Der Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) hat sieben Trends identifiziert, die im Jahr 2026 die Planung und Einrichtung von Büros bestimmen werden. Im Fokus stehen hybrides Arbeiten, KI und Nachhaltigkeit.

Hybrides Arbeiten, KI und Nachhaltigkeit sollen die Büroeinrichtung 2026 prägen. Abbildung: Interstuhl
Das Büro verändert seinen Charakter. Unternehmen nutzen es zunehmend als Instrument für Zusammenarbeit, Entwicklung und Identität. Grund dafür sind hybride Arbeitsmodelle, veränderte Teamstrukturen, Fachkräfteengpässe und wachsende Anforderungen an Gesundheit und Nachhaltigkeit. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob Büros benötigt werden, sondern wofür. Laut IBA sollten in diesem Jahr folgende Merkmale die Planung und Einrichtung von Büros beeinflussen:
1. Hybrides Arbeiten braucht Raumanker
Flexibilität bleibt ein Merkmal moderner Wissensarbeit. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen für Abstimmung und Zusammenhalt. Unternehmen reagieren mit festen Teamtagen, Präsenzanlässen und räumlich verankerten Treffpunkten, die gemeinsame Zeit strukturieren und soziale Bindung stärken.
2. Adaptive Flächen ersetzen starre Programme
Projektarbeit verändert sich heute oft schneller als klassische Raumprogramme. Deshalb rücken modulare Arbeitszonen in den Vordergrund, die sich für Austausch, Fokus, Kreativität oder Lernen konfigurieren lassen. Activity-Based-Working entwickelt sich dabei zu einem praxisnahen Baukasten.
3. Smart Office wird alltagstauglich
Sensorik und digitale Buchungssysteme liefern Daten zu Auslastung, Raumklima und Energieverbrauch. Unternehmen nutzen diese Informationen, um ihre Flächen effizienter zu betreiben, Engpässe zu vermeiden und den Komfort zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen Anwenderfreundlichkeit und ein transparenter Umgang mit Daten.
4. KI verändert Zusammenarbeit und Raumlogik
Künstliche Intelligenz unterstützt Teams bei der Wissensverarbeitung und bei Abläufen. Dadurch entstehen neue Anforderungen an die Gestaltung physischer Arbeitsumgebungen. Flächen für Co-Creation, Review und Prototyping gewinnen an Relevanz. Und Büros werden zu Orten, an denen Teams KI-gestützte Prozesse erproben und weiterentwickeln.
5. Räume prägen Verhalten und Kultur
Workplace-Strategen und Architekturpsychologen weisen darauf hin, dass Raumgestaltung die Kommunikation, Konzentration und das Zugehörigkeitsgefühl beeinflusst. Unternehmen berücksichtigen diese Wirkung bei der Planung stärker, da Büros zunehmend kulturelle und organisatorische Funktionen übernehmen.
6. Wellbeing und Erlebnisqualität rücken in den Vordergrund
Beschäftigte erwarten ergonomische Arbeitsplätze, eine gute Akustik, Tageslicht und eine angenehme Luftqualität. Zusätzlich entstehen Rückzugsorte, informelle Begegnungszonen und Bereiche mit biophilen Elementen, um die Vor-Ort-Präsenz attraktiver zu machen und Bindung sowie gesundes Arbeiten zu fördern.
7. Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit werden zum Designprinzip
Unternehmen orientieren sich bei (Um-)Bau, Betrieb und Beschaffung stärker an Kreislauffähigkeit und Langlebigkeit. Modulare Systeme, Wiederverwendbarkeit und digitale Lebenszyklusdaten schaffen die Basis für energie- und ressourceneffiziente Arbeitswelten.
Das Jahr 2026 markiert dem IBA zufolge einen Übergang, denn die Anforderungen an den physischen Arbeitsplatz verändern sich. Das Büro entwickelt sich vom rein funktionalen Arbeitsort zu einem gestalteten sozialen und kognitiven Umfeld, das Zusammenarbeit, Lernen und Gesundheit ermöglicht. Nicht das Büro an sich steht zur Disposition, sondern seine Rolle. Und diese gewinnt an Bedeutung, je vielfältiger Arbeit wird.






























































