Zum sechsten Mal wurden die Leser des OFFICE-ROXX-Blogs zum Thema Raumklima im Büro befragt – im Auftrag der Initiative PrimaBüroKlima. Mehr als 700 Bürobeschäftigte haben an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen: Leider halten sich die Fortschritte gegenüber den Vorjahren in Grenzen.

Auf die Frage, welche Schulnote sie dem Raumklima in ihrem Firmenbüro geben würden, vergaben die Umfrageteilnehmer im Durchschnitt die Note 2,9. Damit fällt die Bewertung etwas schlechter aus als 2025 (Note 2,8), bewegt sich im Ganzen aber auf einem konstanten, nur „befriedigenden“, Niveau. Die Qualität des Raumklimas im Büro bleibt mittelmäßig.
Beschwerden halten sich hartnäckig
Auch im sechsten Jahr unserer Umfragereihe berichten viele Befragte von Beschwerden und Symptomen, die auf ein schlechtes Raumklima am Büroarbeitsplatz zurückgeführt werden. Wie in den Jahren zuvor führen „trockene Augen” mit 41 Prozent das Ranking an. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Kopfschmerzen (31 Prozent) und Konzentrationsprobleme (23 Prozent). Weitere Symptome sind trockene Schleimhäute (19 Prozent), Müdigkeit (18 Prozent), Stimmprobleme (16 Prozent) und trockene Haut (13 Prozent). Nur gut jeder Zehnte (elf Prozent) bleibt nach eigenen Angaben beschwerdefrei.
Von einer Entwarnung kann in Bezug auf die raumklimabedingten Beschwerden daher nicht gesprochen werden. Zwar verzeichnen im Vergleich zu 2025 trockene Augen und Konzentrationsprobleme einen leichten Rückgang (–2 Prozent), dafür werden andere typische Symptome wie Stimmprobleme (+4 Prozent), Müdigkeit und Kopfschmerzen (beide +3 Prozent) sowie trockene Schleimhäute (+2 Prozent) häufiger. Insgesamt bestätigt sich damit das Bild der Vorjahre: Für beschwerdefreie Wissensarbeit bleibt noch viel Luft nach oben.
Zu warm, zu kalt – vor allem zu trocken
Bei der Frage nach dem subjektiven Empfinden hinsichtlich des Büroraumklimas bleibt das Thema Luftfeuchte vorn – wie in den Jahren zuvor. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) empfindet die Luft im Firmenbüro als zu trocken – drei Prozentpunkte mehr als 2025. Aber auch die Temperatur bleibt ein Dauerbrenner: 44 Prozent empfinden es in ihrer Büroumgebung als zu warm (2025: 43 Prozent), 32 Prozent als zu kalt (2025: 30 Prozent). Störende Luftgeschwindigkeiten („es zieht“) bemängeln 27 Prozent (2025: 29 Prozent) der Befragten. Weitere Probleme sehen sie in Beeinträchtigungen durch Gerüche (25 Prozent, 2025: 27 Prozent), zu feuchter Luft (22 Prozent, 2025: 25 Prozent) oder der Frischluftversorgung (46 Prozent, 2025: 49 Prozent).
CO2-Monitoring legt zu, Grünpflanzen verlieren
Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich beim CO2-Monitoring. 28 Prozent der Befragten bestätigen das Vorhandensein entsprechender Messgeräte in ihrer Arbeitsumgebung – sieben Prozent mehr als im Jahr 2025. Damals setzte nur jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) auf solche Indoor-Air-Messinstrumente zur „Raumluftüberwachung“. In den Jahren zuvor waren es sogar noch weniger (2024: 17 Prozent, 2023: 15 Prozent). Dennoch verzichten immer noch vier von zehn Unternehmen (40 Prozent, 2025: 45 Prozent) auf ein Monitoring der Raumluftqualität. In den Jahren 2024 bzw. 2023 waren es mit 57 Prozent bzw. 60 Prozent aber deutlich mehr Nicht-Nutzer. Das CO2-Monitoring wird offenbar zunehmend als Instrument für ein besseres Innenraumklima wahrgenommen.
Bei den Grünpflanzen hingegen setzt sich der Abwärtstrend fort. Nur noch 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sich in nennenswertem Umfang Pflanzen in ihrer Arbeitsumgebung befinden. 2025 waren es noch 46 Prozent. Demgegenüber stehen 51 Prozent, die über keine Begrünung im Büro verfügen – nach 47 Prozent im Vorjahr. Damit hat sich der Abstand zwischen begrüntem und nicht begrüntem Office innerhalb eines Jahres deutlich vergrößert.
Investitionen: Noch weniger Bereitschaft
Beim Blick auf die geplanten Investitionen zeigt sich ein weniger erfreuliches Bild: Gerade mal 16 Prozent der Befragten gaben an, in die Verbesserung der Raumluftqualität investieren zu wollen. Im Jahr 2025 waren es noch 18 Prozent. Fünf Prozent wollen bis zu 500 Euro investieren, weitere fünf Prozent bis zu 1.000 Euro und sechs Prozent mehr als 1.000 Euro. Im Jahr 2025 waren es entsprechend fünf, sechs bzw. sieben Prozent.
Wann weht der „Wind of Change“ durchs Office?
Die Auswertung der sechsten Leserumfrage „Prima Büroklima 2026” zeigt eine anhaltende Stagnation des Büroraumklimas auf mäßigem Niveau. Die Gesamtbewertung mit einer Durchschnittsnote von 2,9 bleibt nahezu unverändert. Hingegen hat sich das Problem der Beschwerden durch raumklimatische Verhältnisse verschärft. Mehr als die Hälfte der Bürobeschäftigten klagt über zu trockene Raumluft. 44 Prozent der Befragten bemängeln zu warme und 32 Prozent zu kalte Büroumgebungen. Gleichzeitig trifft der Wunsch nach Verbesserungen – allen voran bei der Temperatur (55 Prozent) und der Frischluftzufuhr (41 Prozent) – auf eine geringe Investitionsbereitschaft in den Unternehmen. Positiv entwickelte sich dagegen das Indoor-Air-Monitoring: 28 Prozent überwachen inzwischen die Raumluft – sieben Prozent mehr als 2025.
Zur Umfrage
Die Umfrage „Prima Büroklima 2026“ fand vom 31. August bis 13. September 2026 unter den Lesern des OFFICE ROXX Blogs statt. Sie bestand im Wesentlichen aus 13 Fragen. 84 Prozent der 712 Umfrageteilnehmer arbeiten als Angestellte. 22 Prozent der Befragten treffen Entscheidungen in Bezug auf die raumlufttechnische Ausstattung ihres Firmenbüros. Die Größe des Unternehmens, in dem die Befragten arbeiten, gaben 23 Prozent mit 1–10 Beschäftigte, 27 Prozent mit 11–100 Beschäftigte, 19 Prozent mit 101–500 Beschäftigte und 31 Prozent mit mehr als 500 Beschäftigte an. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 42 Jahre. 54 Prozent der Befragten waren weiblich, 45 Prozent männlich, 1 Prozent divers.
Die ausführliche Auswertung der Befragung findet sich hier.
