Die Pausenkultur in deutschen Unternehmen wandelt sich. Das geht aus einer Studie des Catering-Dienstleisters Compass hervor. Sie belegt einen Rückgang ausgedehnter Pausen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an eine gesunde und nachhaltige Verpflegung.

72 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie nach einer Pause produktiver arbeiten. Abbildung: Compass Group
Die Studie wurde vom Umfrageunternehmen Mintel im Auftrag des Catering- und Facility-Management-Dienstleisters Compass durchgeführt. Weltweit haben 29.000 Mitarbeitende an der Erhebung teilgenommen, darunter 2.000 Beschäftigte in Deutschland.
Weniger Pause bei höherem Stress
Die Daten belegen eine starke Veränderung der Pausengewohnheiten. Während sich 2023 noch 70 Prozent der deutschen Mitarbeitenden regelmäßig (drei bis fünf Mal pro Woche) Zeit für eine Hauptmahlzeit nahmen, ist dieser Wert bis 2025 auf 57 Prozent gesunken. Parallel dazu verkürzt sich die verfügbare Zeit. Jeder fünfte Beschäftigte (20 Prozent) erlaubt sich eine Pausendauer von maximal 15 Minuten. Nur zwölf Prozent der Befragten aus Deutschland nehmen sich 45 Minuten oder länger Zeit – ein Wert, der unter dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent liegt.

Nur zwölf Prozent der Teilnehmer nehmen sich 45 Minuten oder länger Zeit für eine Pause. Abbildung: Compass Group
Trotz knapper Zeitfenster ist das Erholungsbewusstsein hoch. 72 Prozent der Befragten gaben an, nach einer Pause produktiver zu sein. Dennoch berichten 43 Prozent der Arbeitnehmer von negativen Auswirkungen des Jobs auf die mentale Gesundheit. Der Wunsch nach Regeneration und der tatsächliche Stress im Job passen demnach oft nicht zusammen. Hinzu kommt, dass 45 Prozent der Befragten das Gefühl haben, dass Pausen von ihrem Arbeitgeber unterschätzt werden. Dies zeigt sich auch beim Thema Essensraum: Nur 24 Prozent der Mitarbeitenden in Deutschland haben Zugang zu einer Kantine oder einem Betriebsrestaurant. Gleichzeitig betonen 67 Prozent der Befragten, dass ein Verpflegungsangebot am Arbeitsplatz ihre Zufriedenheit steigern würde.
Trendwende: Snacking und digitale Sicherheit
Weil es im Alltag oft schnell gehen muss, verändert sich das Essverhalten. Rund 80 Prozent der Mitarbeitenden snacken während der Arbeit. Gleichzeitig steigt das Gesundheitsbewusstsein: 73 Prozent verändern ihre Ernährung aktiv, um langfristig gesünder zu leben. Damit einher geht eine Affinität zu digitalen Lösungen. Während 66 Prozent der Allergiker auf Apps setzen, um volle Transparenz über Inhaltsstoffe zu haben, nutzt fast jeder Zweite (47 Prozent) digitale Vorbestellungen, um die Zeit am Tisch statt in einer Warteschlange zu verbringen. Zusammen mit der hohen Akzeptanz von Bestellkiosken (42 Prozent) kann durch den Einsatz technischer Lösungen der Aufwand beim Bezahlen reduziert werden.
High-Tech für mehr High-Touch
Der Trend zu „Micro-Breaks“ kann mit digitalen Service- und Verpflegungsangeboten unterstützt werden. So stellen Unternehmen sicher, dass die Betriebsgastronomie trotz Zeitdrucks ein sozialer Ankerpunkt bleibt, der sich durch kurze Wartezeiten und hohe Servicequalität auszeichnet.





























































