Gesunde Raumluft verringert das Risiko von Atemwegserkrankungen und wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit aus. Raumlufttechnische Anlagen sind eine Möglichkeit, dies zu erreichen. Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit solcher RLT-Anlagen stellt der Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK) ein Online-Tool bereit.

Wer die Investition in eine RLT-Anlage scheut, sollte die Kosten und den Nutzen sorgfältig abwägen. Um den wirtschaftlichen Mehrwert gesunder Raumluft greifbar zu machen, hat der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) e.V. ein Online-Tool bereitgestellt. Mit diesem lassen sich die Kosten für eine RLT-Anlage den potenziell vermeidbaren Mitarbeiterausfällen durch Krankheit gegenüberstellen. Grundlage der Betrachtung ist eine Schätzung der volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jährlich veröffentlicht. Eine Analyse dieser Daten im Vergleich zu den Gesamtkosten für eine RLT-Anlage zeigt, dass sich Investitionen in eine gute Raumluftqualität auch wirtschaftlich lohnen.
Berechnungsgrundlage für Ausfall der Bruttowertschöpfung
In der BAuA-Veröffentlichung „Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024“ werden die Auswirkungen des Krankenstandes auf die Bruttowertschöpfung verschiedener Wirtschaftszweige geschätzt, darunter Finanz- und Versicherungsdienstleister. Für diese im Wesentlichen an Büroarbeitsplätzen tätige Berufsgruppe werden 16,5 Krankheitstage pro Jahr angegeben. Laut BAuA entfallen davon 22,8 Prozent auf Atemwegserkrankungen, was etwa 3,7 Tagen entspricht. Für den Wirtschaftszweig wurde eine Bruttowertschöpfung von mehr als 380 Euro pro Tag ermittelt. Mehrere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass 20 bis 50 Prozent der Übertragungen von Atemwegserkrankungen auf unzureichende Luftqualität zurückzuführen sind und sich durch geeignete Lüftungsmaßnahmen vermeiden ließen. Selbst bei einer vorsichtigen Annahme von 20 Prozent sind pro Person und Jahr rund 0,75 Krankheitstage vermeidbar. Das entspricht einem potenziellen Ausfall der Bruttowertschöpfung von 290 Euro.
Kosten für eine bedarfsgerechte RLT-Anlage
Demgegenüber fallen die Kosten für eine moderne, bedarfsgerechte RLT-Anlage geringer aus. Bei einem Betrachtungszeitraum von 25 Jahren belaufen sie sich auf jährlich rund 11 Euro pro m2 Grundfläche (Vollkosten ohne Zinsen) unter Berücksichtigung der Kosten für Investition, Energiebedarf und Wartung. Ein Arbeitsplatz beansprucht durchschnittlich eine Fläche von etwa 12 m2. Daraus ergeben sich jährliche Kosten für die Raumlufttechnik von weniger als 140 Euro pro Arbeitsplatz. Durch diesen Einsatz für gute Raumluftqualität kann jährlich ein Ausfall von etwa 290 Euro Bruttowertschöpfung vermieden werden. Zieht man davon die jährlichen Kosten pro Arbeitsplatz für die Raumlufttechnik ab, ergibt sich eine rechnerische Steigerung der Bruttowertschöpfung um über 150 Euro.
Für den gesamten Wirtschaftszweig der Finanz- und Versicherungsdienstleister summiert sich die geschätzte Bruttowertschöpfung durch vermiedene Fehltage auf rund 150 Millionen Euro im Jahr. Damit stellt sich die Investition in qualitativ hochwertige Raumlufttechnik nicht nur als Maßnahme des Arbeits- und Gesundheitsschutzes dar, sondern zugleich als wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung.
