die Geschwindigkeit am Drucker. Wie lässt sich die Lese-Performance in der Praxis optimieren?
Die Lese-Performance hängt direkt mit der Firmware zusammen. Wenn ein Leser so eingestellt ist, dass er bei jedem Scanvorgang alle 100 möglichen Transponder-Typen abfragt, dauert das natürlich seine Zeit. In der Praxis nutzt ein Unternehmen aber meist nur zwei oder drei spezifische Ausweistypen. Wenn wir die Firmware genau auf diesen konkreten Anwendungsfall zuschneiden, reagiert der Leser extrem schnell. Unser Support-Team hat jahrelange Erfahrung und erstellt solche optimierten Firmwares für Kunden innerhalb kürzester Zeit.
Was passiert, wenn ein global agierendes Unternehmen einen neuen Ausweistyp einführt? Müssen dann alle Lesegeräte an den Druckern manuell aktualisiert werden?
Nein, die Leser lassen sich remote über das Netzwerk updaten. Wenn ein Unternehmen einen neuen Standort mit anderen Transpondern integriert, kann die neue Firmware global per Klick an die angeschlossenen Drucker durchgeleitet werden. Ein Hardware-Austausch ist nicht nötig. Für Druckerhersteller und Lösungsanbieter bieten wir zudem ein eigenes Development-Pack an. Damit können erfahrene Entwickler ihre Firmware-Profile komplett selbst erstellen und verwalten, um sie optimal in ihre spezifischen Software-Architekturen zu integrieren.






























































