Natür­li­che Far­ben, For­men und Mate­ria­li­en redu­zie­ren Stress und stei­gern das Wohl­be­fin­den. Die Publi­zis­tin Dr. Alex­an­dra Hil­de­brandt erläu­tert, war­um die Ein­bin­dung der Natur in die Gestal­tung neu­er Arbeits­wel­ten wich­tig ist.

Nachhaltiges Wirtschaften rückt immer mehr in den Fokus unternehmerischen Handelns. Abbildung: Pixabay

Nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten rückt immer mehr in den Fokus unter­neh­me­ri­schen Han­delns. Abbil­dung: Pixabay

Das Leben von vie­len Men­schen ist heu­te von Stress, Tech­nik und Beton beherrscht – für einen aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gang in der Natur bleibt kaum Zeit. Vor allem Groß­städ­ter sind davon betrof­fen. Eine Natur-Oase kann dann den idea­len Rück­zugs­ort bie­ten. Kein Wun­der also, dass „Urban Jung­le“ nicht nur zum Wohn­trend wird, son­dern auch die Arbeits­welt der Zukunft prägt.

Räumliche Trennung von Arbeit und Natur auf dem Rückzug

Immer mehr Arbeits­wel­ten wer­den heu­te mit Räu­men der Nicht-Arbeit (Natur) asso­zi­iert. Die räum­li­che Tren­nung von Arbeit und Natur wird aber auch in weni­ger spek­ta­ku­lä­ren Ent­wür­fen  neu­er Arbeits­wel­ten teil­wei­se auf­ge­ho­ben: Das zeigt ein Blick in die Fir­men­zen­tra­len von Uni­le­ver, accen­ture oder Micro­soft. Hier wer­den Natur­an­sich­ten auf Moni­to­ren in den Gebäu­den prä­sent gemacht.

Mit positivem Beispiel vorangehen

Für Unter­neh­men wie die memo AG ist das grü­ne Arbeits­um­feld selbst­ver­ständ­lich. In allen Büro­räu­men und in der Cafe­te­ria fin­den sich spe­zi­ell für deren Raum- und Licht­ver­hält­nis­se aus­ge­wähl­te Pflan­zen. Die Fens­ter sind aus hei­mi­schen Höl­zern, die Par­kett­bö­den atmen und sind gewachst, für die Wän­de wur­den Natur­far­ben ver­wen­det, und ergo­no­mi­sche Natur­holz­mö­bel schaf­fen eine opti­ma­le Arbeits­um­ge­bung für die Mit­ar­bei­ter. Es ist dem Online­ver­sand­händ­ler wich­tig, dass auch im Außen­be­reich, am Ein­gang und vor dem Fir­men­ge­bäu­de der Respekt vor und der Umgang mit der Natur erkenn­bar ist. Bei schö­nem Wet­ter steht den Mit­ar­bei­tern in den Pau­sen eine bestuhl­te Ter­ras­se zum Ent­span­nen und eine gro­ße Rasen­flä­che für sport­li­che Akti­vi­tä­ten zur Ver­fü­gung. An kal­ten oder reg­ne­ri­schen Tagen wer­den die Pau­sen in den Win­ter­gar­ten ver­la­gert.

Grün liegt voll im Trend

Immer mehr Unter­neh­men wol­len ihren Beschäf­tig­ten ein Arbeits­um­feld bie­ten, in dem sie sich wohl­füh­len. Die­se Denk­wei­se möch­te auch die Stif­tung DIE GRÜNE STADT för­dern. Gera­de in einer Zeit, in der Fach­kräf­te immer mehr gefragt sind, möch­ten Unter­neh­men ein attrak­ti­ves, moti­vie­ren­des und gesun­des Arbeits­um­feld bie­ten, das gleich­zei­tig einen öko­lo­gi­schen Bei­trag leis­tet. Mit dem Wett­be­werb „Fir­men­Gär­ten“, den die Stadt Han­no­ver 2002 ins Leben geru­fen hat, setzt die Stif­tung DIE GRÜNE STADT Impul­se zur Stei­ge­rung der „Grün­qua­li­tät“ auch im Unter­neh­mens­be­reich. Inzwi­schen wur­de er auch in ande­re Regio­nen Nie­der­sach­sens sowie in Bal­lungs­ge­bie­te ande­rer Bun­des­län­der (Bre­men, Nord­rhein-West­fa­len, Ber­lin) expor­tiert.

Ein Bünd­nis aus regio­na­len Part­nern hat den Ber­li­ner Wett­be­werb www.firmengaerten-berlin.de ins Leben geru­fen. Er soll zei­gen, wie Unter­neh­men in der Stadt zuneh­mend auf eine grü­ne Arbeits­um­ge­bung set­zen und wie indi­vi­du­ell sie ihre Ein­gangs- oder Auf­ent­halts­be­rei­che, Dach­gär­ten, Ter­ras­sen oder Fir­men­ge­län­de grün gestal­ten und nut­zen. Er wur­de bereits zwei­mal (2016, 2018) durch­ge­führt und soll fort­ge­setzt wer­den.

Green Office gewinnt an Bedeutung

Wer an dau­er­haf­tem wirt­schaft­li­chem Erfolg inter­es­siert ist, muss also auch an Natur­schutz Inter­es­se haben. Es wird des­halb immer wich­ti­ger, das Bewusst­sein in Unter­neh­men für das eige­ne Abhän­gig­keits- und Ver­ant­wort­lich­keits­ver­hält­nis zur Natur zu för­dern.

Lite­ra­tur:

Clau­dia Sil­ber , Alex­an­dra Hil­de­brandt: „Gar­ten­zeit: Wie wir Natur und Kul­tur wie­der in Gleich­klang brin­gen“, Ama­zon Media EU S.à r.l. Kind­le Edi­ti­on 2017.

Clau­dia Sil­ber und Alex­an­dra Hil­de­brandt: „Gut zu wis­sen… wie es grü­ner geht: Die wich­tigs­ten Tipps für ein bewuss­tes Leben“, Ama­zon Media EU S.à r.l. Kind­le Edi­ti­on 2017.

 

Dr. Alex­an­dra Hil­de­brandt, Publi­zis­tin, Wirt­schafts­psy­cho­lo­gin und Nach­hal­tig­keits­ex­per­tin.

Twit­ter: @AHildebrandt70

Foto: Stef­fi Henn