Der Anteil leerstehender Büroflächen ist so hoch wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Daher sind Investoren und Architekten gefragt. Sie müssen das Bürogebäude neu erfinden. Ein möglicher Ansatz ist die Verwendung des Baustoffs Holz. Das zeigt eine neue Bürogebäudegeneration in und bei München.

Bürobauten aus Holz schaffen eine Atmosphäre, in der Menschen gern arbeiten. Abbildungen: Woods (Renderings)
Seit der Pandemie und dem Trend zum Homeoffice sinkt der Büroflächenbedarf in Unternehmen. Dennoch bleiben hochwertige Flächen an guten Standorten gefragt, zumal viele Firmen wieder mehr Präsenz ihrer Mitarbeitenden einfordern.
New-Work-Architektur
Dabei geht es vor allem um New Work. Unter diesem von dem Sozialphilosophen Frithjof Bergmann in den 1970er-Jahren geprägten Begriff wird eine neue Arbeitswelt verstanden, in der die Mitarbeitenden und ihre Bedürfnisse eine bedeutende Rolle spielen. Zentrale Punkte dabei sind Flexibilität, Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit. Auf alle drei Fragen muss die Bürogebäude-Architektur Antworten finden. Idealerweise erfüllt sie die Ansprüche der Mitarbeitenden sowie die Anforderungen des Unternehmens bestmöglich und trägt zu einer Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen bei.
Generation Holz
Mit Bürogebäuden, die fast vollständig aus Holz bestehen, beschreitet das Konzept „Woods“ einen neuen Weg. Eines der ersten Gebäude dieser Art ist in Oberhaching im Süden von München entstanden. Das Gebäude mit dem auffälligen Shed-Dach, den umlaufenden Galerien und den Glasflächen, die einen Weitblick bieten, erstreckt sich über drei Etagen. Es bietet in offenen, lichtdurchfluteten Räumen inspirierende Arbeitswelten. Der Impuls hierfür sowie wesentliche Anregungen kamen vom im Jahr 2021 verstorbenen Unternehmer Heinz Hermann Thiele, der nicht nur den Konzern Knorr-Bremse schuf, sondern auch eine große Leidenschaft für Städtebau und Architektur hegte. Bereits 2019 regte er an, Bürogebäude aus Holz zu errichten.

Neue Bürogebäudegeneration: Das Woods Oberhaching erfüllt den KfW40-Standard. Abbildung: Woods (Renderings).
Bürobauten aus Holz sind zwar etwa 15 Prozent teurer als herkömmliche Gebäude, schaffen aber eine Optik, ein Raumklima, einen Geruch und eine Atmosphäre, in der Menschen gern arbeiten und kreativ sein können. Außerdem senkt der Holzbau im Vergleich zum Betonbau die CO2-Emissionen deutlich und gilt daher als nachhaltige Bauweise. Für jüngere Mitarbeitende ist genau das ein wichtiges Identifikationsmerkmal.
Weitere Holzobjekte
Das Gebäude in Oberhaching war bereits weit vor seiner Fertigstellung im Jahr 2024 langfristig vermietet, vor allem an Unternehmen aus kreativen Branchen. Aufgrund der hohen Nachfrage sind zwei weitere Gebäude nach demselben Konzept geplant. Eines davon ist das Woods am Olympiapark. Das Gebäude mit einer Fläche von 5.700 m2 entsteht als Teil des Quartiers „Das Anders“ auf dem früheren Industriegelände von Knorr-Bremse.































































