Die Japan-Exper­tin Chiyo Kamiya gibt Tipps, wie kul­tu­rel­le Unter­schie­de und Bar­rie­ren mit japa­ni­schen Busi­ness­part­nern erfolg­reich über­wun­den wer­den kön­nen. Die­ses Mal geht es um die Betreu­ung japa­ni­scher Gäs­te.

Nikui - Japan Beitrag

Foto: Deut­sche Mes­se

So betreuen Sie Ihre japanischen Gäste richtig

Sie haben das ers­te Mal Gäs­te aus Japan. Toll! Nun heißt es, sie wirk­li­ch per­fekt zu bewir­ten, ihren Auf­ent­halt bei Ihnen zu einem ein­drück­li­chen Erleb­nis zu machen. Aber wie? Sie haben schon viel über die japa­ni­sche Kul­tur gehört und gele­sen. Kein Wun­der, wenn Sie ver­un­si­chert sind. Japa­ner sind bekannt dafür, sich per­fekt um ihre Gäs­te zu küm­mern. Sie wid­men ihnen gen­au das rich­ti­ge Maß an Auf­merk­sam­keit, sind nicht zu auf­dring­li­ch, geben aus­rei­chend Raum. Damit schaf­fen sie ein Kli­ma des Ver­trau­ens, des Respekts und des ange­neh­men Mit­ein­an­ders.

Das kön­nen Sie auch. Über­le­gen Sie ganz ein­fach, was Sie erwar­ten, wenn Sie in Japan zu Gast sind. Sie wol­len Land, Men­schen und Kul­tur ken­nen­ler­nen und dabei noch genü­gend Zeit für sich selbst haben.

Wenn Sie sich an die fol­gen­den Tipps hal­ten, haben Sie schon die wich­tigs­ten Hür­den gemeis­tert.

Im Blog­bei­trag Tref­fen mit japa­ni­schen Geschäfts­part­nern haben wir schon die wich­tigs­ten Grund­re­geln bespro­chen: Pünkt­lich­keit, der rich­ti­ge Platz im Auto, Nase schnäu­zen. Nun sind Ihre Gäs­te bei Ihnen im Büro und Sie möch­ten ihnen grü­nen Tee ser­vie­ren.

Wenn grüner Tee, dann richtig

Grü­ner Tee ist nicht gleich grü­ner Tee! Ver­mei­den Sie die aro­ma­ti­sier­te Ver­si­on. Ihre Gäs­te schät­zen zwar Ihre Bemü­hun­gen, wer­den ihn aber nicht trin­ken. Wenn Sie das japa­ni­sche Natio­nal­ge­tränk anbie­ten möch­ten, ach­ten Sie bit­te auf eine gute Qua­li­tät. Und ser­vie­ren Sie kei­ne Kek­se zum grü­nen Tee. Reis­cra­cker sind hier das Rich­ti­ge. Grü­ner Tee soll­te auch immer in der pas­sen­den Tee­scha­le ange­bo­ten wer­den. Haben Sie kei­ne pas­sen­de Tee­scha­le, soll­ten Sie bes­ser ein ande­res Getränk anbie­ten.

Haben Sie kei­nen grü­nen Tee, ser­vie­ren Sie schwar­zen Tee oder Kaf­fee. Zum Kaf­fee sind auch die bei uns übli­chen Kek­se in Ord­nung.

Was Sie stets im Büro haben sollten

In Deutsch­land steht immer etwas auf dem Kon­fe­renz­ti­sch. Soft­drinks, Kek­se und Kaf­fee füh­ren die Hit­lis­te an. Das ist im Prin­zip in Ord­nung, kann aber für Ihre japa­ni­schen Besu­cher opti­miert wer­den. Für sie emp­feh­le ich Ihnen, fol­gen­des anzu­bie­ten:

  • Grü­nen Tee in hoch­wer­ti­ger Qua­li­tät
  • Die pas­sen­de Scha­le für grü­nen Tee
  • Alter­na­tiv Kaf­fee und/oder schwar­zen Tee
  • Was­ser ohne Koh­len­säu­re
  • Reis­cra­cker

Damit punk­ten Sie bei Ihren Gäs­ten, denn es zeugt von gro­ßem Respekt ihnen gegen­über.

Fallstrick Nudelsuppe

Wenn Sie mit Ihren japa­ni­schen Geschäfts­part­nern essen gehen, bestel­len Sie kei­ne Nudel­sup­pe. In Japan wer­den Sup­pen geschlürft. Sie kön­nen sich sicher­li­ch die erstaun­ten Gesich­ter der Restau­rant­be­su­cher vor­stel­len, wenn Sie eine Nudel­sup­pe als Vor­spei­se eines baye­ri­schen Menüs bestel­len.

Das heißt nicht, dass Sie nur in japa­ni­sche Restau­rants gehen sol­len, ganz im Gegen­teil. Japa­ner freu­en sich dar­über, Ihre Kul­tur ken­nen­zu­ler­nen. Sie möch­ten mehr über Sie erfah­ren, Sie in Ihrer eige­nen Umge­bung erle­ben. Damit kom­men wir schon zum nächs­ten Tipp.

Lassen Sie Ihre Gäste an Ihrem Leben teilhaben

Laden Sie Ihre Gäs­te zu sich nach Hau­se ein. Ihre japa­ni­schen Geschäfts­part­ner möch­ten mehr von Ihnen erfah­ren. Ihre Fami­lie ken­nen­ler­nen. Wis­sen, wie Sie leben. Damit bau­en sie Ver­trau­en auf und legen den Grund­stein für eine lang­fris­ti­ge und erfolg­rei­che Geschäfts­part­ner­schaft. Wenn Ihre Besu­cher eine Beglei­tung mit­brin­gen, den­ken Sie dar­an, dass auch sie umfas­send und respekt­voll betreut wird. Orga­ni­sie­ren Sie bei­spiels­wei­se eine Stadt­rund­fahrt oder Besu­che in Muse­en und Aus­stel­lun­gen. Und sor­gen Sie dafür, dass die Beglei­ter abends mit dabei sind.

Wenn Sie nicht sicher sind, wel­ches Pro­gramm das pas­sen­de ist, erkun­di­gen Sie sich bei Ihrem Geschäfts­part­ner bzw. bit­ten Sie Ihre Assis­ten­tin, das für Sie zu erle­di­gen. Hier ist ganz wich­tig: Kon­takt auf Augen­hö­he, das heißt von Assis­ten­tin zu Assis­tent (in Japan sind Frau­en im Geschäfts­le­ben noch sel­ten).

Las­sen Sie sich auf Ihre japa­ni­schen Gäs­te ein und ler­nen Sie eine fas­zi­nie­ren­de Kul­tur ken­nen. Sie wer­den erle­ben, wie berei­chernd die­se Erfah­run­gen für Sie sind.

Chiyo Kamiya,
Inha­be­rin Japan Con­cept.