Welche Auswirkungen hat Workation auf die Arbeitszufriedenheit, Motivation und individuelle Leistung? Eine Untersuchung des Fraunhofer IAO zeigt: Workation ist mehr als nur ein Trend. Sie kann die Arbeitsweise nachhaltig verändern.

75 Prozent der Teilnehmer sehen den Zugang zur Natur als wichtigen Faktor für eine Workation. Abbildung: Bram Van Oost, Unsplash
Die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten, ist zur Normalität geworden. In diesem Zusammenhang wird auch die sogenannte „Workation“ beliebter. Dabei handelt es sich um eine Arbeitsform, bei der Berufstätige ihre Arbeit an einem Urlaubsort oder während einer Reise verrichten und somit Arbeit (Work) und Urlaub (Vacation) verbinden. Die Publikation „Workation: Trend oder die Zukunft unserer Arbeitswelt?“ des Fraunhofer IAO zeigt, dass 68 Prozent der Befragten das Konzept Workation kennen, 34 Prozent der Arbeitgeber diese Form des mobilen Arbeitens ermöglichen und 26 Prozent der Befragten sie bereits ausprobiert haben.
Motivation und Leistung
Laut der Studie profitieren Mitarbeitende von einer Steigerung ihrer Zufriedenheit durch flexible Arbeitsorte. Zudem trägt die Möglichkeit, Arbeit und Freizeit zu kombinieren, zur Förderung der intrinsischen Motivation bei und führt zu einer messbaren Steigerung der Produktivität. 65 Prozent der Beschäftigten, die bereits eine Workation gemacht haben, berichten von mehr Motivation. 71 Prozent erleben eine höhere Arbeitszufriedenheit und 88 Prozent sagen, ihre Leistung sei gleichgeblieben oder gestiegen.
Workation-Arbeitsplatz
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Workation. Fast 97 Prozent der Befragten halten eine stabile IT-Infrastruktur, zum Beispiel eine schnelle Internetverbindung, für essenziell. Weitere Schlüsselkriterien sind ergonomische Arbeitsplätze (62 Prozent), Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Gespräche (81 Prozent) sowie eine abwechslungsreiche Umgebung (46 Prozent). Besonders geschätzt wird auch der Zugang zur Natur – 75 Prozent der Teilnehmer bewerten ihn als bedeutend für das Wohlbefinden während der Workation.
Herausforderungen
Es gibt aber auch Hürden bei der Umsetzung von Workation. 48 Prozent der Befragten nennen die Genehmigungsprozesse besonders herausfordernd. 34 Prozent empfinden die Frage der Kostentransparenz als Hürde. Zudem äußern viele Befragte die Sorge, dass Neid im Team entstehen könnte. Mit Maßnahmen wie klarer Kommunikation, transparenten Informationen, technischem Support sowie Empfehlungen für geeignete Unterkünfte und mögliche Kostenübernahmen können Unternehmen dem entgegenwirken, rät das Fraunhofer IAO.
Die Studienmacher plädieren dafür, Missverständnisse und Vorurteile zum Thema abzubauen, um Workation erfolgreich integrieren zu können. Arbeitnehmer sollten Workation nicht als „Arbeiten während des Urlaubs“ missverstehen und Arbeitgebende nicht als „Urlaub während der Arbeitszeit“. Stattdessen soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Workation ein Arbeitsmodell ist, das eine Balance zwischen beruflichen Aufgaben und persönlicher Entfaltung ermöglicht.






























































