Der Vor­be­halt gegen­über Groß­raum­bü­ros beruht heu­te wie frü­her auf Pro­ble­men visu­el­ler und akus­ti­scher Stö­run­gen sowie kli­ma­ti­schen Ärger­nis­sen. Ein Aus­weg aus der Akus­tik­fal­le ist die Schall­mas­kie­rung.

Ein Schallmaskierungssystem mit verborgenen Lautsprechern sorgt für einen idealen Hintergrundpegel. Abbildung: Pexels

Ein Schall­mas­kie­rungs­sys­tem mit ver­bor­ge­nen Laut­spre­chern sorgt für einen idea­len Hin­ter­grund­pe­gel. Abbil­dung: Pexels

Raum­grö­ße und Raum­ge­stal­tung haben einen immensen Ein­fluss auf die Pro­duk­ti­vi­tät der Mit­ar­bei­ter. Stö­run­gen durch Drit­te, die sich unter­hal­ten, die vor­bei­lau­fen, beson­ders „im Rücken“, min­dern die Arbeits­leis­tung. Schlech­te Raum­akus­tik kommt zur feh­len­den Pri­vat­sphä­re noch hin­zu.

Es wur­de viel geschrie­ben zum The­ma Raum­akus­tik. Vie­les ist jedoch man­gel­haft. Mit­ar­bei­ter quä­len sich im Büro ob der per­fek­ten Hör­sam­keit. Da hel­fen auch die zahl­rei­chen Tele­fon­häus­chen nicht, die in Mode gekom­men sind. Denn ein Tele­fon­ge­spräch wird meist da ent­ge­gen­ge­nom­men, wo man sich auf­hält. Des­we­gen ist das The­ma Schall­mas­kie­rung wich­ti­ger denn je.

Die Raum­pla­nung stellt heu­te ande­re Anfor­de­run­gen. Da es vie­le Aspek­te der Raum­akus­tik gibt, reicht die Opti­mie­rung der Nach­hall­zeit oder der Schall­un­ter­bre­chung häu­fig nicht mehr aus, um eine nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung der Akus­tik zu erzie­len. Hin­zu kommt, dass die neu­en Nor­men und Ver­ord­nun­gen für Lai­en kaum noch zu ver­ste­hen sind. Selbst unter Ein­hal­tung aller Nor­men erreicht man sel­ten ein gutes Ergeb­nis. Die akus­ti­schen Stör­po­ten­zia­le sind all­ge­gen­wär­tig.

Schallmaskierungssysteme können Abhilfe schaffen

Durch den Ein­satz von Schall­mas­kie­rungs­sys­te­men kann man den Ablen­kungs­ab­stand (DIN EN ISO 3382-3) ver­bes­sern. Vor­aus­set­zung für die Instal­la­ti­on von Schall­mas­kie­rungs­sys­te­men ist eine norm­ge­rech­te Raum­aus­stat­tung und damit eine Nach­hall­zeit, die in den Arbeits­stät­ten­richt­li­ni­en fest­ge­legt ist.

Schall­mas­kie­rung kennt jeder im täg­li­chen Leben als Geräusch­ku­lis­se im Hin­ter­grund. Ein Bei­spiel aus dem All­tag: Wenn die Dunst­ab­zugs­hau­be oder der Kaf­fee­voll­au­to­mat in der Küche in Betrieb ist, lässt dies eine Unter­hal­tung im sel­ben Raum kaum noch zu. Denn das unmit­tel­ba­re Umge­bungs­ge­räusch hat auf das, was wir hören, einen gro­ßen Ein­fluss. Dabei spielt die Laut­stär­ke die domi­nan­te Rol­le. In einem lee­ren Restau­rant sen­ken wir auto­ma­tisch die Stim­me. Ist das Restau­rant voll besetzt, reden wir ganz nor­mal. Vor­aus­ge­setzt, die Nach­hall­zeit stimmt. Nicht anders ver­hält es sich am Arbeits­platz. Das Pro­blem liegt in der (zu) guten Hör­sam­keit der Kol­le­gen (Tele­fo­na­te, Unter­hal­tun­gen) aus der Raum­tie­fe.

Schall­mas­kie­rung, also das Ein­spie­len eines Hin­ter­grund­ge­räu­sches mit gerin­ger Laut­stär­ke, ist ein The­ma für alle Ver­wal­tungs­bau­ten, unab­hän­gig davon, wel­che Raum­for­men bestehen. Die medi­zi­ni­sche Erklä­rung der Mas­kie­rung (Ver­de­ckung) beruht auf der Tat­sa­che, dass der Mensch in bestimm­ten Fre­quen­zen gewis­se Töne nicht oder kaum wahr­neh­men kann. Sie kön­nen mit­hin ent­fal­len oder über­deckt wer­den. Das Grund­prin­zip der Schall­mas­kie­rung im Objekt erklärt sich wie folgt: Die Stö­rung der Büro­mit­ar­bei­ter durch Lärm hängt nicht so sehr mit dem Lärm­pe­gel an sich zusam­men, son­dern mit den Unter­schie­den zwi­schen den Lärm­pe­geln und dem Hin­ter­grund­ge­räusch. Das Ver­ste­hen der ein­zel­nen Wor­te lenkt ab. Der Hin­ter­grund­pe­gel darf nicht zu weit abfal­len.

Lautsprecher für idealen Hintergrundpegel

Bei der Schall­mas­kie­rung wird mit ver­bor­ge­nen Laut­spre­chern gear­bei­tet. So sorgt ein Schall­mas­kie­rungs­sys­tem für einen idea­len Hin­ter­grund­pe­gel, d. h. der Grund­pe­gel wird im Raum dezent ange­ho­ben. Das Schall­mas­kie­rungs­si­gnal ist unauf­dring­lich, wodurch die Arbeits­um­ge­bung als ange­nehm emp­fun­den und akzep­tiert wird. Es gibt Sys­te­me, deren Mas­kie­rungs­si­gna­le aus Natur­klän­gen ent­wi­ckelt wur­den, die dem Men­schen ver­traut sind und eine ange­neh­me und har­mo­ni­sche akus­ti­sche Umge­bung schaf­fen.  Es ist ein zeit­lich nicht wie­der­keh­ren­des Signal, sodass nicht die Gefahr der Wie­der­ho­lung oder Wie­der­erken­nung besteht.

Das Schall­mas­kie­rungs­sys­tem wird nach der Instal­la­ti­on auf ein­fa­che Wei­se ein­ge­pe­gelt. Die Anpas­sung der Laut­stär­ke geschieht durch einen Inge­nieur. Dabei wer­den die Raum­be­din­gun­gen und Auf­ga­ben der ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter bei der Ein­stel­lung des Sys­tems berück­sich­tigt.

Matthias Waehlert

Abbil­dung: Mar­co Lei­bet­se­der

Mat­thi­as Waeh­lert ist Unter­neh­mens­be­ra­ter und zer­ti­fi­zier­ter Fach­be­ra­ter für Büro­akus­tik.

m-waehlert.de