Studien:

Die Deutschen bleiben sitzen

7,5 Stunden täglich sitzen die Deutschen im Durchschnitt, hat die Krankenversicherung DKV in ihrem DKV-Report 2018 herausgefunden. Im Vergleich zum DKV-Report 2016 liegt der Median mit 450 Minuten in diesem Jahr um eine halbe Stunde höher und ist damit wieder auf dem Niveau von 2012. Im Bundesländervergleich verbringen die Berliner die meiste Zeit auf ihren vier Buchstaben: Sie sitzen ganze 518 Minuten, das entspricht 8,6 Stunden. Anderthalb Stunden weniger, nur sieben Stunden und zehn Minuten, verbringen die Sachsen-Anhalter (426 Minuten) an einem ganz normalen Werktag im Sitzen. Weniger als die Bewohner aller anderen Bundesländer.

Auf die Abwechslung kommt es an

Sitzen verkürzt das Leben – und Stehen führt zu geschwollenen Beinen. Beides wurde in Studien nachgewiesen. Aytekin Tank hat deren oft widersprüchliche Ergebnisse sehr humorvoll zusammengetragen und plädiert für den goldenen Mittelweg: den ausgewogenen Mix aus Sitzen und Stehen bei der Büroarbeit, ergänzt um Spaziergänge.

Angst vor der Sitzkrankheit

85 Prozent der deutschen Angestellten sind davon überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen übermäßigem Sitzen und vorzeitigem Tod gibt, hat jüngst eine Studie ergeben. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten befürchtet, durch die Sitzkrankheit gefährdet zu sein. 94 Prozent wären bereit, weniger Stunden pro Tag zu sitzen, wenn dies ihre Lebenserwartung oder Lebensqualität erhöhen würde. 15 Prozent würden sogar einen Urlaubstag opfern, wenn sie dafür bei der Arbeit weniger sitzen könnten.

Bewegung hilft beim Lernen

Im Experiment mit Mäusen haben Forscher aus Portugal herausgefunden, dass Bewegung einen positiven Effekt auf das Lernen hat. Die Mäuse liefen in einer Art Tretmühle. Ihnen wurde ein kurzes Lichtsignal gezeigt, kurz darauf wurde ein Luftstrom auf ihre Augen gerichtet. Je schneller sich die Tretmühle drehte, desto schneller lernten die Mäuse den Zusammenhang zwischen Licht und Luftstrom, sodass sie schon beim Lichtsignal ihre Augen schlossen. Offenbar verstärkt Bewegung die Aktivität der sogenannten Moosfasern. Das sind Zellen, die zum Kleinhirn führen und die bestimmte Signale an die Kleinhirnrinde weiterleiten. Das Ergebnis könne laut der Wissenschaftler auf das Lernen beim Menschen übertragen werden.

Rückenschmerzen bleiben ein Problem

75 Prozent aller Berufstätigen hatten im vergangenen Jahr mindestens einmal Rückenschmerzen. Jeder vierte hat aktuell Beschwerden. Das zeigt der Gesundheitsreport „Rätsel Rücken“ der Krankenkasse DAK. Rückenschmerzen sind damit die zweithäufigste Einzeldiagnose für Krankschreibungen. Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung gab es dadurch rund 35 Millionen Ausfalltage im Job.

Bewegung ist gesund

Bewegung in den (Büro-)Alltag einzubauen, verbessert die Gesundheit. Je länger man ohne Unterbrechung sitzt, desto weniger reagiert der Körper auf Insulin. Die Folge davon ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Das fand ein Forscherteam rund um Keith Diaz von der Columbia University in New York heraus. Es rät daher, sich alle 30 Minuten zu bewegen. Darüber hinaus belegten die Forscher erneut, dass mehr Sitzstunden ein höheres Diabetesrisiko mit sich bringen.

Schon zwei Wochen Bewegungsmangel schaden

Eine Studie an der Universität Liverpool hat ergeben, dass schon zwei Wochen Inaktivität bei jungen, gesunden Menschen die Muskelmasse reduzieren und metabolische Veränderungen hervorrufen können. Diese Veränderungen können das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 und Herzkrankheiten erhöhen und möglicherweise zu vorzeitigem Tod führen.

Bewegungswechsel bei der Arbeit sind gesund

Häufige Wechsel zwischen verschiedenen Bewegungen und Haltungen (Sitzen, Stehen, Gehen) sind gut für die Fitness und die Herz-Kreislauf-Gesundheit – sogar gesünder, als nach einem bewegungsarmen Arbeitstag Sport zu treiben. Das zeigt erneut eine Studie, diesmal von Kardiologen aus Stanford.

TK-Bewegungsstudie „Beweg Dich, Deutschland!”

Immer mehr Menschen in Deutschland sitzen sich krank – und für ganze Bevölkerungsgruppen ist Bewegung zunehmend ein Fremdwort. Das zeigen die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie von TK und Forsa aus dem Jahr 2013.

Diabetes 2 bekämpfen durch bewegtes Sitzen?

Eine Studie der University of Leicester zeigt, dass weniger sowie mehr bewegtes Sitzen das Risiko von Diabetes Typ 2 minimieren können.

Sitting is killing you

Eine grafisch umgesetzte Zusammenfassung von Studien und Beiträgen aus dem angloamerikanischen Raum zum Thema Sitzen von MedicalBillingandCoding.org.

Feldstudie zum dynamischen Sitzen unter verschiedenen Arbeitsplatzbedingungen

Aus dem Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie – Fritz A. Schön, Dieter Preim, 2009

Ergonomische Untersuchung besonderer Büroarbeitsstühle

BGIA-Report 5/2008 des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der DGUV