Im Dezember 2025 ist die Richtlinie VDI/ÖFR 6022, Blatt 3 erschienen. Sie bildet die Grundlage für die systematische Beurteilung der Raumluftqualität in Innenräumen und ergänzt die Grundanforderungen der Richtlinienreihe VDI 6022.

Ziel der Richtlinie ist es, die Luftqualität in Arbeits-, Aufenthalts- und sensiblen Bereichen kontrollierbar zu machen, Mängel früher zu erkennen und fundierte Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können.
Bewertung der Raumluftqualität immer wichtiger
CO2-Konzentrationen gelten inzwischen als zuverlässiger Indikator für die Luftqualität und das Lüftungsverhalten. Auch VOC, Feinstaub und Geruchsemissionen werden stärker beachtet. Gleichzeitig wächst der politische Druck: Die Arbeitsstättenverordnung, infektionsschutzbezogene Empfehlungen, Nachhaltigkeitskriterien und Zertifizierungssysteme fordern belastbare Nachweise über die Qualität der Innenraumluft. Das Problem: Messungen erfolgten lange ohne einheitliche Standards, die Ergebnisse waren schwer vergleichbar und die Maßnahmen basierten oft auf Einzelurteilen. Genau hier setzt VDI/ÖFR 6022, Blatt 3 an.
Arbeitsgrundlage für Planer und Architekten
Die Richtlinie behandelt die Bewertungsgrundlagen der Raumluftqualität in Deutschland und gilt für alle ortsfesten Innenräume, einschließlich temporärer Räume wie Büro-Container, sofern diese regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt werden. Die Richtlinie bietet eine Grundlage für die Beurteilung der Raumluftqualität und ergänzt Blatt 1 der Reihe. Sie orientiert sich an der DIN EN 16798-1, welche die Bewertungsgrundlagen für Eingangsparameter des Innenraumklimas definiert.
Die Richtlinie soll eine Arbeitsgrundlage für Bauherren, Planer, Architekten und Bauingenieure bilden, mit deren Hilfe die Planung, Ausführung und der Betrieb von Raumluftanlagen optimal vorgenommen werden können. Das neue Dokument ersetzt die VDI 6022 Blatt 3:2011-07.
