Die Digi­ta­li­sie­rung greift umge­stal­tend in die Gesell­schaft ein. Wie sich dabei Orga­ni­sa­tio­nen, Arbeits­wei­sen und -kul­tu­ren ver­än­dern, weiß Jörg Bak­schas, der Inha­ber von Headroom-Con­sult.

Jörg Bakschas war in führenden Managementpositionen in der Büromöbelbranche tätig. Seit 2009 ist er Inhaber von Headroom-Consult und ein gefragter Redner. Abbildung: Headroom Consult

Jörg Bak­schas war in füh­ren­den Manage­ment­po­si­tio­nen in der Büro­mö­bel­bran­che tätig. Seit 2009 ist er Inha­ber von Headroom-Con­sult und ein gefrag­ter Red­ner. Abbil­dung: Headroom-Con­sult

An der schnell vor­an­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung kommt heu­te kein Unter­neh­men mehr vor­bei. Die Ent­wick­lung der Orga­ni­sa­ti­on hin zu agi­lem Arbei­ten ist für vie­le Ent­schei­der des­halb eines der ers­ten Zie­le in die­sen Tagen. Doch neu ist das Gan­ze nicht. Bereits 2001 wur­de von 17 renom­mier­ten Soft­ware­ent­wick­lern das „Agi­le Mani­fest“ for­mu­liert. In der Zwi­schen­zeit hat ein Trans­fer die­ser Metho­dik von der rei­nen Soft­ware­ent­wick­lung zu ande­ren Orga­ni­sa­ti­ons­for­men statt­ge­fun­den. Schnel­le Reak­ti­on auf Kun­den­be­dürf­nis­se durch hohe Fle­xi­bi­li­tät inklu­si­ve erhöh­ter Feh­ler­to­le­ranz und gestei­ger­ter Inter­ak­ti­on inter­dis­zi­pli­nä­rer Indi­vi­du­en prä­gen die­se „neue“ Arbeits­wei­se. Vor die­sem Hin­ter­grund gehört heu­te zum Kern­ziel vie­ler Unter­neh­mens­lei­tun­gen, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu erhal­ten und neue Geschäfts­mo­del­le zu ent­wi­ckeln.

Digitale Arbeitsplätze sind kein reines IT-Thema

Am Anfang des Umstel­lungs­pro­zes­ses steht jedoch die Fir­men­kul­tur, und genau hier liegt oft ein Schei­tern der Trans­for­ma­ti­on im Rah­men der Digi­ta­li­sie­rung begrün­det. Denn der digi­ta­le Arbeits­platz ist kein rei­nes IT-The­ma. Der Mensch ist der ent­schei­den­de Fak­tor. Ein Teil der Mit­ar­bei­ter will nach wie vor Struk­tur und anlei­ten­de Füh­rung. Sie ver­weh­ren sich den moder­nen Trends eigen­ver­ant­wort­li­chen Arbei­tens. Vor allem, wenn die Geschäfts­lei­tung die neue Kul­tur nicht selbst vor­lebt und die nöti­gen Frei­räu­me gewährt.

Frei­räu­me haben noch eine wei­te­re Bedeu­tung, die des rea­len Rau­mes. Die Mit­ar­bei­ter sol­len selbst ent­schei­den kön­nen, wo, also in wel­cher Flä­che, sie die gera­de anste­hen­de Auf­ga­ben­stel­lung am bes­ten erle­di­gen kön­nen. Es gibt aller­dings kei­ne Standard-„Bürowelt der Zukunft“ mit fest defi­nier­ten Lay­outs von tren­di­gen Mul­tispaces. Es gilt zunächst fest­zu­stel­len, was das ein­zel­ne Unter­neh­men eigent­lich braucht. Muss es wirk­lich agi­les Arbei­ten sein? Und wenn, gilt das für alle Mit­ar­bei­ter? Wel­che Flä­chen­an­ge­bo­te in wel­cher Grö­ße und Aus­stat­tung benö­ti­ge ich dazu?

Wer ist schon bereit für neue Arbeitsweisen?

Hier ist zu aller­erst die Per­so­nal­ent­wick­lung gefragt. Sind die Men­schen im Unter­neh­men bereit zu neu­en Arbeits­wei­sen? Nicht nur im Hin­blick auf das Wol­len oder das Müs­sen, son­dern auch auf das Kön­nen. Die tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung geht rasend schnell wei­ter (Stich­wort KI), und die offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on bzw. Kol­la­bo­ra­ti­on muss viel­fach erst ein­mal erlernt wer­den. Sonst erge­ben sich Kon­flik­te, die oft­mals ver­deckt wer­den, wenn etwa im Open-Space schlech­te Akus­tik vor­ge­scho­ben wird.

Vor eini­gen Jah­ren war die Ant­wort auf die Fra­ge „Was ist für Sie Büro?“ noch sehr klar beant­wor­tet: Schreib­tisch, Tele­fon, Com­pu­ter, Kol­le­gen, … Heu­te ist non-ter­ri­to­ria­les Arbei­ten selbst­ver­ständ­lich gewor­den. Es kann, nicht zuletzt durch die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten, theo­re­tisch über­all und jeder­zeit gear­bei­tet wer­den. Aber wie sieht die Pra­xis aus?

Die Vielheit der Tätigkeiten und Flächenkonzepte

Die Arbeits­or­te ver­tei­len sich zuneh­mend auf moder­ne Mul­tispace-Offices und Third Pla­ces wie Cowor­king-Spaces. Die Büro­mö­bel­bran­che ver­wen­det neu­er­dings den Begriff „Activi­ty Based Working“. Kern­fra­gen sind dazu: Wer macht was, mit wem, und wo soll oder kann dies statt­fin­den?

Zukunfts­ori­en­tier­te Mul­tispaces mit High­tech-Arbeits­plät­zen und viel­fäl­ti­gen Flä­chen­an­ge­bo­ten sind kein Selbst­zweck, son­dern erge­ben sich unter­neh­mens­be­zo­gen indi­vi­du­ell aus einer Viel­zahl von Fak­to­ren: Fir­men­kul­tur, Stra­te­gie, Mit­ar­bei­ter­ent­wick­lung, Geschäfts­mo­dell­ent­wick­lung usw.

Mit vielseitigen Abstimmungsprozessen zum neuen Arbeiten

Zu jeder Flä­che soll­te ein Bedarf und die indi­vi­du­el­le Nut­zung unter Ein­be­zie­hung der spä­te­ren Nut­zer erar­bei­tet wer­den. Die­ses muss mit der bestehen­den oder zu ent­wi­ckeln­den Fir­men­kul­tur und dem Geschäfts­mo­dell zusam­men­pas­sen. Wenn der gesam­te Pro­zess der Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung und -befä­hi­gung auf die Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung und die Gestal­tung der Arbeits­wel­ten abge­stimmt ist, dann ste­hen die Chan­cen gut für eine agi­le, digi­ta­le und damit resi­li­en­te Arbeits­form in zukunfts­ori­en­tier­ten Büro­um­ge­bun­gen.

Sie wollen Jörg Bakschas live erleben?

Dann mel­den Sie sich zum Büro­t­rend­fo­rum „Smart Office Solu­ti­ons“ am 25. Janu­ar 2020 auf der Paper­world in Frankfurt/Main an. Der Ein­tritt zu Forum und Mes­se ist nach bestä­tig­ter Anmel­dung gra­tis. Nähe­res auf OFFICE-ROXX.DE.