Für den Report „The Agentic AI CX Frontline“ des KI-Plattform-Anbieters Nice wurden Unternehmen zur Nutzung von agentischer KI im Kundenservice befragt. Die prozentualen Ergebnisse sind wenig aussagekräftig, die Definition und die Roadmap der Integration lassen sich jedoch mit Gewinn lesen.

Agentische KI-Systeme können zahlreiche Aufgaben autonom, schnell und ergebnisorientiert ausführen. Abbildung: plarmzag@gmail.com, Depositphotos
Zunächst stellt der Nice-Report den Unterschied zwischen herkömmlicher KI bzw. Automation und agentischer KI heraus: „Im Gegensatz zu herkömmlichen Automatisierungs- oder NLU-basierten Designs (Natural Language Understanding), die vorgegebenen Abläufen folgen, bewertet agentische KI den Kontext in Echtzeit und ermittelt anhand der bereitgestellten Tools und Grenzen den besten Weg zur Lösung. Der KI-Agent funktioniert innerhalb eines definierten Bereichs, wählt jedoch eigene Maßnahmen, um zum Ziel zu gelangen.“
Agentisches Erfolgsrezept
Vor Beginn der Integration muss klar sein, in welchen Bereichen agentische KI einen Mehrwert schaffen kann und welche Erfolgskennzahlen verbessert werden sollen. Dazu dürfen bestehende Workflows nicht einfach automatisiert werden. Vielmehr müssen die Prozesse rückwärts, ausgehend von den angestrebten Zielen, neu gestaltet und für agentische KI optimiert werden. Dafür ist eine verlässliche (strukturierte) Datenarchitektur von Bedeutung, die es KI-Agenten ermöglicht, zuverlässig zu arbeiten. Diese sollte auf einer technischen Ausstattung basieren, die skalierbar und zukunftsfähig ist, um etwaiges Wachstum und den Einsatz weiterer KI-Agenten zu ermöglichen.
Läuft das System, gilt es, Ergebnisse zu messen, einzuordnen, rechtlich abzusichern und mithilfe agiler Methoden kontinuierlich zu verbessern. Insbesondere dann, wenn KI-Agenten in einem späteren Stadium autonome Entscheidungen treffen. An diesem Punkt sind Belegschaft und Führungskräfte gefordert. Für die Belegschaft sind Weiterbildung und kulturelle Akzeptanz – gegebenenfalls durch Anreize – nötig, während das Management die Rollen zur Leitung KI-gesteuerter Prozesse klar definieren und vorleben muss. Abschließend darf nicht nur die technische Effizienz des KI-Systems gemessen und beurteilt werden. Über die Zeit sollten auch die Kostenstruktur, die Erfahrungs- und Leistungswerte sowie die Resilienz gegenüber menschlichen und KI-Fehlern gemessen werden.
Beispiel Sprach-KI
Während eines Kundengesprächs führen Sprach-KI-Systeme verschiedene Aufgaben in Echtzeit aus, beispielsweise das Abrufen von Kundenhistorie und Produktdetails sowie das Ausführen von Backend-Aktionen, ohne dass eine menschliche Eingabeaufforderung erforderlich ist. Dadurch ergeben sich sofort mehrstufige Lösungswege: Zunächst erfolgt die Authentifizierung des Kundenkontakts, dann die Diagnose des Problems, anschließend die Korrekturdurchführung und schließlich die Bestätigung der Lösung. Alles innerhalb einer einzigen kontinuierlichen Interaktion in Sekunden. Sprach-KI-Agenten passen sich innerhalb kurzer Zeit (meist nur wenige Wochen) an Nutzerprofile und -präferenzen an, um beim nächsten Kontakt noch individueller zu reagieren. Zum Abschluss des Gesprächs kann die Sprach-KI selbstständig Zusammenfassungen, Beschlüsse etc. per E-Mail oder App-Benachrichtigung abschicken, die den Kontext der Interaktion exakt wiedergeben.






















































